Werbeboykott gegen Facebook weitet sich aus

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Den Anfang machte der US-Telekommunikationskonzern Verizon, nun folgten unter anderem Unilever, Honda und Coca-Cola. Ihre Werbepausen auf den Onlineplattformen sind zwar unterschiedlich, ihr Ziel ist es aber nicht.

Immer mehr Branchenriesen erh├Âhen den Druck auf die US-Onlineplattformen Facebook und Twitter, Hasskommentare, Propaganda, Spam und Fake News zu unterbinden. Facebook samt Tochter Instagram sowie der Kurznachrichtendienst Twitter sind dringend aufgefordert, ihren Umgang mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten zu ├╝berdenken.

“Es gibt keinen Platz f├╝r Rassismus in der Welt und es gibt keinen Platz f├╝r Rassismus in den sozialen Netzwerken”, sagte Coca-Cola-Chef James Quincey. Online-Netzwerke sollten mehr “Transparenz und Verantwortung” an den Tag legen. In den n├Ąchsten 30 Tagen werde Coca-Cola seine Werbestrategie ├╝berpr├╝fen und “schauen, ob Korrekturen n├Âtig sind”, erkl├Ąrte er. Coca-Cola ist eine der bekanntesten Marken der Welt und gibt enorme Summen f├╝r Werbung aus.

“Ein vertrauensw├╝rdiges und sicheres digitales ├ľkosystem aufbauen”

Der amerikanische Mobilfunkbetreiber Verizon will seine Werbepause solange aufrechterhalten, bis Facebook eine akzeptable L├Âsung anbiete. Der japanische Fahrzeug- und Motorenhersteller Honda zieht seine Werbung f├╝r einen Monat zur├╝ck, und der britisch-niederl├Ąndische Konsumg├╝terriese Unilever – wegen der US-Pr├Ąsidentschaftswahl im November – sogar f├╝r den Rest dieses Jahres. “Die polarisierte Atmosph├Ąre erlegt Marken eine erh├Âhte Verantwortung auf, ein vertrauensw├╝rdiges und sicheres digitales ├ľkosystem aufzubauen”, twitterte der Konzern zur Begr├╝ndung. Der Werbeverzicht gelte ab sofort.

B├╝rgerrechtsgruppen hatten zu dem Werbeboykott aufgerufen. Zuvor hatten bereits der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry’s (eine Unilever-Marke) sowie die Outdoorbekleidungskonzerne Patagonia und North Face angek├╝ndigt, zun├Ąchst nicht mehr auf Facebook werben zu wollen.

Zuckerberg gelobt Besserung

Die Aktien von Facebook und Twitter verloren an der New Yorker B├Ârse jeweils mehr als sieben Prozent. Facebook-Gr├╝nder Mark Zuckerberg k├╝ndigte inzwischen einen neuen Umgang mit Inhalten an, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks versto├čen. Demnach sollen Posts gel├Âscht werden, in denen behauptet werde, dass Menschen etwa einer gewissen Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung eine Gefahr f├╝r die Sicherheit oder Gesundheit darstellten. Inhalte von allgemeinem Interesse, die gegen die Regeln verstie├čen, w├╝rden nun gekennzeichnet. Alle Posts und Werbespots zu Wahlen sollen mit einem Link zu ma├čgeblichen Informationen versehen werden. Es gebe bei den neuen Ma├čnahmen “keine Ausnahmen f├╝r Politiker”, erkl├Ąrte Zuckerberg.

Facebook-Konzernchef Mark Zuckerberg (Archiv)

Eine Sprecherin best├Ątigte, dass nach der neuen Vorgehensweise auch eine umstrittene Botschaft im vergangenen Monat von Pr├Ąsident Donald Trump zu Briefwahlen gekennzeichnet worden w├Ąre. Zuletzt war unter den Mitarbeitern des US-Konzerns wie auch unter Kongressabgeordneten der Unmut ├╝ber die bisherige Praxis von Facebook gewachsen, als aufr├╝hrerisch empfundene Botschaften des Pr├Ąsidenten unangetastet zu lassen.

rb/ack (afp, ap, dpa, rtr)