Filmfestival Locarno: Goldener Leopard geht an “Vitalina Varela”

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17 internationale Filme waren im Wettbewerb, der Goldene Leopard geht 2019 an den portugiesischen Film “Vitalina Varela” von Regisseur Pedro Costa. Ausgezeichnet wurden auch zwei deutsche Ko-Produktionen.

Die international besetzte Jury, zu der 2019 auch die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach gehörte, hat sich für den portugiesischen Spielfilm von Regisseur Pedro Costa entschieden. Das gab die Jury-Vorsitzende Catherine Breillat in Locarno bekannt. Costa bekommt damit den Hauptpreis im Wettbewerb des renommierten Filmfestivals. 

Sein einfühlsames, bildstarkes Portrait einer Frau im Armenviertel von Lissabon begeisterte Filmkritiker ebenso wie die Jurymitglieder. Darin kämpft die von den Kapverdischen Inseln stammende Hauptfigur um ihr Überleben. Vitalina Varela spielt sich im Film als Schauspielerin quasi selbst. Und gewinnt den Goldenen Leoparden als beste Hauptdarstellerin.

Beste Hauptdarstellerin: Vitalina Varela

Hollywood-Glamour in Locarno

Hollywood war auf dem Filmfestival Locarno vor allem durch US-Schauspielerin Hilary Swank vertreten das US-amerikanische Independent-Kino durch Kultregisseur John Waters. Beide konnten zu unterschiedlichen Veranstaltungen eine Leoparden-Statue als Preis entgegen nehmen, Waters den renommierten Ehren-Leoparden.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin (“Million Dollar Baby”) brachte mit ihrem breiten Lächeln und klugen, auch politischen Statements nicht nur einen Hauch von Glamour auf die Piazza Grande von Locarno.

Waters (“Pope of the Trash”) unterhielt interessierte Filmfans in seinem Publikumsgespräch mit schrägen Geschichten aus  der amerikanischen Filmindustrie und seiner eigenen Karriere als Regisseur und Schauspieler.

Hollywoodstar mit politischem Spirit: Hilary Swank

Leoparden auch für Nachwuchsfilme 

Die Favoriten – nicht nur im Wettbewerb – wurden während des Festivals sehr unterschiedlich gehandelt. Der deutsche Film, “Das freiweillige Jahr” von dem Regie-Duo Ulrich Köhler und Henner Winckler gehörte dazu. Ebenfalls sehr positiv bewertet bei Filmkritikern und Experten war die mit deutschem Geld finanzierte internationale Koproduktion “Fieber” der brasilianischen Regisseurin Maya Da-Rin. Hauptdarsteller Regis Myrupu wurde in Locarno als Bester Schauspieler ausgezeichnet.

Im Nebenwettbewerb “Leoparden von morgen” bekam die deutsch-türkische Koproduktion “Siyah Günes” (“Schwarze Sonne”) von Regisseur Arda Ciltepe den Kleinen Goldenen Leoparden verliehen, als Auszeichnung für den besten internationalen kurzen oder mittellangen Film. Festivalleiterin Lili Histin setzte zu ihrem Antritt bei der Auswahl in diesem Jahr auf künstlerisch anspruchsvolle Filme.

Grandioses Minenspiel: Hollywood-Schauspieler Joseph Gordon-Levitt in “7500”

Ein anderer deutscher Kinofilm, der in diesem Jahr schon in Cannes gelaufen war, lief in Locarno nur außerhalb des Wettbewerbs: “7500”, ein hochspannender Thriller über eine versuchte Flugzeugentführung. Hollywood-Star Joseph Gordon-Levitt spielt die Rolle des schwer verletzten Co-Piloten mit herausragender schauspielerischer Präzision. Die Zuschauer auf der Grande Piazza dankten Regisseur Patrick Vollrath dieses Kinoerlebnis zum Mitkämpfen mit anhaltendem Applaus.

Bester Schauspieler: Regi Myrupu aus Brasilien