Litra Glow: Auch Logitech bringt Streamern die Erleuchtung

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Zahlreiche Webcams bietet Logitech bereits an, nun kommt eine passende Lichtquelle hinzu. Litra Glow wird per USB-Anschluss gespeist und kann neben der Kamera auf dem oberen Bildschirmrand platziert werden, um die Bildqualität für Streamer oder im produktiven Einsatz bei Videoanrufen und Meetings zu verbessern.

Eine gute Beleuchtung ist oftmals wichtiger als die Kamera

Im Jahr 2021 filmten sich mutmaßlich so viele Menschen am eigenen Schreibtisch wie nie zuvor – und 2022 werden es voraussichtlich noch mehr. Ein dabei häufig auftretendes Problem ist eine unbefriedigende Bildqualität, die nicht allein der Webcam, sondern oftmals gar in erster Linie einer unzureichenden Ausleuchtung zuzuschreiben ist, wie ComputerBase erst jüngst in einem Vergleichstest dreier Webcams mit professioneller DLSM-Kamera und Smartphone demonstrieren konnte: Je mehr Licht den Weg auf einen Bildsensor findet, desto niedriger kann dessen Lichtempfindlichkeit (ISO) eingestellt sein und desto höher fällt die Bildqualität aus, wie es eine kurze Testaufnahme bereits in der Praxis bestätigt.

Einfach die im Raum bereits verfügbare Deckenleuchte einzuschalten, schafft derweil zumeist keine Abhilfe: Einerseits wird die Bildqualität dann häufig negativ durch Gegenlicht und Spiegelungen im Objektiv beeinträchtigt, andererseits entstehen potentiell unschöne Schatten im Gesicht. Eine Lösung findet sich hingegen in einer auf das Gesicht gerichteten Leuchtquelle hinter dem Objektiv der Kamera – und so wundert es nicht, dass zuletzt immer mehr entsprechende Produkte auf den Markt kommen. Logitech stellt mit Litra Glow nun auch ein solches vor, das nicht wie ein Ring um eine Kamera, sondern als quadratische Fläche neben der Kamera positioniert wird.

Weiches Licht in variabler Temperatur und Helligkeit

Es handelt sich um ein LED-Modul mit Diffusor, sodass das abgestrahlte Licht möglichst weich ausfällt. Für eine möglichst neutrale Beleuchtung sorgt auch ein Farbwiedergabeindex von 93/100, wodurch laut Logitech verschiedenste Hauttöne realistisch und ohne Verstimmungen aufgehellt werden können. Ein weiterer Vorteil sei zudem das Vorbeugen von müden Augen, wobei der Hersteller auf eine UL-Zertifizierung hinweist: Menschliche Augen werden von Litra Glow auch nach zwölfstündiger Dauerbeleuchtung nicht gereizt, heißt es.

Testaufnahme mit Elgatos Facecam

Um die Beleuchtung an die gewünschte Stimmung oder aber bestehende Lichtquellen sowie Farben anzupassen, lässt sich die Farbtemperatur der LEDs im Bereich von 2700 bis 6500 Kelvin anpassen. Auch die Helligkeit ist variabel; maximal sind rund 250 Lumen möglich. Das entspricht ungefähr der Helligkeit einer LED-Lampe mit einer Leistungsaufnahme von 4 Watt oder aber einer 30-Watt-Glühbirne. Kurzum: Litra Glow wird auf Wunsch so hell, dass ein direkter Blick auf das Leuchtmodul in dunkler Umgebung trotz des Diffusors unangenehm sein kann.

Plug-and-Play auf dem Bildschirmrand

Da die Webcam-Leuchte aber nicht nur oberhalb des Bildschirms, sondern aufgrund der Höhe sowie der ausfahrbaren Halterung auch oberhalb der Kamera platziert wird, stellt das in der Praxis in der Regel kein Problem dar. Die Bildschirmhalterung bietet indes nicht nur besagte Höhenverstellbarkeit, sondern auch eine Neigung sowie 360-Grad-Drehung des Leuchtmoduls. Letzteres ist über ein 1/4-Zoll-Gewinde realisiert, sodass Litra Glow alternativ auch auf gängigen Stativen angebracht werden kann.

Litra Glow verfügt selbst über eine USB-C-Buchse und soll über einen USB-A-Anschluss eines Rechners per Strom versorgt werden. Vorausgesetzt wird dabei USB 3.0, allerdings nur wegen der Leistungsaufnahme der Leuchte. Auf Rückfrage gab Logitech gegenüber ComputerBase zu verstehen, dass Litra Glow aber auch dann funktioniere, wenn der gewählte USB-Steckplatz weniger elektrische Leistung bereitstelle, als die LEDs eigentlich gerne hätten – dann sinkt im Gegenzug die maximale Helligkeit. Auch einer Verwendung an USB-Hubs steht damit nichts im Wege, auch Powerbanks oder Smartphone-Netzteil kommen grundsätzlich infrage. Kritik üben lässt sich allerdings beim mitgelieferten USB-C-auf-A-Kabel: Mit einer Länge von nur 150 Zentimetern ist es häufig zu kurz, um den Weg vom oberen Bildschirmrand bis zum Rechner oder einer Steckdose sauber verlegt zu überbrücken.

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Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Logitech Litra Glow

Apropos Steckdose: Wird Litra Glow nicht mit dem PC verbunden, ist keine Steuerung per Software möglich – offensichtlich. Abhilfe schaffen in diesem Fall die Knöpfe auf der Rückseite des Leuchtmoduls: Einerseits findet sich ein An-und-Aus-Schalter, aber auch vier Steuerknöpfe für die Helligkeit und die Lichttemperatur sind vorhanden. In beiden Fällen lassen sich fünf Stufen abrufen.

Steuerung und Profilverwaltung per G Hub

Alternativ geht all das auch stufenlos mit Logitechs Gaming-Peripherie-Software G Hub. Überdies lassen sich mit dem Programm bei einer Live-Vorschau der Webcam individuelle Konfigurationen erstellen und speichern, um sie dann für verschiedene Szenarien auf Knopfdruck abrufen zu können. Nutzer, die über Logitech-G-Eingabegeräte verfügen – beispielsweise eine Tastatur oder Maus – können die erstellten Profile anschließend auch per Tastendruck abrufen oder beispielsweise die Helligkeit anpassen, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen.

Im Januar erhältlich

Laut Logitech soll Litra Glow noch im Januar im Handel verfügbar werden. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 69 Euro. Konkurrenz gibt es preislich sowohl unter- als auch oberhalb: Zuletzt stellte Streamplify zwei ähnlich konzipierte Ringlichter ab rund 20 Euro vor, während Elgato einige großflächigere Leuchten zu dreistelligen Summen anbietet – diese Lösungen bieten allerdings keine Halterung für den Bildschirmrand und stehen auf eigenem Stativ.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel und das Muster als Leihgabe von Logitech unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.