GeForce Now: Nvidia nutzt AI jetzt auch zur Video-Stream-Skalierung

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Mit einem Update der GeForce-Now-App auf Version 2.0.37 stellt Nvidia Nutzern des Game-Streaming-Dienstes erweiterte Optionen für den Fall, dass die Netzwerkanbindung einen Flaschenhals darstellt, zur Verfügung. Wer eine schnelle GPU besitzt, kann den Stream sogar mit AI auf die Display-Auflösung hoch skalieren.

Neue Optionen für das Video-Stream-Upscaling

Nutzer von GeForce Now (Test) erhalten das in der auf dem Cloud-System eingestellten Spielauflösung gerenderte Bild in der Regel als Video-Stream in der Auflösung des Ausgabe-Displays. Lässt die Internetverbindung das nicht zu, wird die Streaming-Auflösung reduziert, zur Darstellung in nativer Auflösung muss das Bild dann skaliert werden.

Bis dato geschah das über die proportionale Vervielfältigung der Pixel mit anschließender bilinearer Filterung, was kaum Rechenleistung benötigt, so Nvidia. Das liegt nahe, richtet sich GeForce Now doch explizit auch an Nutzer, die aktuelle Spiele spielen wollen, ohne selbst die dafür notwendige Hardware zu besitzen.

Mit dem Update bleibt dieser Ansatz als Standard gesetzt, alternativ stehen über die Einstellung in der App jetzt aber auch die Optionen „Verbessert“ und „AI-Verbessert“ zur Verfügung. „Verbessert“ nutzt ein Lanczos-Verfahren und soll auf diesem Weg eine bessere Upscaling-Qualität erzielen, kostet allerdings mehr Systemressourcen und kann die Latenz erhöhen. Besondere Systemvoraussetzungen gibt es keine.

AI-Upscaling für Tegra X1+ und schnelle Desktop-GPUs

„AI-Verbessert“ nutzt für das Upscaling ein neurales Netzwerk, skaliert wie DLSS also nicht ohne Bezug zum Inhalt, sondern unter Berücksichtigung des zu skalierenden Materials – das Wissen wurde dem Netzwerk zuvor angelernt. Grob gesagt wird über die AI versucht herzuleiten, wie das unkomprimierte Originalbild ausgesehen haben muss, um unter Berücksichtigung des Kompressionsalgorithmus das niedriger aufgelöste zu ergeben. Nvidia nennt den Prozess „AI-Upscaling“. Im Gegensatz zu DLSS 2.0 erfolgt das Upscaling Frame für Frame und nicht unter Berücksichtigung einer Zeitkomponente.

Nutzer, die GeForce Now auf PC und Notebook verwenden, weil ihr Rechner älter oder nur sehr schwach ausgerüstet ist, sind bei „AI-Verbessert“ jedoch außen vor. Etwas überraschend nennt Nvidia sehr starke GPUs als Voraussetzung, konkret werden alle GeForce RTX 3000, GeForce RTX 2000, GeForce GTX 16xx, GTX 1080 und GTX 1080 Ti sowie die Titan-Serie genannt. Auch Nvidia Shield TV und Shield TV Pro mit SoC Tegra X1+, die im Jahr 2019 vorgestellt wurden, werden unterstützt. Die beiden Streaming-Konsolen beherrschen AI-Upscaling bereits seit Anfang 2020 um niedriger aufgelöstes Quellmaterial bestmöglich in nativer TV-Auflösung wiedergeben zu können.

AI-enhanced mode requires an NVIDIA GPU with enough performance to run game content through the trained neural network in real-time. Refer to the list of system requirements above.

Auf nicht unterstützten Endgeräten wird „AI-Verbessert“ nicht angeboten. In der Redaktion war das bei einem ersten Test auch auf einem Notebook mit GeForce RTX 3080 Laptop GPU der Fall. Offensichtlich hakt es zur Einführung der neuen Einstellung noch etwas.

Auf dem Notebook mit RTX 3080 wird AI-Verbessert nicht angeboten