TrendForce: SSD-Preise sollen bis April fast zweistellig sinken

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Die Marktforscher von TrendForce gehen davon aus, dass die Preise für NAND-Flash-Produkte im ersten Quartal 2022 um durchschnittlich 8 bis 13 Prozent sinken werden. Zuvor waren sie sogar von 10 bis 15 Prozent ausgegangen, doch sollen vermehrte Bestellungen von PCIe-3.0-SSDs und der Lockdown in Xi'an den Ausblick geändert haben.

Client-SSDs 3 bis 8 Prozent günstiger

Die Preise für NAND-Flash-Produkte wie SSDs werden im ersten Kalenderviertel des Jahres 2022 sinken, darin sind sich die Marktforscher von TrendForce in ihrer aktualisieren Prognose sicher. Bei Client-SSDs sollen die Preise um 3 bis 8 Prozent fallen. In gleichem Maße sollen sich auch die eMMC- und UFS-Lösungen vergünstigen; die Pendants für Smartphones sollen 5 bis 10 Prozent günstiger werden.

Preisprognosen für NAND-Flash-Produkte Q1 2022 (Bild: TrendForce)

Dass der Abwärtstrend nun doch etwas geringer ausfällt, als zuvor geschätzt, begründet TrendForce zum einen damit, dass der pandemiebedingte Lockdown im chinesischen Xi'an Einfluss auf die Preisverhandlungen zwischen NAND-Herstellern und Abnehmern genommen hat. In Xi'an unterhalten etwa Micron und Samsung Produktionsstätten für NAND-Flash. Kurz vor Weihnachten war für die Millionenstadt ein Lockdown zur Eindämmung der Covid-19-Infektionen verhängt worden, der sich auf die Produktion negativ hätte auswirken können.

Seit heute ist der Lockdown aber beendet; zu größeren Produktionsausfällen ist es zudem nicht gekommen. Somit sind auch keine wesentlichen Engpässe oder Preissteigerungen zu erwarten. Laut TrendForce haben sich die Unternehmen ohnehin gut mit NAND-Flash eingedeckt und verfügen über hohe Lagerbestände. Kaum Einschränkungen des Angebots bei zugleich geringer Nachfrage drücken auf die Preise.

OEMs ordern vermehrt PCIe-3.0-SSDs

Laut den Marktforschern sollen gewisse PC-OEMs jüngst vermehrt PCIe-3.0-SSDs ordern, da weniger der neuen Intel-Alder-Lake-CPUs mit PCIe 4.0 als erwartet geliefert würden. Zwar würden die vorhandenen PCIe-4.0-SSDs dank Abwärtskompatibilität auch in Notebooks mit PCIe-3.0-Schnittstelle funktionieren, die Preise liegen allerdings höher, sodass jetzt günstigere PCIe-3.0-SSDs den Vorrang haben und die teureren PCIe-4.0-Modelle für Alder-Lake-Notebooks reserviert werden.

lower-than-expected shipment of Intel’s latest Alder Lake CPUs, which support PCIe 4.0 interface, has led certain PC OEMs to ramp up their orders for PCIe 3.0 SSDs in order to meet their PC shipment targets for 1Q22.

TrendForce

Schleppende Nachfrage bei Smartphones

Auch beim NAND-Flash für Smartphones seien die Lagerbestände der Hersteller groß. Bei zugleich „relativ schleppender Nachfrage“ für die Mobilgeräte sehen die großen Marken keinen Bedarf für größere Nachbestellungen. Dies sorgt in diesem Segment für ebenfalls sinkende Preise für die entsprechenden Speicherprodukte.

Ein Blick in den Online-Handel

Die SSD-Preise bewegen sich schon jetzt auf niedrigem Niveau und die Angebote, bei denen weniger als 10 Cent pro Gigabyte Speichervolumen gezahlt werden müssen, sind alles andere als selten. Vereinzelt sind SATA-SSDs schon für 7 Cent pro Gigabyte zu haben. Ein aktuelles Beispiel ist die SanDisk Ultra 3D mit 2 TB, die nur knapp 140 Euro* kostet, wobei es sich aber um ein Sonderangebot des Händlers handelt.

Wer aktuell auf der Suche nach einer SSD ist, findet in der SSD-Kaufberatung der Redaktion sowie den Kaufempfehlungen der Community hilfreiche Infos.

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