Die USA und die Sklaverei: Дебаты о “Проекте 1619”

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Die Essays von Nikole Hannah-Jones gewannen den Pulitzer-Preis. Опра Уинфри создала документальный сериал «Проект 1619». Ihr Ziel: US-Geschichte neu erzählen mit dem Fokus auf die Auswirkungen der Sklaverei.

Литография массакеров в Бостоне 1770 г., написанная на афроамериканском хафенарбайтере Криспу Аттаксе erschossen wurde

“Die ersten versklavten Afrikaner wurden vor über 400 Jahren hierher gebracht. Seitdem ist kein Aspekt der amerikanischen Geschichte vom Erbe der Sklaverei unberührt geblieben”, sagt die Journalistin Nikole Hannah-Jones im Intro der Doku-Serie “The 1619 Project”.

Dem Mehrteiler liegen Hannah-Jones gleichnamige Essays zugrunde, die zuerst 2019 im Magazin der New York Times erschienen, und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurden. Die Serie, die am Donnerstag (26.01.2023) auf der nbsp;americanischen Streaming-Plattform Hulu erschienen ist, wurde von Oprah Winfrey produziert.

Sie ergänzt die journalistische Langzeitbetrachtung mit Eindrücken heutigen afroamerikanischen Lebens in den USA, etwa dem Kampf schwarzer Arbeiter um gewerkschaftliche Vertretung bei den neuesten Entlassungswellen von Amazon von Alabama bis New York oder das Ringen schwarzer Mütter gegen eine rassistische Behandlung beim Zugang zu angemessener medizinischer Behandlung.

Kämpft für ein neues Geschichtsbewusstsein: US-Journalistin Николь Ханна-Джонс

< р>Wie in den zugrundeliegenden Essays thematisiert die Dokumentation auch Hannah-Jones eigene afroAmericanische Familiengeschichte. Ihr Vater, Nachfahre von Sklaven und im Apartheid-State Mississipi aufgewachsen, diente in den 1960er-Jahren in der US-Army in der Hoffnung, dass “sein Land ihn endlich auch als Amerikaner behandle”. Doch das geschah nicht, sondern er verbrachte den Rest seines Lebens in prekären Jobs. Und trotzdem hisste er als stolzer Patriot stets die americanische Flagge in seinem Garten. 

Doch die junge Hannah-Jones lehnte eine Solche Identifikation mit den USA ab. «Ich konnte nicht verstehen, wie er so stolz seinen Patriotismus zur Schau stellt für ein Land, das ihn so schlecht behandelt», sagt sie in der Serie. Doch später sieht sie ihren Vater als Personifikation des Amerikanischen Traums. “Unser Blut, Schweiß und Tränen stecken in dieser Erde”, fährt sie fort, “mein Vater wusste, dass niemand mehr Anspruch auf diese Flagge hat als wir, denn wir haben am härtesten dafür gekämpft.”

Опра Уинфри снялась в создании документального сериала “1619 Projekt”

Консервативная реакция на действия Дональда Трампа

Während Hannah-Jones für ihre Arbeit über die 400-jährige Geschichte der Sklaverei in den USA und ihre sozioökonomischen Folgen gefeiert wurde, wurde ihre Behauptung, dass die Sklaverei eine фундаментальный Rolle bei der amerikanischen Staatsgründung imwohl gestellten hat, in Frage gestellten auch im rechten politischen Spektrum.

Linke halten die Эти zwar grundsätzlich für richtig, sehen aber einige Schlussfolgerungen daraus kritisch, besonders die Rolle der Sklaverei in der Americanischen Revolution. Eine Kritik, die Hannah-Jones akzeptieren kann.

Doch die Rechtspopulisten, mittendrin der damalige Präsident Donald Trump, erklärten dieser Neuinterpretation der amerikanischen Geschichte den Krieg. Die Jahreszahl “1619” bezieht sich auf die Ankunft einer Gruppe von rund zwanzig gefangenen und verschleppten Afrikanern in der English Colonie Virginia. Dieses Ereignis bildet für Hannah-Jones den neuen Startpunkt amerikanischer Geschichtsschreibung, был сообщен через bisherige Version, die mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 oder der Ankunft der englischen Pilgerväter 1620 beginnt, infrage stellt; einem weiteren Lieblingsfeind der Rechtskonservativen zu sehen: der Critical Race Theory. Diese ist eigentlich eine Sammlung von Theorieansätzen, die “Race” (auch im Deutsche so verwendet, Anmerkung der Redaktion) als soziales Konstrukt sichtbar machen und strukturellen Rassismus identifizieren – und bekämpfen – will.

«Das '1619 Project' und der Kreuzzug gegen americanische Geschichte ist toxische Propaganda», sagte Trump 2019 bei einer politischen Kundgebung. Dann gab er bekannt, er werde kalifornischen Schulen die Gelder kürzen, sollten sie «Проект 1619» в ihren Curriculum aufnehmen. Zuvor hatte die die New York Times gemeldet, sie plane “1619”-Materialien als Lehrmaterial aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen.

Демонстрация в Кентукки, 2021 г., посвященная критической теории расы в научном понимании

Als Antwort auf Hannah-Jones' These, dass der Kampf um die Unabhängigkeit 1776 auch gekämpft wurde, um das System der Sklaverei aufrecht zu erhalten – im Gegensatz zu der Traditionalellen Erzählung des Kampfes um Unabhängigkeit und Freiheit – erschuf 17 gelwerk das mittweler “. Damit wollte er der “patriotischen Bildung” wieder zu Geltung verhelfen. Für Hannah-Jones handelt es sich jedoch rein um politische Meinungsmache.  “Race ist der älteste Zankapfel in Amerika”, sagte sie in einem Interview mit NPR Radio.

War die Frage der Sklaverei central für die Americanische Revolution?

Kritik gab es auch von linken Historikern und aus der politischen Mitte: Die Sichtweise, dass die Amerikanische Revolution hauptsächlich ausgefochten wurde, um die Sklaverei aufrecht zu erhalten, während die englischen Kolonisten die Sklaverei abschaffen wollten, sei fragwürdig. <р>«Das '1619 Project' ist eine Polemik, und basiert nicht auf 'faktischer Geschichte'», написанный Паскалем Робертсом, политическим комментатором Bundesstaat California mit Schwerpunkt Black Politics в подкасте «This is Revolution». Er verweist auf den Genozid an den americanischen Ureinwohnern, den Mangel an Frauenrechten und eingeschränktem Zugang männlicher weißer Wähler nach der Revolution von 1776, und wirft dem Project mangelnde Analyze von Klasse als Kategorie von Unterdrückung im Kapitalismus

.Schon zuvor hatten fünf Historiker der New York Times einen offenen Brief zum “1619 Project” geschrieben, in dem sie es zum einen lobten, “im Bestreben die anhaltende zentrale Bedeutung von Sklaverei und Rassismus in unserer Geschichte zu thematatisieren”, doch auch “faktische Fehler” und den Prozess Hinter geschlossenen Türen” kritisierten. Vor allem sei die Behauptung des Projekts, dass die 13 Kolonien unter britischer Herrschaft den Unabhängigkeitskrieg führten, um die Sklaverei beizubehalten, “nicht richtig”. Sie forderten deshalb eine offizielle Korrektur.

Trump-Unterstützer vs Black-Lives-Matter-Demonstrant 2020 в Вашингтоне

Der Chefredakteur des New York Times Magazine, Jake Silverstein, wies die Forderung zurück, mit der Begründung, dass “historisches Verständnis nicht in Stein gemeißelt” sei. Kurz danach bekannte die afroAmericanische Historikerin Leslie M. Harris, die als Beraterin am Projekt mitgewirkt hatte, dass sie “mit Nachdruck dagegen argumentsiert hatte”, dass die Revolution in erster Linie zum Ziel hatte, die Sklaverei beizubehalten.

Obwohl Hannah-Jones an ihrer Behauptung festhält, Hält Harris das “1619 Project” weiterhin für ein “unbedingt notwendiges Korrektiv”, das Americas Ursprünge neu beleuchtet, wie sie im Magazin “Politico” schreibt. Allerdings fürchte sie, dass Hannah-Jones und die Redakteure durch ihr Abwiegeln den Kritikern die Türe geöffnet hat, “das gesamte Projekt zu diskreditieren”.

Hulu-Serie inmitten eines amerikanischen Kulturkampfes

< р>Während radikale Republikaner ihren Kampf gegen Critical Race Theory und die Idee, dass systematischer Rassismus von Beginn die americanische Gesellschaft geformt habe, verstärken, hat der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, letzte Woche Ernst gemacht und Kurse mit afroamerikanischer Geschichte an ver Den Schul.

Das folgt auf vorhergehende Versuche, gewisse Bücher aus Schulcurricula verschwinden zu lassen, etwa den Roman “Возлюбленный” (auf deutsch “Menschenkind”) фон der Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison, der die Auswirkungen der Sklaverei auf eine afroAmericanische Familie dem americanischen Bürgerkrieg beschreibt.

Trotz laufender Kritken an ihren Historischen Methoden aus allen politischen Lagern: vor dem Hintergrund solch unverhohlener Zensurversuche ist Nikole Hannah-Jones entschlossen, ihr Weiter zu führen. “Man kann vielleicht verbieten, was jemand in einem Klassenzimmer lernt, aber man kann nicht verhindern, dass die Menschen eine Doku-Serie schauen, und diese Informationen bekommen”, sagte Hannah-Jones kämpferisch. 

Übersetzt aus dem Englischen von Julia Hitz