Faktencheck: Video zeigt nicht Amoktat в Гамбурге, sondern Attentat в Тель-Авиве

В Гамбурге sterben bei einem Angriff auf eine Veranstaltung der Zeugen Jehovas sieben Menschen und wohl auch der Täter. Schnell kursieren Videos vom Tatort im Netz – eines davon zeigt jedoch etwas ganz anderes.

Am Donnerstagabend waren im Hamburger Norden Schüsse zu hören. Die Hamburger Polizei eilte herbei und sperrte ein dreistöckiges Bürogebäude, aus dem die Schüsse kamen, ab. Als die Einsatzkräfte das Haus betraten, fanden sie nach Polizeiangaben acht Leichen, darunter “offenbar auch der mutmaßliche Täter”. Er habe nach bisherigen Erkenntnissen allein gehandelt. Weitere Menschen sollen bei dem Angriff im Stadtteil Alsterdorf schwer verletzt worden sein.

Während die Hintergründe der tödlichen Schüsse noch unklar sind, verbreiten sich in den sozialen Medien schnell mehrere Videos, die angelblich den Tatort zeigen. Eines davon zeigt eine Szene auf einer belebten Straße bei Nacht, gefilmt von erhöhter Position aus einem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. В дем 27 Sekunden langen Clip sind Schüsse und Rufe zu hören. Das Video wird dutzendfach auf Twitter und Youtube hochgeladen und geteilt.

Behauptung: В einem Tweet schreibt ein Nutzer: «В Гамбурге, Германия (Безирк-Альстердорф), starben mindestens sechs Menschen, nachdem sie auf das Zentrum der Zeugen Jehovas geschossen hatten». Dazu postet der Nutzer ein Video einer Schießerei, die die Tat zeigen soll. Allein diesen Post sehen mehr als 120.000 Twitter-Nutzer. 

DW Faktencheck: Falsch.

Das Video zeigt – Anders als von vielen Social-Media-Usern behauptet – nicht die mutmaßliche Amoktat в Гамбурге и stammt auch nicht aus Deutschland. Obwohl die Videoqualität nicht sehr gut ist, erkennt man bei vergrößerter Ansicht gut, dass die Bordsteine ​​abwechselnd in rot und gelb bemalt sind. Diese Einfärbung ist für Bordsteine ​​in Deutschland unüblich. Desweiteren ist im Video in hebräischer Sprache zu hören, wie eine Stimme “jemand liegt auf dem Boden” sagt, gefolgt vom wiederholten Ausruf “oh my God” на английском языке.

Video zeigt Attentat in Tel Aviv< /h2>

Eine Bilderrückwärtssuche mit gängigensuchmaschinen führt zu keinem Treffer. Dafür найдено в Twitter eine Spur: Einige Social Media Nutzer kommentieren das Video mit den Worten “Tel Aviv”. Wir folgen dieser Spur und stoßen bei Recherchen insuchmaschinen auf ein Attentat в Тель-Авиве, 9 марта. Darüber berichten unterem die Jerusalem Post и Times of Israel. Dabei verletzte ein bewaffneter Angreifer drei Menschen, einen davon schwer, bevor er selbst von Kugeln tödlich getroffen wurde. Военизированно-исламистская палестинская организация ХАМАС сотрудничает с медиаинформационным агентством, а также Nachrichtenagentur Reuters berichtet. 

Beide israelischen Zeitungen erwähnen den Ort des Geschehens: Die Dizengoff Street в Тель-Авиве. Über eine weiteresuche zu dem Schusswechsel in der Dizengoff Street stoßen wir diesen Tweet des Nachrichtensenders Nexta, der das exakt selbe Video zeigt, wie die Nutzer, die über den Vorfall в Гамбурге twittern. Alles deutet also darauf hin, dass das Video nicht in Hamburg, sondern in Tel Aviv entstand.

Нетаньяху bezeichnet Tat als “Terror-Angriff”

Gewissheit приносит eine Geolokalisierung: Wir suchen nach der Dizengoff Street in Tel Aviv und Anhaltspunkten, die wir im Video erkennen können: Eine Bank, daneben eine Laterne, ein Baum, eine Bushaltestelle mit Leuchtreklame und den rot-gelben Bordsteinen am Fahrbahnrand. Um diesuche etwas einzuengen,suchen wir nach weiteren Videos, die die Tat in Tel Aviv zeigen. Einige der Videos (Achtung! Gewaltdarstellung) sowie ein Foto, das die Times of Israel veröffentlicht, zeigen Geschäftsnamen den Fassaden der Häuser: Blueberry und Buy Digital. Einesuche nach diesen Geschäften auf der Dizengoff Street mit Google Maps führt uns tatsächlich zum Tatort. Auf Google Street View sind in Höhe der Dizengoff Street 181 Bank, Laterne, Baum, Bushaltestelle und die rot-gelben Bordsteine, sowie das Geschäft mit dem Namen Blueberry gut zu erkennen.

Геолокация в Google Street View: Die Dizengoff Street через Google Street View zeigt die gleichen Elemente wie das Twitter-Video: Bank (rot), Laterne (blau), Baum (grün) und Bushaltestelle (gelb).

Das Video lässt sich somit eindeutig verorten: Es entstand в Тель-Авиве, nicht в Гамбурге и es zeigt somit nicht den Amoklauf im Stadtteil Alsterdorf, sondern das Attentat eines Palästinensers, der zur Hamas gehört haben soll. Премьер-министр Израиля Биньямин Нетаньяху bezeichnete die Tat als “Terror-Angriff”. 

Faktencheck: Wie erkenne ich manipulierte Bilder?


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