NZXT H510 Flow im Test: Löchriger Blickfang mit dem Extra an Frischluft

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Das PC-Gehäuse NZXT H510 Flow ist auf einen hohen Luftzug ausgelegt und glänzt mit der von der H-Serie bekannten hervorragenden Kabelführung und dem klaren Design. Ein wahrer Geheimtipp, könnte man meinen, wäre da nicht eine Reihe von Gegenargumenten, die sich erst bei genauer Betrachtung zeigen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Löchriger Blickfang mit dem Extra an Frischluft
    1. Die H510-Reihe von NZXT
    2. Gekonnter Minimalismus
    3. Die Verarbeitung mit Abzügen in der B-Note
    4. Spezifikationen und Zubehör
  2. 2 Testergebnisse, Messwerte und Fazit
    1. Testsystem und Methodik
    2. Lautstärke im Leerlauf und in Spielen
    3. CPU-, VRM-, SSD- und RAM-Temperatur
    4. GPU-Temperatur und -Lüfterdrehzahl
    5. Fazit

Die H510-Reihe von NZXT

Das H510 Flow ist der mittlerweile vierte Ableger der Reihe und setzt als erstes Gehäuse der Serie auf eine offene Front und wendet sich so in erster Linie an Nutzer von Luftkühlern. Das übrige Grundkonstrukt teilen sich indes alle Modelle und weichen dabei lediglich bei der Front, den inkludierten Lüftern und anderen Beigaben wie RGB-Lichtstreifen und Lüftersteuerung ab.

Unterschiede
H510 Flow
H510
H510i
H510 Elite

Front
perforiert, Stahl
geschlossen, Stahl
geschlossen, Glas

Lüfter inkludiert
1 × 120 mm, Front
1 × 120 mm, Heck
2 × 140 mm RGB 4-Pin, Front
1 × 140 mm, Deckel
1 × 120 mm, Heck

Besonderheiten

2 × RGB-Lichtstreifen
Lüfter- und RGB-Steuerung (Smart Device V2)
vertikale GPU-Montage*
1 × RGB-Lichtstreifen
Lüfter- und RGB-Steuerung (Smart Device V2)
vertikale GPU-Montage*

*exkl. PCIe-Riser

NZXT H510 (Bild: NZXT)
NZXT H510 Flow (Bild: NZXT)
NZXT H510i (Bild: NZXT)
NZXT H510 Elite (Bild: NZXT)

Gekonnter Minimalismus

Das NZXT H510 Flow ist äußerlich sehr geradlinig und puristisch. Die perforierte Front fügt sich unaufdringlich in das gesamte Design ein. Der Minimalismus lenkt den Blick gekonnt auf die linke Gehäuseseite, die aus gehärtetem, getöntem Glas gefertigt ist und einen vollumfänglichen Blick ins Innere erlaubt. Das untere Gehäuseviertel ist dabei stets versteckt. Das äußere Erscheinungsbild ist NZXT bei der gesamten H510-Serie ausgesprochen gut gelungen. Understatement auch am I/O-Panel, das schon beinahe unauffällig an der vorderen Oberseite sitzt und mit jeweils einem USB-C-3.1-Port (10 Gbit/s, 20-Pin-Key-A-Header), USB-A-3.0-Steckplatz (5 Gbit/s) und einem kombinierten Kopfhörer-Mikrofon-Anschluss ausgestattet ist. Einziger Designbruch ist der obere Lüfterplatz, der das ansonsten klare Design etwas stört.

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NZXT H510 Flow

NZXT H510 Flow

NZXT H510 Flow: Dezentes Logo am unteren Frontbereich

NZXT H510 Flow: Unaufälliges I/O Panel

NZXT H510 Flow: Oberer Lüfterplatz stört das klare Design etwas

NZXT H510 Flow

NZXT H510 Flow: Abnehmbares Frontelement mit Staubfilter

NZXT H510 Flow: Unterer Staubfilter

NZXT H510 Flow: Aufgeräumter Innenraum mit Sichtblende

NZXT H510 Flow: Aufgeräumter Innenraum mit Sichtblende

NZXT H510 Flow: Aufgeräumter Innenraum mit Sichtblende

NZXT H510 Flow: Lüfterhalterung in der Front

NZXT H510 Flow: Rückseite mit mehreren Kabelführungen

NZXT H510 Flow: Festplattenkäfig im unteren Bereich

NZXT H510 Flow: Festplattenkäfig ohne Entkopplung

Das aufgeräumte Bild zeigt sich auch im Inneren, das vor allem durch sein überaus durchdachtes Kabelmangement begeistert. Alle Mainboard-Anschlüsse sind ohne Probleme und mit entsprechenden Aussparungen zu erreichen. Dank der im Innenraum verlaufenden Sichtblende, die zugleich als Akzent dient, können die wichtigsten Kabelöffnungen versteckt werden und das von anderen Gehäusen bekannte Problem (ausleiernde Kabeldurchführungen aus Gummi) wird umgangen. Auch auf der Rückseite hat sich NZXT einige Gedanken zur Kabelführung gemacht. An der oberen und rechten Seite befinden sich kleine Kabelführungen für Lüfter- und ATX-Stromkabel. Am Ausgang zur vorderen Mainboard-Kammer ist eine weitere Führungsschiene platziert, an der Kabel mitsamt Klettbändern fixiert werden können. Die untere Kammer bietet einen kleinen Festplattenkäfig und beheimatet das Netzteil.

Die Verarbeitung mit Abzügen in der B-Note

Die äußere Verarbeitungsqualität lässt auf den ersten Blick keinerlei Mängel erkennen. Die Spaltmaße sind in Ordnung und scharfe Kanten gibt es keine. Doch bereits beim Öffnen des Gehäuses und bei einem genaueren Blick zeigt sich eine Vielzahl von kleineren Makeln.

Das perforierte Frontelement ist mittels kleiner Druckknäufe am Gehäuse befestigt und lässt sich ohne Werkzeug entfernen. Der im Frontelement integrierte, sehr dichtmaschige Staubfilter lässt sich zur besseren Reinigung entnehmen. Das gleiche Haltesystem kommt jedoch auch bei der linken Glasseite zum Einsatz. Beim Öffnen bedarf es ein wenig Kraftaufwand, was gerade bei Glas für leichtes Unwohlsein sorgt. Ungewöhnlich ist zudem, dass das Glaselement blank, also ohne Dämpfung, am Gehäusegerüst anliegt.

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NZXT H510 Flow: Haltesystem mit Druckknauf in der Front

NZXT H510 Flow: Sehr feinmaschiger Staubfilter im Frontbereich

NZXT H510 Flow: Haltesystem mit Druckknauf an der Seite

NZXT H510 Flow: Teils scharfe Kanten im Innenbereich

NZXT H510 Flow: Teils scharfe und schlechte verarbeitete Nietpunkte

NZXT H510 Flow: Teils scharfe und schlechte verarbeitete Nietpunkte

NZXT H510 Flow: Schlechte verarbeitete Nietpunkte

NZXT H510 Flow: Glasseitenwand ohne Dämpfung

NZXT H510 Flow: Haltesystem der rechten Gehäusewand

NZXT H510 Flow: Haltesystem der rechten Gehäusewand

Mögen die vorgenannten Punkte eher als Verbesserungsvorschlag anzusehen sein, so zeigen sich im Inneren gleich mehrere Patzer: scharfe Kanten an Plastikteilen und Nieten sowie auch schlechte Nietpunkte. Obendrein lässt die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses etwas zu wünschen übrig. Bei einem Gewicht von 6,6 kg mitsamt Glasseitenteil ist es aber ohnehin wenig verwunderlich, dass beim Einbau des Mainboards und dem anschließenden Anziehen der Schrauben der gesamte Mainboard-Träger mitwippt. Gleiches beim Anbringen der Lüfter an Rück- und Oberseite. Auch die rechte Gehäusewand schwingt im ausgebauten Zustand. Ebenso gibt die Unterseite beim Ausbau des Festplattenkäfigs nach. Apropos Festplattenkäfig: Obschon HDD-Laufwerke der alten Garde angehören, wären bei einem Festplattenkäfig zumindest Gummi-Entkopplungen angebracht, doch fehlen sie beim NZXT H510 Flow.

Spezifikationen und Zubehör

Das mitgelieferte Zubehör umfasst die gängigen Schrauben und einige Kabelbinder und ist mit Ausnahme eines Y-Splitters für den kombinierten Kopfhörer-Mikrofon-Anschluss als Standard zu bezeichnen.

NZXT H510 Flow
Front
Oberseite
Heck

Lüfteroptionen
2 × 140/120 mm
1 × 140/120 mm
1 × 120 mm

vorinstalliert
1 × 120 mm
NZXT AER 120, 3-Pin

1 × 120 mm
NZXT AER 120, 3-Pin

NZXT H510 Flow: Keine vertikale Montage der Grafikkarte

Das Gehäuse wendet sich vorrangig an Nutzer von Luftkühlungen, jedoch wird bei den inkludierten Lüftern am falschen Ende gespart. Jeweils lediglich ein 120-mm-Modell im Front- und Heckbereich ist ab Werk verbaut. Gerade im vorderen Bereich, wo insbesondere auch 140 mm breite Lüfter Platz finden würden, macht sich dies bei den späteren Temperaturmessungen überaus bemerkbar. Die verbauten Ventilatoren verfügen zudem nur über eine 3-Pin-Anbindung, was das Steuern erschwert. Die ähnlich aufgestellte Meshify-2-Serie von Fractal Design (Test) bietet nicht nur von Haus aus mehr Lüfter, sondern auch 4-Pin-Exemplare. Beim Einbau einer aufstellenden Grafikkarte hat der Fractal-Design-Kontrahent ebenfalls die Nase vorn. Die Möglichkeit hierzu bietet die H510-Reihe lediglich beim H510i und H510 Elite, sodass beim H510 und H510 Flow auf Universal-Brackets, die in die Erweiterungsslots gesteckt und verschraubt werden, zurückgegriffen werden muss.

Mit Blick auf die allgemeinen Spezifikationen erlaubt das H510 Flow die Montage beinahe jeder aktuellen Hardware-Komponente. Der CPU-Kühler darf maximal 165 mm in die Höhe ragen, was lediglich eine kleine Anzahl von Kühlern ausschließt. Der im Test verwendete be quiet! Dark Rock Pro 4 (Test) fand mit seiner Höhe von 163 mm ohne Probleme seinen Platz. Bei einem Noctua NH-D15 (Test) mit einer Höhe von 165 mm könnte es jedoch zu Problemen kommen. Die Beschränkung der Grafikkartenlänge auf 360 mm stellt hingegen weniger ein Problem dar. Selbst aktuelle Custom-Modelle liegen zumeist bei etwa 320 bis 330 mm. Sogar die sehr ausladende Zotac Gaming GeForce RTX 3090 AMP Extreme Holo mit einer Länge von rund 353 mm kann ohne Bedenken verbaut werden. Selbst mit sehr tief ragenden Netzteilen hat das NZXT H510 Flow keine Probleme.

NZXT H510 Flow
NZXT H510
NZXT H510i
NZXT H510 Elite

Mainboard-Format:
ATX, Micro-ATX

Chassis (L × B × H):
428 × 210 × 460 mm (41,34 Liter)
Seitenfenster

Material:
Stahl, Glas

Nettogewicht:
6,60 kg
6,80 kg
7,48 kg

I/O-Ports:
1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 1 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio
1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 1 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio, Lüftersteuerung, RGB-Beleuchtung
1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 1 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio, RGB-Beleuchtung

Einschübe:
1 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 3,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)

Erweiterungsslots:
7

Lüfter:
Front: 2 × 140/120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 1 × 140/120 mm (optional)
Front: 2 × 140/120 mm (optional)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 1 × 140/120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Front: 2 × 140/120 mm (2 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)

Staubfilter:
Front, Netzteil

Kompatibilität:
CPU-Kühler: 165 mm
GPU: 360 mm
Netzteil: Unbeschränkt
CPU-Kühler: 165 mm
GPU: 381 mm
Netzteil: Unbeschränkt
CPU-Kühler: 165 mm
GPU: 368 mm
Netzteil: Unbeschränkt

Preis:
ab 100 €
ab 79 € / 250 €
ab 98 €
ab 140 €

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