Halep fegt Williams im Wimbledon-Finale weg

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Es ist ein erstaunlich einseitiges Endspiel beim prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt: Die laufstarke Simona Halep lässt der siebenmaligen Wimbledon-Siegerin Serena Williams nicht den Hauch einer Chance.

Als Serena Williams 2002 erstmals in Wimbledon triumphierte, war sie gerade mal zehn Jahre alt: Simona Halep. Zusammen mit ihrer Mutter schaute sie sich das Finale im Fernsehen an und ihre Mutter sagte damals zu ihr, es sei ihr Traum, ihre Tochter einmal im Finale von Wimbledon zu sehen. “Heute ist ihr Traum war geworden”, erzählt Halep nach dem 6:2 und 6:2-Erfolg bei dem Siegerinterview vor 15.000 Zuschauern auf dem Center Court.

Weniger als eine Stunde, gerade mal 55 Minuten, benötigte Halep bei ihrem Wimbledon-Finaldebüt, um nach den French Open im vergangenen Jahr den bisher zweiten Grand-Slam-Sieg ihrer Karriere zu gewinnen. Ihre Gegnerin Serena Williams kommt auf beeindruckende 23, sieben alleine holte sie beim Rasenturnier in London. Mit dem 24. Titel, mit dem sie mit der australischen Tennisspielerin Magaret Court gleichziehen würde, will es aber einfach nicht klappen. Ihren letzten Grand-Slam-Erfolg feierte die US-Amerikanerin 2017 bei den Australian Open, seit der Geburt ihrer Tochter knapp acht Monate später aber kämpft sie mit ihrer Fitness und Konzentration.

Die siebenmalige Wimbledon-Siegerin Serena Williams (l.) neben der Wimbledon-Endspiel-Debütantin Halep

Simona Halep: laufstarke Defensivspielerin

“Ich weiß, was für Serena auf dem Spiel steht. Aber ich trete nicht an, um ihren Rekord zu verhindern, denn ich respektiere sie sehr für alles, was sie erreicht hat. Ich trete an, um Wimbledon zu gewinnen und mich auf mein Spiel zu konzentrieren”, hatte Halep vor dem Endspiel gesagt. Natürlich kennt die 27-Jährige die aktuellen Schwächen ihrer zehn Jahre älteren Gegenspielerin – der ältesten Grand-Slam-Finalistin im Profitennis – und wusste das, anders als die Spielerinnen zuvor, bestens auszunutzen. Halep, die wohl laufstärkste Spielerin auf der Tour, brachte nicht nur fast jeden Ball zurück. Sie punktete häufig sogar nach eigentlich schon verloren geglaubten Bällen – das macht sie zu einer unglaublich starken Defensivspielerin.

Auf der Tribüne verfolgte Martina Navratilova das Match genau. Sie, die neunmalige Wimbledonsiegerin, die zuletzt 1990 hier triumphierte, ist die Königin des Centre Courts. Keine Frau, kein Mann, hat beim ältesten und prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt öfter gewonnen als die mittlerweile 62-jährige US-Bürgerin, die gerne und oft sowohl die Trumpsche Politik kritisiert als auch das Damentennis kommentiert.

Schnell, beweglich, konditionstark: Simona Halep

Serena Williams: “Sie hat wie von Sinnen gespielt”

“Es ist großartig, wie Simona sich bewegt. Ihre Beinarbeit ist einfach makellos. Sie ist so leichtfüßig. Es ist eine Freunde, ihr dabei zuzusehen, wie sich vor den Schlägen ausrichtet”, meint die Grand Dame des Tennis. Mit einem Meter und 68 Zentimetern ist Halep eine der kleinsten Spielerinnen auf der Tour und die kleinste Wimbledon-Siegerin: Nur Christ Evert, die auf dem “heiligen Rasen” dreimal gewann (1974, 1976, 1881), ist genau so groß wie die Rumänin.

Haleps Aufschläge sind deshalb nicht sonderlich hart. Williams jedoch, die im ersten Satz überhaupt nicht ins Spiel fand, konnte dies nicht ausnutzen, zu oft spielte sie Bälle ins Netz oder nicht platziert genug. Das war zu wenig, um eine spielerisch und mental immer stärker werdende Halep zu besiegen. “Sie hat heute wie von Sinnen gespielt”, zollte Williams nach dem Match als faire Verliererin Halep Respekt. “Glückwunsch, du hast es dir verdient.”