Radeon RX 6800 XT Customs im Test: ASRock Taichi vs. Asus ROG Strix Liquid vs. MSI Gaming X

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ComputerBase hat mit ASRock Taichi, Asus ROG Strix OC Liquid und MSI Gaming X drei weitere Custom-Designs der Radeon RX 6800 XT im Test. ASRock und MSI setzen auf Luft, Asus auf eine All-in-One-Wasserkühlung. Beweisen müssen sich alle drei gegen PowerColor Red Devil, Sapphire Nitro+, XFX Merc 319 und das Referenzdesign.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 ASRock Taichi vs. Asus ROG Strix Liquid vs. MSI Gaming X
    1. Sechs Custom-Designs der Radeon RX 6800 XT im Test
    2. Die ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi im Überblick
    3. Die Asus Radeon RX 6800 XT Strix LC im Überblick
    4. Die MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X im Überblick
    5. Detaillierte Spezifikationen im Vergleich
    6. Die Custom-Designs im Bildvergleich
    7. Taktraten unter Dauerlast in Spielen
  2. 2 Benchmarks, Lautstärke, sonstige Messungen und Fazit
    1. Benchmarks in Ultra HD
    2. Lautstärke & Kühlung
    3. Leistungsaufnahme
    4. Fazit

Sechs Custom-Designs der Radeon RX 6800 XT im Test

Mit RDNA 2 hat AMD nach jahrelanger Abwesenheit endlich wieder konkurrenzfähige Grafikkarten auf dem Markt. Die Radeon RX 6800 XT (XT) ist der Gegenspieler zur GeForce RTX 3080 (Test), die es beide als Referenzkarte und in Form zahlreicher Custom-Designs gibt. Drei Custom-Modelle der Radeon-Grafikkarte hat sich ComputerBase bereits angesehen: PowerColor Radeon RX 6800 XT, Sapphire Radeon RX 6800 XT Nitro+ und XFX Radeon RX 6800 XT Merc 319 (Test).

In diesem Artikel folgen die Asus Radeon RX 6800 XT Strix LC – und damit ein Modell mit einer AiO-Wasserkühlung –, die ASRock RX 6800 XT Taichi und die MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X. Wer das beste Custom-Design entwickelt hat, klärt sich in den folgenden Abschnitten. Wer sich eher für die Radeon RX 6700 XT interessiert, findet Messwerte von sechs Custom-Designs im Artikel RX 6700 XT: Custom-Designs im Test: Asus, MSI, (2 ×) PowerColor, Sapphire und XFX im Vergleich.

Aber die Verfügbarkeit…

Nicht fehlen darf zurzeit der obligatorische Hinweis, dass sich die Radeon RX 6800 XT aktuell kaum kaufen lässt und wenn doch, dann nur zu horrend hohen Preisen. So ergeht es aber nicht nur dieser Serie, sondern sämtlichen Grafikkarten, ganz gleich ob diese von AMD oder Nvidia, ob neu oder alt, ob günstig oder teuer sind. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Die ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi im Überblick

ASRock ist immer noch recht neu im Grafikkarten-Geschäft und hat mit der Radeon RX 6800 XT Taichi einen ganz schönen Brummer entwickelt. Es handelt sich um das größte Custom-Design in diesem Test. Das lässt auf eine hohe Kühlleistung hoffen.

Was auf den ersten Blick wie eine Abdeckung aus Metall wirkt, entpuppt sich am Ende allerdings als Kunststoff. Erwähnenswert ist die RGB-Beleuchtung, denn der mittlere Lüfter wird stark beleuchtet, die äußeren beiden bleiben hingegen dunkel. Zudem ist die Seite der Grafikkarte beleuchtet, was man auch im eingebauten Zustand sieht.

Bildvergleich: ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi AMD Radeon RX 6800 XT

Die Radeon RX 6800 XT Taichi kommt mit zwei verschiedenen BIOS-Versionen daher. Standardmäßig ist das schnellere OC-BIOS mit einer TGP von 289 Watt aktiv, das alternative BIOS bietet mit 255 Watt den Wert des Referenzdesigns. Erwähnenswert ist darüber hinaus, dass ASRock gleich drei 8-Pin-Stromstecker anstatt deren zwei wie alle anderen Custom-Designs verbaut. Notwendig ist das aber nicht, vor dem Kauf aber durchaus von Relevanz.

Die Asus Radeon RX 6800 XT Strix LC im Überblick

Die Radeon RX 6800 XT Strix LC wird von Asus nicht klassisch gekühlt, sondern setzt auf eine ab Werk verbaute All-in-One-Wasserkühlung mit 240-mm-Radiator. Ohne Lüfter auf der Grafikkarte selbst kommt das Design aber nicht aus: Ein Radiallüfter soll dort zusätzlich die Stromversorgung und den Speicher auf niedrigen Temperaturen halten. Der Wasserkühler ist hingegen ausschließlich für die Navi-21-GPU zuständig.

Die zwei 120-mm-Lüfter, die die Luft durch den Radiator blasen, wie auch der Radiallüfter stehen bei niedrigen Temperaturen still. Damit gibt es auf dem Windows-Desktop nur die Pumpe als Geräuschquelle. Die Schläuche sind angenehm lang und verhalten sich auch nicht allzu störrig. Optisch und haptisch wirkt die Grafikkarte mit der sehr großen Kühlerverkleidung aus Kunststoff wenig hochwertig, was jedoch für alle AiO-GPU-Lösungen gilt.

Bildvergleich: Asus ROG Radeon RX 6800 XT Strix OC Liquid AMD Radeon RX 6800 XT

Asus setzt bei der Radeon RX 6800 XT Strix LC auf viel RGB, denn neben den Radiatorlüftern leuchtet auch die vordere Seite des Grafikkartenkühlers. Es gibt zwei verschiedene BIOS-Versionen, wobei diese aber nur Einfluss auf die Lüfterdrehzahlen nehmen. Ab Werk ist das lautere Performance-BIOS aktiviert. Die TGP der Grafikkarte liegt bei 290 Watt, 45 Watt mehr als AMDs Referenzvorgaben.

Die MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X im Überblick

MSI setzt bei der Radeon RX 6800 XT Gaming X auf den und überzeugenden Gaming-X-Kühler mit drei Lüftern anstelle der enttäuschenden Variante mit zwei Lüftern auf der MSI Radeon RX 6700 XT Gaming X (Test). Gaming X bedeutet bei MSI aktuell allerdings auch, dass Optik und Haptik der Grafikkarte allerhöchstens durchschnittlich ausfallen, denn mehr als viel Kunststoff bietet das Kühlsystem abgesehen vom eigentlichen Kühlkörper nicht.

Bildvergleich: MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X Trio AMD Radeon RX 6800 XT

Auch die RGB-Beleuchtung der Radeon RX 6800 XT Gaming X istnicht hochwertig, denn der Zierstreifen an der Seite setzt auf zu wenig LEDs, die deutlich sichtbar werden. MSI verzichtet bei der Radeon RX 6800 XT Gaming X auf ein zweites BIOS.

Detaillierte Spezifikationen im Vergleich

Merkmal
AMD RX 6800 XT
Referenz
ASRock RX 6800 XT
Taichi
Asus RX 6800 XT
Strix LC
MSI RX 6800 XT
Gaming

Karte
PCB-Design
AMD
ASRock
Asus
MSI

Länge, Breite
27,0 cm, 12,0 cm
33,0 cm, 14,0 cm
28,0 cm, 14,5 cm
32,5 cm, 14,0 cm

Stromversorgung
2 × 8-Pin
3 × 8-Pin
2 × 8-Pin

Kühler
Design
Referenz, 2,5 Slots
Taichi, 2,9 Slots
Strix LC, 2,2 Slots
TriFrozr II, 2,7 Slots

Kühlkörper
Vapor-Chamber
Alu-Kern/Radiator
Alu-Kern/Radiator
Alu-Kern/Radiator
Luft-Wasser-Hybrid
Alu-Kern/Radiator

Lüfter
3 × 80 mm (axial)
3 × 90 mm (axial)
1 × 75 mm (radial)
3 × 85 mm (axial)

Lüfter abgeschaltet (2D)
Ja

Anlaufdrehzahl
550 Umdrehungen
700 Umdrehungen
1.000 Umdrehungen
1.200 Umdrehungen

Takt
GPU-Durchschnitt
2.015 MHz
2.110 MHz (OC-BIOS)
2.015 MHz (Silent-BIOS)
2.110 MHz (Standard-BIOS)
2.110 MHz (Alternativ-BIOS)
2.045 MHz

GPU-Maximum
2.250 MHz
2.360 MHz (OC-BIOS)
2.250 MHz (Silent-BIOS)
2.360 MHz (Standard-BIOS)
2.360 MHz (Alternativ-BIOS)
2.285 MHz

Speicher
8.000 MHz

Speichergröße

16 GB GDDR6

Leistungsaufnahme
Standard TGP
255 Watt
289 Watt (OC-BIOS)
255 Watt (Silent-BIOS)
290 Watt (Standard-BIOS)
290 Watt (Alternativ-BIOS)
289 Watt

Maximale TGP
+15 %

Anschlüsse

2 x DisplayPort 1.4 DSC
1 x HDMI 2.1 DSC
1 × USB Type-C
3 x DisplayPort 1.4 DSC
1 x HDMI 2.1 DSC
2 x DisplayPort 1.4 DSC
1 x HDMI 2.1 DSC
1 × USB Typ C

Die Custom-Designs im Bildvergleich

Bildvergleich: ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi Asus ROG Radeon RX 6800 XT Strix OC Liquid

Bildvergleich: ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X Trio

Bildvergleich: MSI Radeon RX 6800 XT Gaming X Trio Asus ROG Radeon RX 6800 XT Strix OC Liquid

Taktraten unter Dauerlast in Spielen

Wenig verwunderlich taktet die Asus Radeon RX 6800 XT Strix LC unter Last in Spielen am höchsten und ist diesbezüglich auch den bereits getesteten Custom-Designs von PowerColor, Sapphire und XFX überlegen. Deutlich mehr als 2.400 MHz in jedem getesteten Spiel ist eine Ansage, die sonst keine Karte schafft. In Horizon Zero Dawn kommt die Grafikkarte gar auf durchschnittlich 2.491 MHz (+191 MHz zur Referenz) und ist damit kaum noch von der 2.500-MHz-Marke entfernt. Einzig in Doom Eternal ist der Takt etwas niedriger, mit 2.436 MHz (+329) aber immer noch sehr hoch.

Da können die zwei anderen Partnerkarten nicht mithalten. Die MSI Radeon RX 6800 XT Gaming XT kommt in Horizon Zero Dawn noch auf 2.376 MHz (+76 MHz) und in Doom Eternal auf 2.335 MHz (+179 MHz). Die ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi kann mit dem OC-BIOS in Horizon Zero Dawn 2.404 MHz (+104 MHz) und in Doom Eternal 2.281 MHz (+125 MHz) für sich verbuchen, mit dem Silent-BIOS sind es noch 2.308 MHz (+8 MHz) und 2.281 MHz (+125 MHz).

Die tatsächlichen durchschnittlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X

Spiel (3.840 × 2.160)
AMD-Referenz
ASRock Taichi
Perf-BIOS
ASRock Taichi
Quiet-BIOS
Asus Strix LC
Perf-BIOS
Asus Strix LC
Silent-BIOS
MSI Gaming X

Doom Eternal
2.156 MHz
2.281 MHz
2.231 MHz
2.436 MHz
2.434 MHz
2.335 MHz

F1 2020
2.213 MHz
2.338 MHz
2.270 MHz
2.485 MHz
2.485 MHz
2.352 MHz

Gears Tactics
2.174 MHz
2.308 MHz
2.216 MHz
2.472 MHz
2.470 MHz
2.351 MHz

Horizon Zero Dawn
2.300 MHz
2.404 MHz
2.308 MHz
2.491 MHz
2.491 MHz
2.376 MHz

Shadow of the Tomb Raider
2.244 MHz
2.369 MHz
2.271 MHz
2.489 MHz
2.488 MHz
2.365 MHz

Die Unterschiede mit den jeweils schnellsten BIOS-Versionen sind interessant, denn dort bieten eigentlich alle drei Grafikkarten mit etwa 290 Watt die gleiche TGP. Beim Asus-Modell zeigt sich vermutlich schlicht der Vorteil der deutlich geringeren Temperaturen, die dann für eine höhere Frequenz sorgen, und möglicherweise ist auch das PCB effizienter. Die Probanden von ASRock und MSI liegen dagegen eng beieinander, was zur gleichen TGP und vergleichbaren Kühlung passt.

Asus Strix LC, ASRock Taichi und MSI Gaming X im Test

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