Ryzen 6000G („Rembrandt“): DDR5-Preise bremsen Start von Zen 3+ im Desktop aus

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Während AMD auf der CES 2022 die neuen mobilen APUs vom Typ Rembrandt mit Zen 3+, RDNA 2 und DDR5 vorgestellt hat, muss der Desktop vorerst noch zurückstecken, wofür auch die aktuellen Preise für den Arbeitsspeicher der neuesten Generation mitverantwortlich sind. Hier muss AMD zukünftig ganz genau abwägen.

DDR5-Preise sorgen für Bedenken bei AMD

Die ersten APUs der Familie AMD Ryzen 6000 aus der H- und U-Serie mit bis zu acht aufgewerteten Zen-3-Kerne und erstmals bis zu 5 GHz, neuer RDNA-2-Grafik für verdoppelte Leistung, der N6-Fertigung und einer ganz neue Plattform mit DDR5/LPDDR5-Unterstützung, wurden auf der CES 2022 vorgestellt.

Wie die Website Tom's Hardware im Gespräch mit AMD erfahren hat, werden die Desktop-APUs der G-Serie für den Sockel AM5 aber aufgrund der aktuellen DDR5-Preise voraussichtlich noch auf sich warten lassen.

David McAfee von AMD sagte gegenüber Tom's Hardware, dass das Unternehmen darüber nachdenke, „wie und wann man das AM5-Ökosystem einführen werden“, da AMD sicherstellen wolle, „dass DDR5 sowie die Preise für DDR5-Speicher ausgereift und für den Endkunden erschwinglich sind“.

One of the dynamics that we do think about a great deal is how and when to introduce that AM5 ecosystem and ensure that the DDR5 supply, as well as pricing of DDR5 memory, is mature and something that's easily attainable for an end-user.

David McAfee, AMD

Ursprünglich war davon ausgegangen, dass die Desktop-APUs vom Typ Rembrandt mit bis zu 65 Watt TDP den Startschuss für die AM5-Plattform geben, bevor die erste echte neue Generation mit AMD Ryzen 7000 („Raphael“) auf Basis von Zen 4 im zweiten Halbjahr auf dem Sockel AM5 folgen wird. In Stein gemeißelt scheint das alles aber noch nicht.

„Es kann also sein, dass andere Kräfte als das Produkt selbst die Einführung von APUs in den AM5-Sockel verlangsamen“ so David McAfee im Interview gegenüber Tom's Hardware weiter. Die Enthusiasten könnten durchaus zuerst bedient werden .

And so there may be other forces beyond the product itself that slow down or meter the introduction of APUs into that AM5 socket. You know, we do expect that to be an enthusiast-first introduction.

David McAfee, AMD

Anders als die Hybrid-CPUs der Serie Intel Core i-12000 (Test), deren Speichercontroller (IMC) sowohl mit DDR4 als auch DDR5 umgehen kann, werden Rembrandt-APUs und Raphael-CPUs voraussichtlich ausschließlich mit dem neuen Speicherstandard kompatibel sein.

And I think we're going to have to watch very carefully just how the DDR5 transition takes place and how quickly both supply and prices come in line to make it more affordable for a mainstream consumer that might be more interested in making a product in that socket.

David McAfee, AMD

AMD habe daher eng mit seinen OEM-Partnern und Zulieferern zusammengearbeitet, „um sicherzustellen, dass wir von der Angebotsseite her gut aufgestellt sind, um die Nachfrage nach DDR5- und LPDDR5-Speicher in Verbindung mit unserer 6000er-Serie befriedigen zu können“, so David McAfee.

Auch der Sockel AM5 soll ein langes Leben haben

Wie Tom's Hardware weiter berichtet, habe die Website zuvor von AMD-CEO Lisa Su erfahren, dass der Sockel AM5 „lange“ die führende Plattform bei AMD bleiben und seinem Vorgänger Sockel AM4 nacheifern soll.

OEM-PCs mit dem Sockel AM4 werden seit dem 5. September 2016 gebaut, anfänglich mit APUs vom Typ Bristol Ridge. Dem Endkunden werden Mainboards und Prozessoren mit AM4 seit der Markteinführung der ersten Ryzen-Generation (Test) am 2. März 2017 angeboten. Ob AM5 ebenso lange mit neuen Mikroarchitekturen versorgt wird, ist vorerst aber Zukunftsmusik.

Während Rembrandt und Raphael exklusiv auf DDR5 respektive LPDDR5(X) setzen werden, spekuliert Tom's Hardware bereits darüber, das AMD möglicherweise zusätzliche CPUs und APUs auf Basis von Zen 3 oder Zen 4 anbieten könnte, die auch Arbeitsspeicher vom Typ DDR4 nutzen können.

Der Erfolg von Ryzen 6000 und Ryzen 7000 ist ansonsten maßgeblich von der Verfügbarkeit und den damit verbundenen Preisen für DDR5-Arbeitsspeicher und LPDDR5(X)-Speicherchips abhängig.