Hamilton auf Pole in Silverstone, Vettel im Abseits

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Mit neuem Streckenrekord setzt sich Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton durch und erringt die 91. Pole-Position seiner Karriere. Sebastian Vettel enttäuscht im Ferrari, auch Rückkehrer Nico Hülkenberg ist zu langsam.

Erst rutscht er kurz neben die Strecke, dreht sich und sorgt für eine Unterbrechung des Qualifyings, dann kommt er stark zurück und fährt so schnell, wie noch keiner zuvor: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat beim Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone (am Sonntag ab 14:55 Uhr MESZ im DW-Liveticker) ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Zunächst, in den beiden ersten Qualifikationsrunden Q1 und Q2, war sein Teamkollege Valtteri Bottas etwas schneller und setzte den sechsfachen Weltmeister unter Druck. Zudem sorgte der Brite mit einem Dreher in Q2 für eine Zwangspause.

Hamilton hatte mit seinem Mercedes am Ausgang einer Kurve zu früh Gas gegeben und war neben die Strecke geraten. Er drehte sich und wirbelte jede Menge Dreck auf die Strecke, die danach erst einmal geräumt werden musste. Er selbst musste mit leicht ramponierten Reifen in die Box und – wie alle anderen – einige Minuten warten, bis die Strecke wieder freigegeben wurde. Danach konzentrierte sich Hamilton und belegte am Ende von Q2 den zweiten Rang hinter Bottas. In der entscheidenden Quali-Runde, dem Q3, setzte er seiner Leistung dann die Krone auf: Mit 1:24,303 Minuten stellte er einen neuen Streckenrekord auf und sicherte sich vor Bottas die Pole für das Rennen am Sonntag.

Vettel und Hülkenberg enttäuschen

Während bei Mercedes alles nach Plan lief, gab es bei Ferrari zumindest einen kleinen Lichtblick: Mit seiner letzten schnellen Runde schob sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc noch auf Rang vier, hinter Max Versatppen im Red Bull und sorgte so für positive Stimmung in der krisengeschüttelten Scuderia. Weniger gut lief es dagegen für Leclercs Teamkollegen Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister, dessen Abschied bei Ferrari am Ende der Saison feststeht, landete in der Runde der besten zehn Fahrer nur auf dem zehnten Platz.

Die Ferrari-Mechaniker hatten viel zu tun, um Sebastian Vettels Boliden fahrtüchtig zu machen

“Von meiner Seite war es nicht ideal”, gab Vettel zu: “Das war mit Sicherheit keine gute Quali, denn ich bin die ganze Zeit nicht in meinen Rhythmus gekommen.” In allen drei Trainingseinheiten hatte er technische Probleme. Erst machte die Kühlung an seinem Auto Schwierigkeiten, dann mussten auch noch die Pedale im Fußraum mehrfach repariert werden. “Wir stehen am Ende der Top Ten und haben auch noch die falschen Reifen”, sagte Vettel und ergänzte: “Viel schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Ich glaube, dass es morgen besser wird.” Seine schnellste Runde, die zumindest Platz neun gebracht hatte, wurde dem 33-Jährigen wegen eines Fehlers zu allem Überfluss auch noch gestrichen.

Hülkenbergs Kaltstart

Nico Hülkenberg im Racing Point

Gar nicht erst in der letzten Quali-Runde dabei war Nico Hülkenberg, der aufgrund der Corona-Infektion von Sergio Perez überraschend ein Comeback in der Formel 1 feiert. Er kam lediglich auf Rang 13 und hat damit im Rennen einiges an Verkehr vor sich. “Es hat eine Zehntelsekunde gefehlt, um Q3 zu erreichen – die wäre schon noch drin gewesen, aber die Bedingungen sind nicht einfach. 

Außerdem habe ich einen Kaltstart in einem neuen Auto gemacht”, sagte Hülkenberg nach dem Qualifying im Interview mit RTL. Für das Rennen gab er keine feste Platzierung als Ziel vor: “Ich will eine gute Leistung abliefen, das Auto nach Hause bringe und dabei auch noch ein paar Punkte einsammeln.”