Alder Lake: Intel bestätigt weitere CPU-Konfigurationen und Details

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Im freigegeben Developer Guide hat Intel weitere technische Details zur neue CPU Alder Lake und auch speziellen Konfigurationen benannt. Dabei wird neben der für den Desktop bereits in den Gerüchten benannten Varianten ohne „Atom-Kerne“ auch das Notebook-Lineup bestätigt. Hinzu kommen weitere kleine Details.

Der Developer Guide wurde von Intel über die Webseite bereitgestellt und ist damit für jedermann verfügbar. Er soll dem bevorstehenden Start, der am 27. Oktober vollzogen wird, etwas vorgreifen und bringt so in einigen Punkten auch noch etwas mehr Detailtiefe hervor.

So hatte Intel unter anderem wirklich geplant, dass die Performance-Kerne (P-Cores) AVX-512 bieten können, wenn die Effizienz-Kerne (E-Cores) deaktiviert sind – so nennt es heute auch noch der Guide. Denn die P-Cores alias Golden Cove beherrschen diese Funktion, weil sie so auch im Serverumfeld genutzt werden.

Doch da sich die unterstützten Features wie bereits beim Vorgänger Lakefield am kleinsten gemeinsamen Nenner orientieren, in dem Fall die E-Cores, wird das Feature im Desktop und Notebook deaktiviert sein. Letztlich entschied Intel, dass es im Desktop diese Funktion gar nicht gibt, auch wenn die E-Cores deaktiviert sind, das gab der Hersteller bereits zum Architecture Day von Alder Lake zu verstehen.

Großes Thema ist der Hardware-Scheduler

Ein großer Teil des Guides widmet sich natürlich dem neuen Intel Thread Director (ITD) als Hardware-Scheduler, der die Aufgabe übernehmen wird, dem Betriebssystem sinnvolle Vorgaben zu machen, welcher Prozess denn am besten auf welchem Kern oder Thread laufen soll. Dabei werden viele Parameter berücksichtigt.

Der Scheduler in Aktion (Bild: Intel)

Notes:

Per Class ID and Perf Capabilities provide relative performance levels of LP Performance vs. Efficient cores. Higher values here indicate higher performance.
Per Class ID, EE Capability provides the relative energy efficiency level of an LP. Higher values here indicate higher EE to be used for threads with energy efficiency needs.
The OS can choose between EE and performance, depending on parameters such as power policy, battery slider, etc.

Various classes here indicate performance differences between the cores. For example, Class 1 indicates ISA such as AVX2-FP32 where P-cores offer higher performance than E-cores, while Class 2 indicates higher VNNI performance difference. Intel also introduced a class to track waits, such as UMWAIT/TPAUSE, etc., so Performance cores don’t sit idle while real work goes to Efficient cores.

Der Guide gibt dabei auch Anleitungen, wie gute und optimale Vorgaben umzusetzen sind. Dabei kann vom Entwickler festgelegt werden, was für Anwendungen auf den E-Cores priorisiert laufen sollen. Wird dieses nur rudimentär umgesetzt, verhält sich Alder Lake wie ein normalen Prozessor mit vielen Threads, der hier und da durch das Betriebssystem angeleitet falsche Zuweisen gibt und Kerne nicht optimal ausgelastet werden oder Overhead bilden, was am Ende nicht die optimale Leistung abbildet.

Szenarien für Entwickler ohne große Optimierung (Bild: Intel)

Im Desktop auch ohne Atom

Drei verschiedene CPU-Dies hatte Intel bereits offiziell benannt, jetzt ist auch die Desktop-Variante Alder Lake-S klar, die auf den Einsatz von E-Cores verzichtet. Diese dürfte unter anderem in einem Core i5-12400F zum Einsatz kommen, dem vierten Prozessor der in ihrem Segment stets extrem gut aufgestellten Core-Modelle, die seit dem Core i5-9400F kaum Konkurrenz haben.

Alder Lake-SKUs (Bild: Intel)

Der Core i5 in dieser Klasse darf dann auf den komplette L3-Cache zugreifen und muss diesen nicht mit den E-Cores – die auch bei Intel weiterhin eigentlich Atom (A) genannt werden – teilen. Denn wie das Diagramm und der Guide noch einmal deutlich macht, wird nur der L3-Cache geteilt, alle anderen Ressourcen stehen die Kernen respektive dem Kern-Cluster bei Gracemont jeweils eigenständig zur Verfügung.

Alder Lake (Bild: Intel)

Was Alder Lake-S am Ende wirklich kann, werden Tests zeigen. Die Messlatte hat Intel selbst mit Performance-Prognosen von bis zu 19 Prozent mehr Leistung als Rocket Lake hoch gelegt, dementsprechend fallen nun die Erwartungen aus. Anfang November wird dies final geklärt.