“Maestro” Andrea Pirlo wird Juve-Trainer

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Juventus Turin muss seine Champions-League-Titelambitionen nach dem überraschenden Aus gegen Olympique Lyon früh begraben. Nachfolger des kurz danach entlassenen Trainers Maurizio Sarri wird die Juve-Ikone Andrea Pirlo.

Kaum war der Titeltraum von Cristiano Ronaldo in der Königsklasse geplatzt, läutete sein Klub Juventus Turin mit einer spektakulären Personalie den Neuanfang ein. Keine 24 Stunden nach dem Aus im Achtelfinale der Champions League präsentierte der italienische Fußball-Rekordmeister Ikone Andrea Pirlo als Nachfolger von Trainer Maurizio Sarri, den das Aus gegen Olympique Lyon seinen Job gekostet hatte.

Der Schritt kommt überraschend: Für den 41-jährigen Pirlo ist es der erste Trainerposten bei einer Profimannschaft, der Weltmeister von 2006 war erst vor wenigen Tagen als neuer U23-Coach der Turiner vorgestellt worden. Pirlo stand zwischen 2011 und 2015 bei den Bianconeri als Spieler unter Vertrag und holte in dieser Zeit viermal den Meistertitel. Er erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.

Ronaldo soll bleiben

Eine der ersten Aufgaben des “Maestros”: Ronaldo vom Bleiben bei der Alten Dame zu überzeugen. Denn angeblich ist die Zukunft des fünfmaligen Weltfußballers beim italienischen Serienmeister offener denn je. “Wenn man von Ronaldo absieht, was bleibt von Juve übrig? Eine langsame und ungenaue Mannschaft, die nie wirklich gefährlich wird”, schrieb die Zeitung “Corriere della Sera” nach dem 2:1 (1:1) gegen Olympique Lyon.

Womöglich ist genau das der Grund, weshalb sich die Wege nach nur zwei Jahren bereits wieder trennen könnten. Klar ist: Titel auf der europäischen Bühne stehen für Ronaldo, der 2018 mit großen Erwartungen in Turin empfangen wurde, über allem.

Weil der Traum mit Juventus nach dem Viertelfinal-Aus im vergangenen Jahr nun erneut geplatzt ist, wird in italienischen Medien über einen vorzeitigen Abschied spekuliert. Ronaldo steht – im Herbst seiner Karriere – am Scheideweg, sein Vertrag läuft noch bis 2022. Wie schon vor zwei Jahren wird wieder Paris St. Germain mit Thomas Tuchel als neuer Arbeitgeber gehandelt. Wie Ronaldos Gedanken dazu aussehen, bleibt aber offen.

Enttäuschende Saison

Nach der Enttäuschung am Freitagabend sprachen nur die anderen. Juve-Präsident Andrea Agnelli wollte von den Spekulationen jedenfalls nichts wissen und beteuerte, er sei überzeugt, “dass Ronaldo bleiben will. Er ist ein Eckpfeiler unserer Mannschaft”. Für Juventus fällt das Saisonfazit trotz der neunten nationalen Meisterschaft in Folge enttäuschend aus. Juventus wird im nächsten Jahr einen neuen Anlauf in der Champions League nehmen – dann aber womöglich ohne Ronaldo. Dafür aber mit Pirlo.

jst/AR (sid)