Panasonic JZW2004: OLED-Flaggschiff-TV ist heller und beherrscht HDMI 2.1

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Die CES 2021 entwickelt sich zur Bühne neuer Fernseher, und auch Panasonic ist mit von der Partie, wenngleich es der japanische Hersteller mit der Ankündigung des JZW2004 bei einer Premiere belässt. Die neuen OLED-Fernseher in 55 und 65 Zoll sind abermals heller und werden von dem neuen „HCX Pro AI Processor“ angetrieben.

Panasonic will die neue JZW2004-Serie als Nachfolger der aktuell noch angebotenen HZW2004-Serie im Sommer dieses Jahres in 55 Zoll und 65 Zoll auf den deutsche Markt bringen. In puncto Größe bleibt Panasonic somit dem bisherigen Portfolio bestehend aus TX-55HZW2004 und TX-65HZW2004 treu. Unverbindliche Preisempfehlungen für die OLED-Fernseher konnte Panasonic noch nicht nennen.

Auch Panasonic nutzt jetzt KI-Prozessor

Mit dem JZW2004 führt Panasonic den neuen „HCX Pro AI Processor“ als Nachfolger des „HCX Pro Intelligent Processor“ ein. Artificial Intelligence, also künstliche Intelligenz, analysiert den dargestellten Inhalt und soll Bild- und Toneinstellungen automatisch und in Echtzeit optimieren. Der KI-Bildprozessor vergleicht die dargestellten Inhalte mit gespeicherten Referenzbildern, um aufgrund dieser Erfahrung die Bild- und Tondarstellung anzupassen. Panasonic nennt zwei Beispiele: Wird etwa Fußball geschaut, passt der JZW2004 die Bildparameter so an, dass der Rasen natürlicher und die Spieler realistischer aussehen sollen. In Filmen wechselt der Fernseher automatisch in den Modus für beste Filmdarstellung – basierend auf dem Knowhow, das Panasonic laut eigener Aussage in langer Zusammenarbeit mit Hollywood-Spezialisten erworben habe.

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Panasonic JZW2004

Panasonic JZW2004

Panasonic JZW2004

OLED-Panel wird erneut für Flaggschiff selektiert

Wie alle OLED-Anbieter am Markt kauft auch Panasonic die OLED-Panels bei LG Display ein. Wie schon beim GZW2004 und HZW2004 kommt aber ein Custom-OLED-Panel zum Einsatz, das Panasonic unter der Bezeichnung „Master HDR OLED Professional Edition Panel“ führt. Dahinter steckt zum einen die Selektierung und Optimierung speziell für die Flaggschiffe der JZW2004-Serie durch Panasonics Forschungs- und Entwicklungsteams. Dies soll dazu führen, dass die einzelnen Bildparameter besser kontrollierbar sind. Nicht ohne Grund spricht Panasonic davon, dass die Fernseher bereits ab Werk perfekt kalibriert seien. Die Farbabstimmung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Coloristen Stefan Sonnenfeld, der als Colorist für Filme wie A Star is born, Wonder Woman, Man of Steel, Die Schöne und das Biest, Star Wars: Das Erwachen der Macht, Jurassic World, 300 und weitere gearbeitet hat.

Höhere Spitzen- und durchschnittliche Helligkeit

Das Custom-OLED-Panel soll aber auch eine höhere Spitzenhelligkeit sowie durchschnittliche Helligkeit als Konkurrenzgeräte mit OLED-Panel von LG liefern. Das hatte Panasonic schon beim GZW2004 und HZW2004 umgesetzt, indem die gesamte Rückseite des Panels mit einer Lage Aluminium gekühlt wurde. Für die JZW2004-Serie verspricht Panasonic eine nochmals höhere Spitzen- und durchschnittliche Helligkeit, was zu einer besseren HDR-Leistung führen soll. Exakte Angaben fehlen derzeit noch, doch zeigte Panasonic den JZW2004 in einem Livestream mit durchschnittlich (nicht peak) knapp unterhalb 600 cd/m². In der Spitze dürfte noch einmal deutlich mehr möglich sein, nachdem der HZW2004 bereits 200 cd/m² mehr schaffte als die Konkurrenz.

Dolby Vision IQ und HDR10+ Adaptive

Apropos HDR: In diesem Punkt führt Panasonic die Multi-HDR-Strategie fort und unterstützt neben Dolby Vision, HDR10, HDR10+, HLG und HLG Photo nun auch Dolby Vision IQ und HDR10+ Adaptive, das die Darstellung mittels Sensor an das Umgebungslicht anpasst. Allgemein will Panasonic mit Sensoren im Fernsehgerät das Bild an die Umgebungshelligkeit anpassen. Bei den Bildmodi ist erneut der von der UHD-Allianz entwickelte Filmmaker-Mode dabei, der automatisch die Bildfrequenz, das Seitenverhältnis, die Farbe und den Kontrast des Originals übernimmt sowie digitale Helfer wie die Rauschunterdrückung und Schärfeoptimierung ausschaltet. So soll der Zuschauer in jeder Umgebung und für jeden Inhalt genau die Darstellung erleben, die die Produzenten beabsichtigt haben – ohne Detail- und Kontrastverlust und unabhängig davon, ob der Anwender in einem hellen oder abgedunkelten Raum schaut.

Panasonic JZW2004 (Bild: Panasonic)

HDMI 2.1 für 4K120 und weniger Input-Lag

HDMI 2.1 hat es ebenso in die JZW2004-Serie geschafft, nachdem die HZW2004-Serie noch mit HDMI 2.0b ausgestattet war und lediglich einzelne HDMI-2.1-Features wie den Auto Low Latency Mode (ALLM) und eARC für den HDMI-Rückkanal unterstützte. Die JZW2004-Serie bietet hingegen vollständiges HDMI 2.1, sodass auch Features wie Variable Refresh Rate (VRR) und eine hohe Bildwiederholfrequenzen in Verbindung mit 4K genutzt werden können. Insbesondere für die neuen Spielkonsolen PlayStation 5 (Test) und Xbox Series X (Test) ist die 4K-Auflösung mit 120 Hz von Interesse. Speziell für Spieler soll der Input-Lag auf die Hälfte reduziert worden sein, wobei Panasonic im Rahmen einer Online-Produktvorstellung lediglich eine Verbesserung von 21,3 ms auf 14,4 ms mit einem Leo Bodnar 4K HDMI Video Signal Lag Tester zeigen konnte.

Gesteigerte Bedienfreundlichkeit

Panasonics zwei neue OLED-Fernseher laufen mit dem „My Home Screen 6.0“ getauften Betriebssystem, das eine gesteigerte Bedienfreundlichkeit bieten soll. Der Hersteller nennt einen schnelleren Zugriff auf alle gewünschten Inhalte unabhängig davon, ob es sich um TV-Sendungen, Streaming-Dienste, Mediatheken, Apps oder externe Zuspieler handelt. Miniaturansichten der Inhalte von Streaming-Anbietern sollen die Übersichtlichkeit erhöhen. Mit „MyScenery“ lassen sich eigene Bilder oder selbst gedrehte Filme auf den Bildschirm bringen oder einfach nur Datum und Uhrzeit anzeigen. Außerdem sei die Menüstruktur der TVs verbessert worden. Eine neu gestaltete Fernbedienung mit integriertem Mikrofon bietet direkten Zugriff auf bekannte Streaming-Dienste.