Tragisches Ende einer Karriere: Vor 65 Jahren starb James Dean

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Die Rolle des jugendlichen Rebellen machte ihn zur Leinwand-Ikone. Der US-Schauspieler James Dean traf den Nerv der Zeit. Nur drei Kinofilme hat er gedreht.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Ausnahmetalent

    Der trotzige Blick, die wilde Haartolle sind längst zur modischen Attitüde in Mode und Popkultur geworden. Jugendliche verehrten den charismatischen Schauspieler James Dean in den 1950er Jahren wie einen Helden. Und den Rebellen gegen das Establishment spielte er im Leben wie auf der Leinwand. Der Weltschmerz der “Young Rebels” wurde so nicht nur in den USA zum Lebensgefühl einer Generation.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Kleiner Stepptänzer

    Als Kind liebte es der kleine James Byron – seine Mutter hatte ihn nach dem berühmten Dichter benannt – vorzutanzen und sich mit Musik und Kunst zu beschäftigen. Als die Mutter früh starb, brach eine Welt für ihn zusammen. James Dean wuchs bei Verwandten auf dem Land auf, verbrachte seine Jugend in schwierigen Familienverhältnissen. Sein Vater, streng und unnahbar, lebte fernab in Los Angeles.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Verlorene Seele

    Sein Weltschmerz, die unterdrückte Wut, die er in seinem ersten Kinofilm “Jenseits von Eden” verkörperte, waren authentisch. Das Schauspielhandwerk hatte er im legendären “Actors Studio” in New York erlernt. Aber ernsthafte Rollen ließen lange auf sich warten. Dean musste sich anfangs als Statist und mit miesen Jobs als Tellerwäscher, Parkwächter und Platzanweiser im Kino über Wasser halten.

  • Das kurze Leben des James Dean

    “Jenseits von Eden” (1955)

    …war sein erster Kinofilm. Elia Kazan, Oscar-Preisträger und einer der angesagtesten Regisseure in Hollywood, bot dem jungen James Dean 1954 die Hauptrolle in seinem nächsten Film an. Sprungbrett zu einer viel versprechenden Karriere. Dean verkörperte als “Young Rebel” eine andere Männlichkeit als die kantigen Westernhelden. Entdeckt hatte ihn Kazan in einem kleinen Theater am Broadway.

  • Das kurze Leben des James Dean

    “…denn sie wissen nicht was sie tun” (1955)

    Aber erst die Hauptrolle in seinem zweiten Film “…denn sie wissen nicht, was sie tun” (1955) brachte für James Dean den Durchbruch als Schauspieler. Mit seiner improvisierten Spielweise trieb er bei den Dreharbeiten zwar Regisseur und Schauspielkollegen an den Rand des Wahnsinns, aber das weibliche Publikum liebte Leinwandhelden wie ihn (hier mit Filmpartnerin Natalie Wood).

  • Das kurze Leben des James Dean

    Vorbild der rebellischen Jugend

    Der neue Hollywood-Star hatte mehr zu bieten als seine extrem authentische Spielweise. Im Privatleben boxte er regelmäßig, fuhr mit Leidenschaft Autorennen, trieb viel Sport und achtete auf seine Ernährung, um fit zu bleiben. Wenn nötig, konnte er am Set auch selbst die Fäuste sprechen lassen, wie hier in der Filmszene aus „…denn sie wissen nicht was sie tun“ (“Rebel without A Cause”(1955).

  • Das kurze Leben des James Dean

    “Giganten” (1955)

    Das amerikanische Epos “Giganten” – der dritte und letzte Kinofilm des Ausnahme-Schauspielers James Dean – festigte schließlich sein Image als cooler Typ und ewiger Rebell auf der Leinwand. Der Film kam erst 1956 ins Kino, nachdem sein Hauptdarsteller James Dean bereits gestorben war. Diese Rolle brachte ihm erneut eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein – posthum.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Rennfahrer mit Leidenschaft

    1955 kaufte sich der begeisterte Sportwagenfahrer einen neuen Porsche in Silber. Auf das Heck ließ er seinen Spitznamen “Little Bastard” lackieren, den ihm Kollegen am Set verpasst hatten. Nur fünf Fahrzeuge dieses Autotyps “Made in Germany” gab es in den USA. Die Schnelligkeit dieses Wagens wurde ihm zum Verhängnis: am 30. September verunglückte James Dean tödlich – auf dem Weg zum Autorennen.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Kult-Objekt

    In den Monaten nach dem tragischen Unfall entstand ein gespenstischer Kult um den toten James Dean. Devotionalien, wie seine Jeans und sein Zigarettenetui wurden teuer versteigert. Beim ersten Gedenkgottesdienst 1956 stürmten Fans das Grab und plünderten Kränze und Blumengestecke. Das Management von Warner Brothers wurde jahrelang überschwemmt von Fanpost und Liebesbriefen.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Ewige Ikone

    Die Figur James Dean ist längst zu einer Ikone der Pop- und Protestkultur geworden. Poster, Fotos, Songs und Dokus über den jugendlichen Rebellen gehören inzwischen zur Kulturgeschichte. In den 1950er Jahren wurde Schauspieler Horst Buchholz zum „deutschen James Dean“ stilisiert. Fotograf Antoin Corbyn widmete Dean seinen Film „Life“, der die Geschichte einer legendären Fotoreportage nacherzählt.

    Autorin/Autor: Heike Mund


  • Das kurze Leben des James Dean

    Ausnahmetalent

    Der trotzige Blick, die wilde Haartolle sind längst zur modischen Attitüde in Mode und Popkultur geworden. Jugendliche verehrten den charismatischen Schauspieler James Dean in den 1950er Jahren wie einen Helden. Und den Rebellen gegen das Establishment spielte er im Leben wie auf der Leinwand. Der Weltschmerz der “Young Rebels” wurde so nicht nur in den USA zum Lebensgefühl einer Generation.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Kleiner Stepptänzer

    Als Kind liebte es der kleine James Byron – seine Mutter hatte ihn nach dem berühmten Dichter benannt – vorzutanzen und sich mit Musik und Kunst zu beschäftigen. Als die Mutter früh starb, brach eine Welt für ihn zusammen. James Dean wuchs bei Verwandten auf dem Land auf, verbrachte seine Jugend in schwierigen Familienverhältnissen. Sein Vater, streng und unnahbar, lebte fernab in Los Angeles.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Verlorene Seele

    Sein Weltschmerz, die unterdrückte Wut, die er in seinem ersten Kinofilm “Jenseits von Eden” verkörperte, waren authentisch. Das Schauspielhandwerk hatte er im legendären “Actors Studio” in New York erlernt. Aber ernsthafte Rollen ließen lange auf sich warten. Dean musste sich anfangs als Statist und mit miesen Jobs als Tellerwäscher, Parkwächter und Platzanweiser im Kino über Wasser halten.

  • Das kurze Leben des James Dean

    “Jenseits von Eden” (1955)

    …war sein erster Kinofilm. Elia Kazan, Oscar-Preisträger und einer der angesagtesten Regisseure in Hollywood, bot dem jungen James Dean 1954 die Hauptrolle in seinem nächsten Film an. Sprungbrett zu einer viel versprechenden Karriere. Dean verkörperte als “Young Rebel” eine andere Männlichkeit als die kantigen Westernhelden. Entdeckt hatte ihn Kazan in einem kleinen Theater am Broadway.

  • Das kurze Leben des James Dean

    “…denn sie wissen nicht was sie tun” (1955)

    Aber erst die Hauptrolle in seinem zweiten Film “…denn sie wissen nicht, was sie tun” (1955) brachte für James Dean den Durchbruch als Schauspieler. Mit seiner improvisierten Spielweise trieb er bei den Dreharbeiten zwar Regisseur und Schauspielkollegen an den Rand des Wahnsinns, aber das weibliche Publikum liebte Leinwandhelden wie ihn (hier mit Filmpartnerin Natalie Wood).

  • Das kurze Leben des James Dean

    Vorbild der rebellischen Jugend

    Der neue Hollywood-Star hatte mehr zu bieten als seine extrem authentische Spielweise. Im Privatleben boxte er regelmäßig, fuhr mit Leidenschaft Autorennen, trieb viel Sport und achtete auf seine Ernährung, um fit zu bleiben. Wenn nötig, konnte er am Set auch selbst die Fäuste sprechen lassen, wie hier in der Filmszene aus „…denn sie wissen nicht was sie tun“ (“Rebel without A Cause”(1955).

  • Das kurze Leben des James Dean

    “Giganten” (1955)

    Das amerikanische Epos “Giganten” – der dritte und letzte Kinofilm des Ausnahme-Schauspielers James Dean – festigte schließlich sein Image als cooler Typ und ewiger Rebell auf der Leinwand. Der Film kam erst 1956 ins Kino, nachdem sein Hauptdarsteller James Dean bereits gestorben war. Diese Rolle brachte ihm erneut eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein – posthum.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Rennfahrer mit Leidenschaft

    1955 kaufte sich der begeisterte Sportwagenfahrer einen neuen Porsche in Silber. Auf das Heck ließ er seinen Spitznamen “Little Bastard” lackieren, den ihm Kollegen am Set verpasst hatten. Nur fünf Fahrzeuge dieses Autotyps “Made in Germany” gab es in den USA. Die Schnelligkeit dieses Wagens wurde ihm zum Verhängnis: am 30. September verunglückte James Dean tödlich – auf dem Weg zum Autorennen.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Kult-Objekt

    In den Monaten nach dem tragischen Unfall entstand ein gespenstischer Kult um den toten James Dean. Devotionalien, wie seine Jeans und sein Zigarettenetui wurden teuer versteigert. Beim ersten Gedenkgottesdienst 1956 stürmten Fans das Grab und plünderten Kränze und Blumengestecke. Das Management von Warner Brothers wurde jahrelang überschwemmt von Fanpost und Liebesbriefen.

  • Das kurze Leben des James Dean

    Ewige Ikone

    Die Figur James Dean ist längst zu einer Ikone der Pop- und Protestkultur geworden. Poster, Fotos, Songs und Dokus über den jugendlichen Rebellen gehören inzwischen zur Kulturgeschichte. In den 1950er Jahren wurde Schauspieler Horst Buchholz zum „deutschen James Dean“ stilisiert. Fotograf Antoin Corbyn widmete Dean seinen Film „Life“, der die Geschichte einer legendären Fotoreportage nacherzählt.

    Autorin/Autor: Heike Mund


Was genau bei dem Unfall passierte, ist bis heute nicht genau geklärt. Nur das Datum steht fest: Am 30. September 1955 ist der Schauspieler mit einem Freund, dem Mechaniker und Rennfahrer Rolf Wütherich aus Deutschland, auf dem Highway 46 in Kalifornien unterwegs. Die beiden sind auf dem Weg zu einem Autorennen. James Dean will mit seinem Porsche am nächsten Tag antreten. Er sitzt auch jetzt am Steuer.

Es dämmert schon und die Sonne steht tief über dem Highway. An einer Kreuzung taucht plötzlich ein Ford auf und nimmt den beiden die Vorfahrt. Deans Auto fährt deutlich zu schnell. Erst am Nachmittag hatte ihn eine Polizeistreife wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnt. Er kann nicht mehr ausweichen. Das andere Fahrzeug erwischt seinen Wagen in voller Wucht auf der Höhe der Fahrertür. Deans Porsche wird von der Straße geschleudert.

Tragisches Ende einer Karriere: der Porsche von James Dean nach dem Unfall

Von dem silbernen Spyder 550 bleibt nicht mehr als ein Schrotthaufen übrig. Der junge Schauspieler erleidet einen Genickbruch, sein Brustkorb ist völlig eingedrückt. James Dean stirbt noch an der Unfallstelle. Sein Beifahrer wird durch den Aufprall aus dem Cabrio rausgeschleudert und überlebt schwer verletzt. 

Jähes Ende einer großen Karriere

Geboren wird James Byron Dean am 8. Februar 1931. Er wächst im US-Bundesstaat Indiana auf, später zieht die Familie nach Kalifornien. Schon als Kind mag er Kunst und Musik. Er lernt Geige zu spielen, töpfert künstlerische Dinge und liebt Stepptanz. Sein Traum ist es, einmal Schauspieler zu werden und auf der Leinwand wilde Abenteuer zu bestehen.

Kinderfoto aus glücklichen Tagen: der kleine James Byron Dean

Im Alter von neun Jahren stirbt James Deans Mutter – an Krebs. Der strenge Vater gibt den Jungen in die Obhut seiner Tante und der Großmutter aufs Land. Nichts macht James mehr Freude. Stundenlang sitzt er allein vorm Radio und flüchtet sich in Geschichten, die ihn in andere Welten entführen. Erst die Theater-AG in der Schule holt ihn aus dieser Tiefphase heraus.

Er ist fasziniert von schnellen Motorrädern, Sportwagen und Autorennen. Aber auf den Führerschein muss er noch warten: “Mein Hobby ist das Motorrad”, berichtet er seinem Schulleiter in einem Brief. “Ich weiß viel über die Mechanik und ich liebe es zu fahren. Ich habe ein paar Rennen bestritten. Und bin gut gefahren.”

Schauspielschule in New York

Nach der High School zieht er zu seinem Vater nach Los Angeles. Die Kinos dort und die Studios im nahen Hollywood interessieren ihn brennend. 1949 schreibt er sich am Junior College von Santa Monica in Kalifornien ein – auf Rat des Vaters wählt er das Fach Jura. Aber Rechtswissenschaften sind nicht seine Sache: Lieber besucht er Seminare in Theaterwissenschaften. Nebenbei nimmt er privaten Schauspielunterricht.

Als junger Schauspieler spielt Dean anfangs am Broadway Theater

Sein Studium finanziert sich der ruhelose Nachwuchsschauspieler mit wechselnden Jobs als Tellerwäscher, Parkwächter  und Platzanweiser. In den CBS-Rundfunkstudios ergattert er kleinere Sprechrollen. 1951 erhält er endlich seine erste Filmrolle: In Samuel Fullers Kriegsdrama “Der letzte Angriff”. Im Abspann taucht sein Name allerdings nicht auf.

Das alles reicht dem ehrgeizigen jungen Mann nicht. Er schmeißt schließlich das Jura-Studium hin und zieht an die Ostküste nach New York. Doch die Lebensrealität in einer brodelnden Millionenstadt ist alles andere als romantisch, sondern hart und mühevoll. James Dean hat Glück, er bekommt einen der begehrten Plätze in den Kursen von Lee Strasbergs “Actors Studio”. Wer dort eine Ausbildung erhält, hat es geschafft, heißt es Doch der Erfolg lässt auf sich warten.

Sein erster großer Kinofilm: James Dean (Mitte) in “Jenseits von Eden” (1955)

Welterfolg mit ”Jenseits von Eden”

Der junge Dean spricht für diverse Rollen am Broadway vor. Am 8. Februar 1954, seinem 23. Geburtstag, hat er die erste Premiere – im renommierten Royal Theatre. Im Publikum sitzt Hollywood-Regisseur Elia Kazan, der das Talent des jungen Schauspielers sofort erkennt.

Kazan – Oscar-Preisträger und einer der berühmtesten amerikanischen Regisseure seiner Zeit – gibt James Dean die Hauptrolle in seinem nächsten Film “Jenseits von Eden”, der einen Teil des Romans von John Steinbeck als Vorlage für das Drehbuch nimmt.

Stark kurzsichtig: Der Schauspieler James Dean in einer Drehpause (Foto: 1955)

Die Besetzung mit dem unerfahrenen jungen Schauspieler ist ein Risiko für Kazan. Aber Dean, selbst noch auf der Suche nach seinem eigenen Weg, trifft als ewig zweifelnder und gegen alle starren Autoritäten rebellierender junger Mann, den Nerv der Zeit.

Die Rolle macht James Dean über Nacht berühmt – und bringt ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller ein – die er aber tragischerweise nicht mehr erlebt. 1957 wird er nochmal für seinen Auftritt in “Giganten” für einen Oscar nominiert.

Mythos des Rebellen lebt weiter

Der Premiere im März 1955 bleibt er fern, er feiert seinen Erfolg mit dem Kauf seines ersten Porsche. Noch mehr Ausnahmestar in Hollywood wird James Dean mit dem Film “…denn sie wissen nicht, was sie tun” (1955). Seine Filmpartnerin in dem Jugenddrama ist Natalie Wood, Regie führt Nicolas Ray.

James Dean am Set von “Rebel without Cause”, hier mit Regisseur Nicolas Ray

Mit dieser Rolle wird er zur Heldenfigur der rebellischen Jugend der 1950er Jahre – nicht nur in den USA.Noch im selben Jahr dreht Dean unter der Regie von George Stevens den Film “Giganten” (1955) – mit Elizabeth Taylor in der weiblichen Hauptrolle. Das monumentale Kino-Epos zementiert den Ruhm von James Dean als charismatischen Ausnahmeschauspieler endgültig. Der Film katapultiert ihn in die erste Reihe der damaligen Hollywood-Stars.

Als die beiden Filme 1956 ins Kino kommen, ist James Dean bereits tot. Posthum wird er mit zwei Oscar-Nominierungen geehrt. Im frühen Alter von 24 Jahren wird er weltweit zu einer Ikone. Seine Art sich zu kleiden, sein Haarschnitt, sein trotziger Blick werden auch Jahrzehnte nach seinem Tod in Fotografie und Mode noch zitiert.

Idol einer ganzen Generation: James Dean

 

Begraben wird James Dean in seiner Heimat Indiana. Die noch mit ihm geplanten Rollen übernimmt der junge Paul Newman, der wie Dean ein Schüler von Elia Kazan und seinem “Method Acting” ist. Heute erinnert ein kleines Museum in Indiana an den weltberühmten Schauspieler. Die Unfall-Kreuzung in Kalifornien wurde in “James-Dean-Memorial-Junction” umbenannt. Noch immer legen Fans aus aller Welt dort Blumen ab.