Samsung Galaxy XCover6 Pro im Test: Das letzte Einhorn

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Samsung hat mit dem Galaxy XCover6 Pro ein sehr spezielles Smartphone geschaffen, das Features wie Wechselakku, Speichererweiterung, 3,5-mm-Klinke und Status-LED mit Merkmalen wie 120-Hz-Display und schnellem Prozessor vereint. Dabei herausgekommen ist ein rund 530 Euro teures Outdoor-Smartphone für die Nische.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Das letzte Einhorn
    1. Outdoor-Smartphone startet bei 530 Euro
    2. Technische Daten des Galaxy XCover6 Pro
    3. Outdoor-Smartphone fast ohne Rugged-Design
    4. Mehr Tasten als normale Smartphones
    5. Pogo-Pins für Ladedocks
    6. Akku lässt sich schnell wechseln
    7. Günstige Speichererweiterung per microSD-Karte
  2. 2 Display, Leistung, Software und Akkulaufzeiten
    1. PLS- statt AMOLED-Bildschirm
    2. Helligkeit enttäuscht für ein Outdoor-Smartphone
    3. Keine Einstellungen für den Bildschirm
    4. Snapdragon 778G liefert solide Leistung
    5. 128 GB UFS 2.1 sind schneller als die Konkurrenz
    6. Kartenleser schreibt eher langsam
    7. Android mit fünf Jahren Updates
    8. Werbung auch für Enterprise-Kunden
    9. Durchschnittliche Akkulaufzeiten
    10. 18 Stunden Nutzung mit 5 Stunden Screen-on-Zeit
  3. 3 Kamera und Fazit
    1. Fotos fallen zufriedenstellend aus
    2. Videomodus ohne Stabilisierung
    3. Fazit

Outdoor-Smartphone startet bei 530 Euro

Ohne Wechselakku, Speichererweiterung oder Klinkenanschluss kommt ein neues Smartphone grundsätzlich nicht infrage? In diesem Fall liefert Samsung mit dem Galaxy XCover6 Pro das passende Telefon, das all diese Features und sogar noch Merkmale wie eine Status-LED für Benachrichtigungen bietet.

Wo der Haken ist? Um diese Features zu erhalten, muss man zum neuesten Outdoor-Smartphone von Samsung greifen, das mit 609 Euro nicht besonders günstig ausfällt, aber deutlich besser als bisherige Modelle dieser Geräteklasse ausgestattet ist. In „normalen“ Geräten mittlerweile übliche Features wie ein 120-Hz-Display, zwei Kameras oder ein schneller Prozessor aus aktueller Fertigung gibt es auch für das Galaxy XCover6 Pro. Im Onlinehandel ist das Smartphone zudem schon kurz nach dem Marktstart auf rund 530 Euro gefallen.

Technische Daten des Galaxy XCover6 Pro

Samsung Galaxy XCover6 Pro

Software:
(bei Erscheinen)
Android 12.0

Display:
6,60 Zoll, 1.080 × 2.408
400 ppi, 120 Hz
PLS, Gorilla Glass Victus+

Bedienung:
Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner

SoC:
Qualcomm Snapdragon 778G
1 × Kryo 670 Prime, 2,40 GHz
3 × Kryo 670 Gold, 2,20 GHz
4 × Kryo 670 Silver, 1,80 GHz
6 nm, 64-Bit

GPU:
Adreno 642L

RAM:
6.144 MB
LPDDR5

Speicher:
128 GB (erweiterbar)

1. Kamera:
50,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF

2. Kamera:
8,0 MP, f/2,2

3. Kamera:
Nein

4. Kamera:
Nein

5. Kamera:
Nein

1. Frontkamera:
13,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,2

2. Frontkamera:
Nein

GSM:
GPRS + EDGE

UMTS:
HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s

LTE:
Advanced Pro

5G:
NSA/SA

WLAN:
802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct

Bluetooth:
5.2

Ortung:
A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS

Weitere Standards:
USB 3.1 Typ C, NFC, 3,5-mm-Klinke

SIM-Karte:
Nano-SIM, Dual-SIM

Akku:
4.050 mAh (15,59 Wh), 15,0 W
austauschbar

Größe (B×H×T):
79,9 × 168,8 × 9,90 mm

Schutzart:
IP68 + MIL-STD-810H

Gewicht:
235 g

Preis:
ab 530 €

Outdoor-Smartphone fast ohne Rugged-Design

Das Galaxy XCover6 Pro ist zwar ein Rugged-Smartphone, das nach IP68 und MIL-STD-810H vor Staub, Wasser und Erschütterungen geschützt ist, so martialisch wie manch anderes Modell dieser Produktkategorie kommt es allerdings nicht daher. Dem Galaxy XCover6 Pro ist zwar anzusehen, dass es kein normales Smartphone ist, etwa durch das robuste Kunststoffgehäuse mit griffiger Riffelung im Rahmen und auf der Rückseite, die Maßnahmen halten sich aber in Grenzen und führen nicht zu einem übermäßig klobigen Produkt. Das Gerät wirkt eher wie ein Smartphone mit dicker Schutzhülle.

Mehr Tasten als normale Smartphones

Äußerlich betrachtet fällt zunächst einmal auf, dass das Galaxy XCover6 Pro mehr Tasten und Anschlüsse als andere Smartphones bietet. Am Kopfende sitzt zum Beispiel die in den Android-Einstellungen einfach nur „Obere Taste“ genannte Taste, die sich praktischerweise mit gleich zwei Funktionen für Drücken oder Drücken und Halten verknüpfen lässt. Beide Aktionen können mit jeweils einer App verknüpft werden, zum Beispiel der Taschenlampe, der Kamera oder der Google Wallet.

Direkt neben dieser Taste sitzt die Status-LED des Smartphones, die bei noch nicht abgerufenen Benachrichtigungen oder Warnungen für den Akku blinkt. Die LED ist insofern sinnvoll, als dass es keinen Always-on-Bildschirm gibt, der eine Vorschau auf Mitteilungen ermöglichen würde. Am Kopfende finden Nutzer darüber hinaus den 3,5–mm-Klinkenanschluss, um kabelgebundene Kopfhörer und Headsets anzuschließen, wenn nicht auf Bluetooth 5.2 für die Verbindung vertraut werden soll.

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Kopfende mit zusätzlicher Taste, Status-LED und 3,5-mm-Klinke
Mono-Lautsprecher, Pogo-Pins und USB-C
Power-Taste mit Fingerabrucksensor und Lautstärketasten
Die große XCover-Taste auf der linken Seite

Auf der linken Seite sitzt im Rahmen die geradezu riesige „XCover-Taste“, bei der Anwender abermals zwei Aktionen in Android hinterlegen können, die durch einmaliges Drücken oder Drücken und Halten ausgelöst werden. Neben der oberen Taste kann zudem auch diese Taste als Auslöser innerhalb der Kamera-App genutzt werden.

Apropos Kamera: Diese lässt sich wie bei anderen Samsung-Smartphones über doppeltes Drücken des Power-Buttons starten, alternativ kann auch hier der Schnellstart einer App hinterlegt werden. Drücken und Halten des Power-Buttons aktiviert standardmäßig den Samsung-Assistenten Bixby, alternativ lässt sich dort das Ausschalten-Menü ablegen.

In Summe kommt das Gerät somit auf drei Tasten, die sich jeweils doppelt belegen lassen. Gerade im geschäftlichen Umfeld kann dieser umfangreiche Schnellzugriff auf mehrere Funktionen des Smartphones, ohne es entsperren zu müssen, durchaus praktisch und vor allem schneller sein. Insbesondere die große XCover-Taste lässt sich gut mit Handschuhen bedienen, wie ein Selbstversuch mit einem dünneren Paar zeigte. Schade nur, dass aufgrund der XCover-Taste dort nicht mehr die zwei Lautstärketasten links platziert werden konnten. Sie befinden sich sehr weit oben rechts im Gehäuse und sind selbst mit großen Händen nur schwer zu erreichen.

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Ein Dichtgummi schützt die Technik vor Staub und Wasser
Der Akku lässt sicher innerhalb weniger Sekunden tauschen
Steckplätze für zwei SIM- und eine microSD-Karte
Leicht austauschbarer Akku, Dual-SIM und microSD-Erweiterung

Pogo-Pins für Ladedocks

Die besonderen externen Merkmale hören an dieser Stelle aber noch nicht auf. Die USB-C-Buchse flankieren zwei Pogo-Pins, über die sich das Telefon in einer Dockingstation laden lässt. Samsung selbst bietet dieses Zubehör zwar nicht an, von Drittanbietern sollen aber entsprechende Produkte auf den Markt kommen, die auch mehrere Smartphones nebeneinander aufnehmen können. Außendienstmitarbeiter könnten sich dann zum Beispiel morgens ein Gerät schnappen und es abends wieder auf der Ladestation abgeben.

Akku lässt sich schnell wechseln

Die nächste „Überraschung“ hält das Galaxy XCover6 Pro auf der Rückseite bereit, die sich nämlich kurzerhand abnehmen lässt, um Zugriff auf den Akku sowie auf zwei Nano-SIM- und ein microSD-Steckfach zu erhalten. Der Akku des Smartphones läuft unter der Teilenummer EB-BG736BBE, liefert 4.050 mAh (15,59 Wh) und kostet als Neuanschaffung rund 35 Euro. Noch schneller als das Laden mit (nur) 15 Watt ist nämlich ein Akkuwechsel, der sich beim Galaxy XCover6 Pro innerhalb weniger Sekunden durchführen lässt und nur einen Neustart verlangt.

Günstige Speichererweiterung per microSD-Karte

Um die Rückseite abzuziehen, muss sie oben rechts mit dem Fingernagel gegriffen werden und löst sich daraufhin mit mittlerer Zugkraft. Dass das Smartphone geöffnet seine IP68-Zertifizierung verliert, zeigt eine innen angebrachte Dichtung, die Akku sowie SIM- und microSD-Fach schützt. Das Galaxy XCover6 Pro bietet ein microSD-Fach und zwei Nano-SIM-Fächer, Nutzer müssen sich anders als bei Hybrid-Slots demnach nicht für eine der beiden Erweiterungen entscheiden, sondern können alle drei nutzen. Um die Nano-SIM-Karten einzusetzen, muss der Akku entnommen werden. Für eine microSD-Karte ist dieser Schritt nicht notwendig, sodass sie im laufenden Betrieb eingesteckt werden kann und sofort von Android erkannt wird. Apps wie die Kamera schlagen daraufhin beim ersten Start das Speichern von Fotos und Videos auf dem externen Speichermedium vor. GIF-Dateien und Serienaufnahmen werden stets auf dem internen Speicher abgelegt.

Auswahl des Speichers bei einer microSD-Karte

Den Großteil seiner Vorzüge offenbart das Galaxy XCover6 Pro somit bereits beim Chassis. Welches andere Smartphone ist heute schon noch mit Wechselakku, 3,5-mm-Klinke, Status-LED und microSD-Erweiterung ausgestattet? Samsung will aber mehr als das erreichen, wie der Blick auf Display und Prozessor auf der nächsten Seite zeigt.