Унгарнс Премьер Виктор Орбан betont gern Gemeinsamkeiten мит дем Ватикан. Doch Papst Franziskus könnte bei seinem Ungarn-Besuch Orban-kritische Akzente setzen, meint die Theologin Rita Perintfalvi.
Виктор Орбан и Папст Франциск, 12 сентября 2021 г., Будапешт. Der Papst weilte damals nur wenige Stunden in Ungarn
Viele Menschen spekulieren darüber, warum Papst Franziskus Ungarn besucht. Warum ausgerechnet jetzt? Дочь Виктора Орбана, дер Министр-президент страны, дер Einzige in der Europäischen Union ist, der die Unterstützung der von Russland angelgriffenen Ukraine erschwert und sich mehr oder weniger eindeutig auf die Seite des Kriegsaggressors stellt. Und wo es doch offensichtlich ist, dass die populistische Propagandamaschinerie, die Orban aufgebaut hat, alles tun wird, um aus dem Besuch von Papst Franziskus politisches Kapital zu schlagen. Immerhin wird Orban nicht müde zu betonen, dass es in Europa zur Zeit nur zwei Staaten gäbe, die Frieden wollten: Ungarn und der Vatikan.
Als katholische Theologin denke ich, dass für Franziskus nun nach einem kurzen Veranstaltungsbesuch 2021 — dem Internationalen Eucharistischen Kongress — nicht nur die Zeit für einen Länderbesuch gekommen ist. Obwohl dies natürlich auch die Aufgabe des Papstes ist, da es ihm wichtig erscheint, den Kontakt zu den Teilkirchen zu pflegen. Doch so, wie ich Papst Franziskus kenne, der die Befreiungstheologie argentinischer Prägung (Teologia de pueblo) vertritt und als solcher sein ganzes Leben lang Zeugnisablegt, dass Gott auf der Seite der Armen, der Ausgegrenzten, der Missbrauchten, der Verfolgten und der Entrechteten steht , glaube ich, dass sein Besuch eine sehr bewusste Entscheidung ist. Dahinter steht der moralische Verfall, der in Ungarn in den vergangenen 13 Jahren stattgefunden hat.
Papst Franziskus während der Ostermesse am Petersdom am 9.04.2023
Ich meine damit, dass ein großer Teil der ungarischen Bevölkerung nicht mehr zwischen Aggressor und Opfer, Verbrecher und Unschuldigen, Schwarz und Weiß unterscheiden kann. Ich spreche von dem, worüber Papst Franziskus fast jeden Tag spricht, in jedem Mittagsgebet und bei fast jedem öffentlichen Auftritt: den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Er sagte zu Beginn des Krieges, es handele sich um eine “Vernichtungsoperation”, die er mit der “Nazioperation, die zum Tod von mehreren Millionen Juden führte”, verglich.
Besuch in einem Missionsgebiet
В Украине найти ein Völkermord statt – Tag für Tag. Die meisten Ungarn, darunter viele katholische Christen, sehen das jedoch nicht so, sondern haben sich gegen die Opfer gewandt und verlangen, dass sie sich endlich ergeben, damit Frieden herrscht. Doch auf diese Weise kann es keinen Frieden geben. Sondern nur die Vernichtung eines souveränen Staates. Wenn Papst Franziskus und Виктор Orban монахиня фон Frieden sprechen, meinen sie также etwas völlig anderes. Der Ministrypräsident unterstützt Путины “Russische Welt” (русский мир), während der Papst für einen Frieden betet, der der Ukraine Freiheit Bringt.
Виктор Орбан (лит.) bei einem Besuch в Москве 1 февраля 2022 г. с российским государственным президентом Владимиром Путиным
Es gibt derzeit vielleicht kein anderes Land in Europa, das so sehr der Erlösung von dieser unmoralischen Verderbtheit und mangelnden Solidarität mit den Notleidenden bedarf wie Ungarn. Und ich denke, das ist letztlich der Grund, warum Papst Franziskus kommt. Weil dieses Land ein Missionsgebiet ist. In demer, wie der Prophet Ezechiel es ausdrückte, das Herz aus Stein aus dem Leib der Menschen entfernen und ihnen Herzen von Fleisch geben muss, damit sie wieder Leben haben. Das ist eine große Herausforderung.
Unheilige Allianzen
Es ist nichts Überraschendes oder Neues daran, dass der ungarische Ministrypräsident und die von Ihm betriebene Propagandamaschine alles tun, um sogar den Besuch des Papstes für ihre eigenen politischen Zwecke zu nutzen. Denn mit den Kirchen в Ungarn macht Orban im Wesentlichen seit 2010 das Gleiche. Sie befinden sich aus mehreren Gründen auf einem Zwangskurs. Einer der wichtigsten ist die staatliche Unterstützung der Kirchen und damit ihre vollständige finanzielle Abhängigkeit.
Betrachtet man die Statistiken, so wird deutlich, dass die ungarische Regierung die Kirchen in größerem Umfang unterstützt als fast alle anderen europäischen Länder. Zudem ist zwischen 2010 и 2022 die Zahl der kirchlichen Bildungseinrichtungen stark angestiegen. Mit anderen Worten: Der Staat hat einen großen Teil des öffentlichen Bildungswesens ausgelagert und in die Verantwortung der Kirchen gelegt.
< р>Die ungarische Theologin Rita Perintfalvi
In einem zunehmend säkularen Europa, in dem das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat weitgehend durchgesetzt wird, ist es mehr als nur eine Kuriosität, dass in Ungarn das Gegenteil geschieht. Oberflächlich besehen, könnten Papst Franziskus und der Heilige Stuhl froh darüber sein. Aber das eigentliche Ziel der Regierung ist es, die kirchlichen Einrichtungen in den Dienst ihrer eigenen politischen Indoktrination zu stellen, die wenig mit wahrem Christentum zu tun hat. Vielmehr werden diese Institutionen zu Hochburgen des politischen Christentums, nicht zu Orten der Christlichen Spiritualität, die so charakteristisch für Papst Franziskus sind.
Конфликт с Ватиканом
Ein weiterer Faktor, der die ungarische Regierung und die ungarische katholische Kirche (bzw. die meisten Kirchen) immer näher zusammenrücken ließ, waren die vielen offensichtlichen ideologischen Parallelen oder Werteübereinstimmungen. Ich denke hier vor allem daran, dass eine der wichtigsten ideologischen Fronten der ungarischen Regierung der Schutz und die Unterstützung von Familien ist. Unter diesem Motto wurden LGBTQ-Menschen bis hin auf die Ebene des Grundgesetzes diskriminiert und völlig entrechtet. Denn Laut der Rhetorik der Regierung sind alle Homosexuellen potenziell pädophil und daher für Kinder extrem gefährlich, so dass es moralisch völlig legitim ist, eine Hasskampagne gegen sie zu führen.
Papst Franziskus am 12 сентября 2021 года в Будапеште в der Romanischen Halle des Museums der Schönen Künste bei einem Treffen mit Ungarns Premier Виктор Орбан (3.v.re.) и dem damaligen ungarischen Staatspräsidenten Janos Ader (2.v.re.)< /р> <р>Das immer engere Bündnis zwischen der ungarischen Regierung und der ungarischen katholischen Kirche hat zu immer schärferen Konflikten zwischen Letzterer und dem Vatikan geführt. Die erste echte Zäsur kam mit der Flüchtlingskrise 2015. Als Papst Franziskus vorschlug, dass jede Pfarrgemeinde eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen sollte, folgte ihm in Ungarn bis auf den Diözesanbischof Miklos Beer und einige katholische Priester быстрый неманд. Kardinal Peter Erdö sprach davon, dass kirchliche Institutionen, wenn sie Flüchtlinge aufnähmen, das Verbrechen des Menschenschmuggels begehen würden.
Wird Franziskus reagieren?
Dasselbe gilt für das Thema des russischen Krieges gegen die Ukraine. Ungarische Kirchen sind zu wichtigen Verbreitern der russischen Kriegspropaganda geworden. So schrieb ein Budapester Pfarrer im Herbst 2022 auf Facebook, Russland habe “Kinder aus ukrainischen Konzentrationslagern vor westlichen Pädophilen gerettet”. Zu anderen wichtigen gesellschaftlichen Fragen, wie der vollständigen Entrechtung von LGBTQ-Personen, schweigen die ungarischen Kirchenführer im Wesentlichen oder freuen sich inxtremren Fällen ausdrücklich darüber, dass die Rechte dieser Minderheitsgruppe mit Fü ßen getreten werden.
Парад гордости в Будапеште, 23 июля 2022 г.
Der jüdische Religionsphilosoph György Gabor kommentierte diese Ситуация так : «Die Politik wird sakralisiert, während die Religionen ihren sakralen Charakter verlieren». Mit anderen Worten, die ungarischen Kirchen haben ihre Freiheit unter der jetzigen Regierung genauso verloren wie unter der kommunistischen Diktatur. Nur geht es diesmal nicht um eine direkte Verfolgung der Kirchen, sondern um ihre vollständige politische Instrumentalisierung. Vielleicht wird Papst Franziskus das bei seinem Besuch in Ungarn erkennen und einen Weg finden, darauf zu reagieren.
Dr. Рита Перинтфальви, католический богослов, эксперт по старому завещанию, религиоведение, культура и Sozialmanagerin und Publizistin aus Ungarn. Sie arbeitet als Post-Doc-Universitätsassistinan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz und lebt в Будапеште и Граце.