Boxen: Anthony Joshua wieder Schwergewichts-Weltmeister

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Eine weitere Überraschung blieb aus. Der Brite Anthony Joshua ist zurück auf dem Thron des besten Boxers der Welt. Er sah schon vorher aus wie der Sieger, wusste aber, dass er gegen Andy Ruiz jr. auf der Hut sein musste.

Schon in der zweiten Runde blutete die linke Augebraue. Und natürlich floss der Schweiß in Strömen über das massive “Victorious”-Tattoo auf dem Rücken. Doch Blut und Schweiß halfen dem kleinen dicken Mann aus den USA im Ring nicht. Andy Ruiz jr. sollte an diesem Abend nicht siegreich sein, wie es ihm sein Tätowierer auf den Körper geschrieben hatte.

Meister von WBA, IBF, WBO, IBO.
Wer kann das schon von sich sagen?

Anthony Joshua (Artikelbild) auf der anderen Seite setzte seinen Jab ein, blieb vorsichtig und hielt sich die Kampfmaschine, so oft es ging, mit besagter Gerade vom Leib. Und nach zwölf Runden war klar: “Once again, the heavy weight champion of the world, the man called A.J.”, rief der Ringsprecher Michael Buffer. Die Entscheidung der drei Punktrichter fiel eindeutig aus. “I’m not perfect, but I’m trying”, sagte der Modellathlet Joshua hinterher. Er sei nicht perfekt, aber er arbeite daran.

So ein Jab kann seine Spuren hinterlassen im Gesicht eines Mannes …

Der 30-Jährige ist nun wieder Champion der Verbände WBA, IBF und WBO sowie des kleineren Verbandes IBO.

Das erste Duell Anfang Juni hatte Ruiz überraschend für sich entschieden. Der Boxer mit der Wampe hatte in New York durch technischen K.o. in der siebten Runde gewonnen. Durch das gelungene Comeback feierte Joshua nun den 23. Sieg im 24. Profikampf, für Ruiz war es die zweite Niederlage. Aus der Pleite in NYC hatte Joshua augenscheinlich Lehren gezogen. Der Brite nutzte von Beginn an seine Reichweitenvorteile aus. Ruiz kam dagegen kam kaum nah genug an den Herausforderer heran.

… und so war der “Clash on the Dunes” für den übergewichtigen Boxer aus den USA alles in allem keine so schöne Erfahrung.

Der Kampf fand in der saudi-arabischen Stadt Diriyya statt. Rund 100 Millionen Dollar soll Kronprinz Mohammed bin Salman das Spektakel in der Wüste (“Clash on the Dunes”) wert gewesen sein. Amnesty International erklärte, mit dem Kampf wollten die saudischen Herrscher die Chance nutzen, “ihr stark angeschlagenes Image über den Sport reinzuwaschen”. Joshua soll für den Kampf eine Börse von rund 60 Millionen US-Dollar erhalten haben, Ruiz hingegen muss nach Agenturberichten mit einer einstelligen Millionensumme auskommen. Der Brite Joshua war im April 2017 Weltmeister geworden, als er im Wembley Stadion Wladimir Klitschko besiegte.

ml/cgn (sid, dpa, dazn)