Karl Lagerfeld: Ikone der Modewelt

0
68

Er war ein kreativer Tausendsassa, tänzelte elegant in unterschiedlichen Sparten der Modebranche: als Chefdesigner bei Chanel, Fotograf und Werbemanager. Ein Jahr ist es her, dass Karl Lagerfeld gestorben ist.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Sonnenbrille und Mozartzopf

    Lagerfelds tiefer Pferdeschwanz und die Sonnenbrille waren sein Markenzeichen. So ziert seine Silhouette stilecht das Emblem seines Modelabels “Karl Lagerfeld”. Unverzichtbar waren für den Designer aber auch das Hemd mit Stehkragen, Krawatte und Jackett, Lederhandschuhe sowie bis zu 30 Ringen an den Fingern. Zum Arbeiten trug er aber auch einfach mal schwarze Pullis.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Die Verwandlung

    “Alles, was ich seit 2002 anhabe, ist von Dior und Hedi Slimane”, sagte Lagerfeld einmal. Um die schmal geschnittenen Slimane-Anzüge tragen zu können, nahm er über 40 Kilogramm ab. Diesen Erfolg vermarktete er als Buch: Seine 3D-Diät (Design, Doktor, Diät) basiert vor allem auf eiweißhaltiger Nahrung. Cola Light mochte er auch und ließ es sich nicht nehmen, eine eigene Flasche zu designen.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Bücherliebe

    “Ich kann einfach nicht aufhören, Bücher zu kaufen. Sie stehen bei mir überall. Mein Bett ist von Büchertürmen umgeben, die Wände voller Regale. Ich habe kaum Platz für Bilder. Ich finde das wundervoll.” Rund 300.000 Exemplare umfasst Lagerfelds Sammlung, vor allem Bildbände über Mode und Kunst, Geschichts- und Philosophiebücher sowie Essays und Gedichte. Letztere las er am liebsten.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Choupette

    Neben Büchern und Mode gebührte Lagerfelds dritte Leidenschaft seinen Musen. Allen voran die Katze Choupette. Sie unterhält mehrere Diener, einen Facebook- und Twitteraccount und hatte Karl schon zu zwei Chanel-Kollektionen inspiriert. “Sie hat etwas Unvergessliches an sich”, schwärmte der Modeschöpfer. “Sie ist eine Inspiration für Eleganz. Für Haltung.”

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Karl und die Musen

    Choupette aber war bei weitem nicht Lagerfelds einzige Muse. Ab 1990 förderte er beispielsweise Claudia Schiffer (Foto), die sich vom Chanel-Mädchen zum internationalen Spitzenmodel entwickelte. Später war der Franzose Baptiste Giabiconi seine Inspirationsquelle: Ihn lichtete er am liebsten selbst ab und präsentierte die Ergebnisse in Fotobänden und Ausstellungen.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Fotografie

    Zur Fotografie kam Lagerfeld 1987. Denn nicht immer entsprachen die Werbe-Kampagnen für Chanel seinen hohen ästhetischen Ansprüchen, sodass er die Kamera lieber selbst in die Hand nahm: Zahlreiche Chanel-Kampagnen schoss er, lichtete Stars wie Nicole Kidman ab, fotografierte Modestrecken für die “Vogue”, drehte Kurzfilme für Fendi und Co. Für Opel setzte er seine Choupette in Szene.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Legendäre Sprüche

    “Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Straße”, so Lagerfeld. Etwas anderes galt sicherlich für seine Chanel-Variante (Bild), die er 2014 im Rahmen seiner “Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund” entwarf. So umschrieb Lagerfeld nämlich, was er tat. “Am Fließband stehen, das ist Arbeit.”

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Die Seele von Chanel

    Lagerfeld war seine eigene Marke – aber in erster Linie war er eins: die Seele des Modehauses Chanel, für das er mehr als 35 Jahre lang Haute Couture und Prêt-à-Porter-Kollektionen kreierte. Als er – erstmals überhaupt in seiner Zeit als Kreativdirektor – nicht bei der Chanel-Modenschau in Paris erschienen war, hatten die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand begonnen.

    Autorin/Autor: Bettina Baumann


  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Sonnenbrille und Mozartzopf

    Lagerfelds tiefer Pferdeschwanz und die Sonnenbrille waren sein Markenzeichen. So ziert seine Silhouette stilecht das Emblem seines Modelabels “Karl Lagerfeld”. Unverzichtbar waren für den Designer aber auch das Hemd mit Stehkragen, Krawatte und Jackett, Lederhandschuhe sowie bis zu 30 Ringen an den Fingern. Zum Arbeiten trug er aber auch einfach mal schwarze Pullis.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Die Verwandlung

    “Alles, was ich seit 2002 anhabe, ist von Dior und Hedi Slimane”, sagte Lagerfeld einmal. Um die schmal geschnittenen Slimane-Anzüge tragen zu können, nahm er über 40 Kilogramm ab. Diesen Erfolg vermarktete er als Buch: Seine 3D-Diät (Design, Doktor, Diät) basiert vor allem auf eiweißhaltiger Nahrung. Cola Light mochte er auch und ließ es sich nicht nehmen, eine eigene Flasche zu designen.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Bücherliebe

    “Ich kann einfach nicht aufhören, Bücher zu kaufen. Sie stehen bei mir überall. Mein Bett ist von Büchertürmen umgeben, die Wände voller Regale. Ich habe kaum Platz für Bilder. Ich finde das wundervoll.” Rund 300.000 Exemplare umfasst Lagerfelds Sammlung, vor allem Bildbände über Mode und Kunst, Geschichts- und Philosophiebücher sowie Essays und Gedichte. Letztere las er am liebsten.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Choupette

    Neben Büchern und Mode gebührte Lagerfelds dritte Leidenschaft seinen Musen. Allen voran die Katze Choupette. Sie unterhält mehrere Diener, einen Facebook- und Twitteraccount und hatte Karl schon zu zwei Chanel-Kollektionen inspiriert. “Sie hat etwas Unvergessliches an sich”, schwärmte der Modeschöpfer. “Sie ist eine Inspiration für Eleganz. Für Haltung.”

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Karl und die Musen

    Choupette aber war bei weitem nicht Lagerfelds einzige Muse. Ab 1990 förderte er beispielsweise Claudia Schiffer (Foto), die sich vom Chanel-Mädchen zum internationalen Spitzenmodel entwickelte. Später war der Franzose Baptiste Giabiconi seine Inspirationsquelle: Ihn lichtete er am liebsten selbst ab und präsentierte die Ergebnisse in Fotobänden und Ausstellungen.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Fotografie

    Zur Fotografie kam Lagerfeld 1987. Denn nicht immer entsprachen die Werbe-Kampagnen für Chanel seinen hohen ästhetischen Ansprüchen, sodass er die Kamera lieber selbst in die Hand nahm: Zahlreiche Chanel-Kampagnen schoss er, lichtete Stars wie Nicole Kidman ab, fotografierte Modestrecken für die “Vogue”, drehte Kurzfilme für Fendi und Co. Für Opel setzte er seine Choupette in Szene.

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Legendäre Sprüche

    “Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Straße”, so Lagerfeld. Etwas anderes galt sicherlich für seine Chanel-Variante (Bild), die er 2014 im Rahmen seiner “Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund” entwarf. So umschrieb Lagerfeld nämlich, was er tat. “Am Fließband stehen, das ist Arbeit.”

  • Warum Modepapst Karl Lagerfeld selbst eine Marke war

    Die Seele von Chanel

    Lagerfeld war seine eigene Marke – aber in erster Linie war er eins: die Seele des Modehauses Chanel, für das er mehr als 35 Jahre lang Haute Couture und Prêt-à-Porter-Kollektionen kreierte. Als er – erstmals überhaupt in seiner Zeit als Kreativdirektor – nicht bei der Chanel-Modenschau in Paris erschienen war, hatten die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand begonnen.

    Autorin/Autor: Bettina Baumann


Er ist immer noch präsent in der Modewelt. Man mag kaum glauben, dass es schon ein Jahr her ist, dass Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben ist. Wie alt er da war, ist bis heute ungeklärt, selbst sein genaues Geburtsdatum stand nie fest. In den Nachschlagewerken steht der 10. September 1933.

Er selbst gab mal 1935, mal 1938 als sein Geburtsjahr an. Auszüge aus dem Hamburger Taufregister haben ihn als Täufling dort vermerkt. Er selbst hatte immer erzählt, seine Papiere seien im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff verbrannt.

Als Modeschöpfer, Designer und Kreativdirekor bei Chanel war Lagerfeld eine Ikone geworden. Die internationalen Modewelt hofierte ihn als “Kaiser Karl” oder “Modezar”, der die Häuser wie Balmain, Cloé, Fendi und zuletzt Chanel künstlerisch geprägt hat.

Als akuter Notfall war er vor einem Jahr in eine Klinik in Neuilly-sur-Seine nahe Paris eingeliefert worden, am 19. Februar 2019 ist er gestorben. Die Welt war geschockt. Mit seinem Tod hinterließ er bei Chanel ein kreatives Imperium in einem der berühmtesten Modehäuser der Welt.

 


  • High Five: Provokante Sprüche von Karl Lagerfeld

    Karl Lagerfeld über Jogginghosen

    “Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren, und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Straße”, sagte der Modeschöpfer 2012 in einer deutschen Talkshow. Dass er zwei Jahre später für Chanel Models in Jogginghosen über den Laufsteg schickte, war ihm herzlich egal. Getreu seines Mottos: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?


  • High Five: Provokante Sprüche von Karl Lagerfeld

    Karl Lagerfeld über Schönheitsideale

    Ja, die Wankelmütigkeit der Modewelt verkörperte auch Karl Lagerfeld perfekt. Trends kommen und gehen, und auch bei den Models herrscht auf den Laufstegen große Fluktuation – oder um es in Lagerfelds Worten zu sagen: “Wer heute als schön gilt, wird morgen kaum noch zum Putzen eingestellt.” Der Couturier selbst war da keine Ausnahme, auch Lagerfeld wechselte seine Musen regelmäßig.


  • High Five: Provokante Sprüche von Karl Lagerfeld

    Karl Lagerfeld über seine Katze

    Nie hat Lagerfeld über seine Katze ein böses Wort verloren. Choupette war sein Ein und Alles, sie reiste mit ihm im Privatjet um die Welt und aß Gourmetfutter. 2013 schockierte er mit dieser Liebeserklärung: “Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so sehr verliebe. Wenn ich könnte, würde ich Choupette heiraten.” Echte Emotionen oder ein Marketingstreich? Die Aufmerksamkeit war ihm jedenfalls sicher.


  • High Five: Provokante Sprüche von Karl Lagerfeld

    Karl Lagerfeld über seine Exzentrik

    Er puderte seine Haare weiß, fuhr Rolls Royce und trug fast immer eine Sonnenbrille und schwarze Handschuhe. Nachts soll der Designer angeblich in einem langen, weißen Nachthemd geschlafen haben, in dem er wohl auch gerne zeichnete. Komisch fand Karl Lagerfeld das nicht: “Ich bin sehr geerdet, nur nicht auf dieser Erde”, beschrieb er seinen Lebensstil einmal.


  • High Five: Provokante Sprüche von Karl Lagerfeld

    Karl Lagerfeld über Stress

    Einst forderte er den 48-Stunden-Tag, weil ihm 24 Stunden einfach nicht reichten. Lagerfeld war ein Arbeitstier und selbst mit über 80 Jahren umtriebig, wie kaum ein anderer. Zu den acht Kollektionen für Chanel kamen jedes Jahr vier weitere für sein eigenes Label und zahlreiche Kollaborationen. Sein Motto: “Stress kenne ich nicht. Ich kenne nur Strass!”

    Autorin/Autor: Antje Binder