mTiny Discovery Kit im Test: Roboter-Programmierung ganz ohne Bildschirm

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Mit dem Roboter-Set mTiny will Makeblock Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren an Robotik, Programmierung und künstliche Intelligenz heranführen – und das völlig ohne Tablet oder Computer. So interessant das System auch ist, der Preis steht als große Hürde im Weg.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Roboter-Programmierung ganz ohne Bildschirm
    1. Inhalt und Verarbeitung
    2. Das System kurz erklärt
  2. 2 Spielen mit dem mTiny
    1. Aller Anfang ist schwer
    2. Eher Ablaufplan als Programmierung
  3. 3 Konnektivität, Laufzeiten und Fazit
    1. Konnektivität und Laufzeiten
    2. Fazit

Inhalt und Verarbeitung

Zum Packungsinhalt des zu einem UVP von 199 Euro angebotenen Sets gehört zunächst der Roboter selbst, der optisch an einen Panda angelehnt ist und dessen würfelartige Gestaltung eine Kantenlänge von jeweils rund 9 cm aufweist. Die Kanten selbst sind stark abgerundet, sodass keine Verletzungen auftreten können.

An der Vorderseite fallen direkt die mit einem Durchmesser von je rund 3 cm großen Augen auf, hinter denen sich kleine Displays verbergen, die verschiedene Augenformen ausgeben und über die damit auch unterschiedliche Gemütszustände dargestellt werden. Darüber hinaus können beide Augen für Systeminformationen genutzt werden, so unter anderem für die Anzeige des Akku-Füllstandes des Roboters und des dazugehörigen Controllers.

Bewegt wird der mTiny über zwei Räder auf der Unterseite. Hier kann zugleich auf Wunsch ein Stift eingelegt werden, von dem vier Stück in den Farben Schwarz, Grün, Blau und Orange im Set enthalten sind.

Eingeschaltet wird der kleine Roboter über einen Drehregler auf der Rückseite, der wie die zur Verzierung oben angebrachten Ohren gummiert ist und über den auch die Lautstärke der Tonausgabe über den kleinen, darüber liegenden Lautsprecher geregelt wird.

Makeblock mTiny Discovery Kit im Test

Der bereits erwähnte Controller ist nötig, um das System überhaupt nutzen zu können. Dieser verbindet sich per Bluetooth mit dem Roboter und soll diesen im freien Gelände bis zu einer Entfernung von 10 m steuern können. Der Controller besitzt zudem einen kleinen Joystick, der an ein Gamepad erinnert, und zwei Taster auf der Vorderseite für diverse Aktionen sowie einen seitlichen Einschaltknopf.

Des Weiteren finden sich 24 Map-Karten im Packungsinhalt, welche die eigentliche Spielfläche bilden, aus dickerer Pappe gefertigt sind und damit sehr stabil erscheinen. Bei einer Größe von jeweils knapp 20 × 20 cm pro Karte ergeben diese in Reihen von 4 × 6 Einheiten zusammengelegt eine Fläche von rund 100 × 65 cm. Die Karten sind beidseitig bedruckt, mit der einen Seite kann eine grüne Wiese mit einem Haus, einem Bett, diversen Nahrungsmitteln oder anderen Gegenständen gelegt werden, die beim Darüberfahren diverse Aktionen auslösen. Die andere Seite ist mit Straßen bedruckt, über die eine kleine Stadt mit aufgedruckter Polizeistation oder einem Krankenhaus gelegt werden kann. Darüber hinaus werden an den Straßenrändern viele kleine Szenerien abgebildet. Dazu später mehr.

Mit dem mTiny lassens ich komplette Anweisungsstränge ausführen

Zu dem Set gehören darüber hinaus 36 Instruktionskarten, mit denen das System gesteuert werden kann. Ebenso zur Ausstattung gehören ein Bilderbuch, verschiedene Spielkarten, drei Masken, um den Roboter in „Milo“, die Katze, „Toby“, den Hund oder das Huhn „Chicka“ zu verwandeln, sowie acht kleine Flaggen, eine Kurzanleitung und ein Y-USB-Kabel im Micro-Format. Ein Ladeteil wird im Karton dagegen vergeblich gesucht.

Die verschiedenen Map-Karten sorgen für verschiedene Aktionen

Im Handel ist nach wie vor auch das „Genius Kit“ des mTiny erhältlich, das zwar bereits für knapp 100 Euro erhältlich ist, gegenüber der aktuellen Version aber keine Zeichenfunktion und weniger Karten besitzt.

Das System kurz erklärt

Das Robotik-Set erinnert in seiner Nutzung sehr an eine Mischung aus dem Boost-System von Lego (Test) und dem Tiptoi-System von Ravensburger (Test), nur dass die Anweisungen hier nicht über den Touchscreen eines Smartphones oder Tablets zusammengeschoben, sondern über diverse Instruktionskarten zusammengelegt und mit dem Controller aufgerufen werden. Die Karten können dabei entweder einzeln mit der Lese-Einheit am unteren Ende des Controllers angetippt oder mehrere auf einmal eingelesen werden, um diese nacheinander automatisch ablaufen zu lassen. Der eingegebene „Code“ kann dabei über den Controller jederzeit neu gestartet oder abgebrochen werden.

Mit den Instruktionskarten lassen sich verschiedene Aktionen ausführen

Jede Karte besitzt dabei ihre eigene Anweisung. Diese unterteilen sich in vier Gruppen, die zur besseren Unterscheidung zudem farblich voneinander getrennt sind:

  • Blau:
    Diese beinhalten die sogenannten „Action Cards“, die den Roboter je nach Ausrichtung des Pfeils in die entsprechende Richtung bewegen.
  • Gelb:
    Zu diesen gehören die „Input Cards“, die dem Roboter sagen, dass nun ein kompletter Anweisungsstrang eingegeben wird und dieser bis zur „Go! Card“ mit der Ausführung warten soll. Darüber hinaus gehören zu dieser Gruppe die „Loop Cards“, mit denen sich die vorangegangenen Aktionen wiederholen lassen. Gleichzeitig verfügt das System mit den genannten „Loop Cards“ und den „Loop Parentheses“ über eine Möglichkeit, eine rudimentäre Form einer Schleife darzustellen, mit der mehrere Anweisungen in ihrer Abfolge wiederholt werden können. Eine Kopplung an Bedingungen ist hier aber nicht möglich.
  • Grün:
    Hier findet sich die oben bereits beschriebene „Go! Card“, die den Startschuss für eine Reihe von vorher festgelegten Anweisungen gibt. Obendrein sind mit den „Graphic Cards“ Aktionen für die Stiftnutzung möglich, bei der unter anderem verschiedene geometrische Figuren wie Rechteck, Dreieck oder Ähnliches abgefahren und bei ausgefahrenem Stift gezeichnet werden.
  • Lila:
    Über die „Emotion Cards“ können neben verschiedenen Gesichtsausdrücken (oder eher Augenausdrücken) gepaart mit entsprechenden Lauten Gemütszustände ausgegeben werden. Zusammen mit den „Music Cards“ und den „Rhythm Cards“ und der Ausgabe von Klaviertönen lassen sich sogar kleine einstimmige Lieder zusammensetzen.

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