Magellan und die erste Weltumseglung

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Seefahrer Ferdinand Magellan findet 1520 an der Südspitze Amerikas die Westpassage, die den Atlantik und den Pazifischen Ozean verbindet. Teuer bezahlen muss er sein Unternehmen, einen Westkurs nach Indien zu finden.

  • Einmal um die ganze Welt

    Posthum ein Held

    Zwei Jahre, elf Monate und zwei Wochen war die “Victoria” im Auftrag der spanischen Krone unterwegs. Das Schiff war eines von fünf, mit denen Kapitän Ferdinand Magellan im September 1519 vom spanischen Sanlucar losgesegelt war. Die Ankunft 1522 erlebte Magellan nicht mehr – so wie die meisten der 244 Crewmitglieder. Als Pioniere der Weltumrundung sind sie bis heute unvergessen.

  • Einmal um die ganze Welt

    Epochale Entdeckung

    Magellans Auftrag: Finde die Westroute zu den Gewürzinseln in Indonesien! Eine Alternative zum gefährlichen Seeweg um Kap Hoorn in Südafrika. An der Südspitze Südamerikas entdeckte er dann eine unscheinbare Meerenge, die Passage vom Atlantischen in den Pazifischen Ozean – die Magellanstraße. Bis heute wird sie von Schiffen befahren und ist vor allem für Chile ein direkter Zugang zum Atlantik.

  • Einmal um die ganze Welt

    In 80 Tagen um die Welt

    In seinem Roman “In 80 Tagen um die Welt” schickte der französische Autor Jules Vernes einst den exzentrischen Gentleman Phileas Fogg in ein Wettrennen um die Welt. Wer heutzutage die Jules Verne Trophy gewinnt, war der Schnellste bei der Weltumrundung mit dem Segelboot. Bei diesem Rennen treten Mannschaften gegeneinander an. Im Gegensatz zur Vendée Globe.

  • Einmal um die ganze Welt

    Das härteste Rennen der Welt

    Bei der Vendée Globe messen sich die besten Einhandsegler der Welt. Seit 1989 wird die Regatta ausgetragen. Start und Ziel ist alle vier Jahre das Städtchen Les Sables-d’Olonne an der französischen Atlantikküste. Wegen der Route entlang des Südpolarmeeres gilt diese Regatta als die härteste der Welt. Die Sieger werden bei der Ankunft wie Helden gefeiert. Bis jetzt war noch keine Frau darunter.

  • Einmal um die ganze Welt

    Die schnellste Frau der Welt

    Bei der Vendée Globe war die Britin Ellen McArthur Zweite geworden, aber sie wollte mehr: einen Weltrekord. Schneller sein als alle anderen. Am 28.11.2004 brach sie mit ihrem 22 Meter langen Trimaran “B&Q” auf. Sie schaffte die einsame Rekordjagd: 71 Tage, 14 Stunden, 18 Minuten und 33 Sekunden. Drei Jahre lang war sie die schnellste Einhandseglerin der Welt.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit dem Solarboot um die Welt

    Eine Weltumrundung führt Menschen zusammen, die die Grenzen des Machbaren ausloten wollen. Die “Tûranor PlanetSolar” ist das Ergebnis einer solchen Zusammenarbeit von Schweizern, Deutschen und Neuseeländern. Zwischen 2010 und 2012 umrundete ihr Boot nur von Solarenergie angetrieben in 585 Tagen die Welt. Das gesamte Decke besteht aus 38.000 Solarzellen.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit Solarenergie durch die Lüfte

    Die solarbetriebene Variante der Lüfte ist die “Solar Impulse” des Schweizers Betrand Piccard. Im März 2015 brach er zu einer Weltumrundung auf, die nach einer neunmonatigen Unterbrechung im Juli 2016 in Abu Dhabi endete. Nicht die Rekordjagd treibt ihn an, sondern seine Vision von umweltschonenden, energieeffizienten Flugzeugen. Über zehn Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der “Solar Impulse”.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit dem Heißluftballon um die Welt

    Der US-Multimillionär Steve Fossett († 2007) vor seinem “Bud Light Spirit of Freedom” Heißluftballon, nachdem er am 4. Juli 2002 sanft im australischen Outback gelandet war. 14 Tage brauchte er und unterbot damit den Rekord seines Konkurrenten Betrand Piccard. Der war drei Jahre zuvor 19 Tage unterwegs. Dafür war Piccard war der Erste, dem je eine Non-Stop-Umrundung mit dem Heißluftballon gelang.

  • Einmal um die ganze Welt

    PS-Pionierinnen

    Bei einer Weltumrundung gilt es, alle Längengrade des Globus einmal zu überqueren. Da kommen Mensch und Gerät an ihre Grenzen. Die Berlinerin Heidi Hetzer († 2019) wagte mit 79 Jahren das Abenteuer und brach mit einem Hudson Great Eight, Baujahr 1930, zu einer Weltreise auf. Sie folgte den Spuren von Clärenore Stinnes, die als erster Mensch von 1927-1929 in einem Auto die Welt umrundete.

  • Einmal um die ganze Welt

    Der Welt davon laufen

    Bergführer und Sportler durch und durch ist Serge Roetheli, Jahrgang 1955. Er joggte unvorstellbare 40.000 Kilometer um die Welt. 64 Paar Schuhe sind dabei draufgegangen. Seine Frau Nicole begleitete ihn auf dem Motorrad. Fünf Jahre waren die beiden unterwegs, bis sie im April 2005 wieder in der Schweiz ankamen. Unterwegs sammelten sie 400.000 US-Dollar (356.000 Euro) Spendengelder ein.

  • Einmal um die ganze Welt

    Von Saalfeld um die Welt

    Kaum war die Mauer 1989 gefallen, schwangen sich die beiden Kumpel Axel Brümmer (links) und Peter Glöckner in ihre Sättel. Am 29. Juni 1990 ließen sie die thüringische Stadt Saalfeld hinter sich. 80.000 Kilometer, 50 Länder und fünf Jahre später kamen sie um viele Erfahrungen reicher wieder nach Hause. Gestartet waren sie in der DDR, nach Hause kamen sie in ein wiedervereintes Deutschland.

    Autorin/Autor: Anne Termèche


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    Posthum ein Held

    Zwei Jahre, elf Monate und zwei Wochen war die “Victoria” im Auftrag der spanischen Krone unterwegs. Das Schiff war eines von fünf, mit denen Kapitän Ferdinand Magellan im September 1519 vom spanischen Sanlucar losgesegelt war. Die Ankunft 1522 erlebte Magellan nicht mehr – so wie die meisten der 244 Crewmitglieder. Als Pioniere der Weltumrundung sind sie bis heute unvergessen.

  • Einmal um die ganze Welt

    Epochale Entdeckung

    Magellans Auftrag: Finde die Westroute zu den Gewürzinseln in Indonesien! Eine Alternative zum gefährlichen Seeweg um Kap Hoorn in Südafrika. An der Südspitze Südamerikas entdeckte er dann eine unscheinbare Meerenge, die Passage vom Atlantischen in den Pazifischen Ozean – die Magellanstraße. Bis heute wird sie von Schiffen befahren und ist vor allem für Chile ein direkter Zugang zum Atlantik.

  • Einmal um die ganze Welt

    In 80 Tagen um die Welt

    In seinem Roman “In 80 Tagen um die Welt” schickte der französische Autor Jules Vernes einst den exzentrischen Gentleman Phileas Fogg in ein Wettrennen um die Welt. Wer heutzutage die Jules Verne Trophy gewinnt, war der Schnellste bei der Weltumrundung mit dem Segelboot. Bei diesem Rennen treten Mannschaften gegeneinander an. Im Gegensatz zur Vendée Globe.

  • Einmal um die ganze Welt

    Das härteste Rennen der Welt

    Bei der Vendée Globe messen sich die besten Einhandsegler der Welt. Seit 1989 wird die Regatta ausgetragen. Start und Ziel ist alle vier Jahre das Städtchen Les Sables-d’Olonne an der französischen Atlantikküste. Wegen der Route entlang des Südpolarmeeres gilt diese Regatta als die härteste der Welt. Die Sieger werden bei der Ankunft wie Helden gefeiert. Bis jetzt war noch keine Frau darunter.

  • Einmal um die ganze Welt

    Die schnellste Frau der Welt

    Bei der Vendée Globe war die Britin Ellen McArthur Zweite geworden, aber sie wollte mehr: einen Weltrekord. Schneller sein als alle anderen. Am 28.11.2004 brach sie mit ihrem 22 Meter langen Trimaran “B&Q” auf. Sie schaffte die einsame Rekordjagd: 71 Tage, 14 Stunden, 18 Minuten und 33 Sekunden. Drei Jahre lang war sie die schnellste Einhandseglerin der Welt.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit dem Solarboot um die Welt

    Eine Weltumrundung führt Menschen zusammen, die die Grenzen des Machbaren ausloten wollen. Die “Tûranor PlanetSolar” ist das Ergebnis einer solchen Zusammenarbeit von Schweizern, Deutschen und Neuseeländern. Zwischen 2010 und 2012 umrundete ihr Boot nur von Solarenergie angetrieben in 585 Tagen die Welt. Das gesamte Decke besteht aus 38.000 Solarzellen.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit Solarenergie durch die Lüfte

    Die solarbetriebene Variante der Lüfte ist die “Solar Impulse” des Schweizers Betrand Piccard. Im März 2015 brach er zu einer Weltumrundung auf, die nach einer neunmonatigen Unterbrechung im Juli 2016 in Abu Dhabi endete. Nicht die Rekordjagd treibt ihn an, sondern seine Vision von umweltschonenden, energieeffizienten Flugzeugen. Über zehn Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der “Solar Impulse”.

  • Einmal um die ganze Welt

    Mit dem Heißluftballon um die Welt

    Der US-Multimillionär Steve Fossett († 2007) vor seinem “Bud Light Spirit of Freedom” Heißluftballon, nachdem er am 4. Juli 2002 sanft im australischen Outback gelandet war. 14 Tage brauchte er und unterbot damit den Rekord seines Konkurrenten Betrand Piccard. Der war drei Jahre zuvor 19 Tage unterwegs. Dafür war Piccard war der Erste, dem je eine Non-Stop-Umrundung mit dem Heißluftballon gelang.

  • Einmal um die ganze Welt

    PS-Pionierinnen

    Bei einer Weltumrundung gilt es, alle Längengrade des Globus einmal zu überqueren. Da kommen Mensch und Gerät an ihre Grenzen. Die Berlinerin Heidi Hetzer († 2019) wagte mit 79 Jahren das Abenteuer und brach mit einem Hudson Great Eight, Baujahr 1930, zu einer Weltreise auf. Sie folgte den Spuren von Clärenore Stinnes, die als erster Mensch von 1927-1929 in einem Auto die Welt umrundete.

  • Einmal um die ganze Welt

    Der Welt davon laufen

    Bergführer und Sportler durch und durch ist Serge Roetheli, Jahrgang 1955. Er joggte unvorstellbare 40.000 Kilometer um die Welt. 64 Paar Schuhe sind dabei draufgegangen. Seine Frau Nicole begleitete ihn auf dem Motorrad. Fünf Jahre waren die beiden unterwegs, bis sie im April 2005 wieder in der Schweiz ankamen. Unterwegs sammelten sie 400.000 US-Dollar (356.000 Euro) Spendengelder ein.

  • Einmal um die ganze Welt

    Von Saalfeld um die Welt

    Kaum war die Mauer 1989 gefallen, schwangen sich die beiden Kumpel Axel Brümmer (links) und Peter Glöckner in ihre Sättel. Am 29. Juni 1990 ließen sie die thüringische Stadt Saalfeld hinter sich. 80.000 Kilometer, 50 Länder und fünf Jahre später kamen sie um viele Erfahrungen reicher wieder nach Hause. Gestartet waren sie in der DDR, nach Hause kamen sie in ein wiedervereintes Deutschland.

    Autorin/Autor: Anne Termèche


In Spanien wird ab dem 10. August 2019 ein Ereignis gefeiert, das in keiner Weise geplant war – der 500. Jahrestag des Beginns der ersten Weltumseglung, initiiert von Ferdinand Magellan. Der ist schon als junger Bursche ein kampferprobter Ritter und sturmfester Seemann. Allerdings ist es ihm nicht in die Wiege gelegt, den wesentlichen Beitrag zur ersten Umrundung der Erde zu leisten.

Um 1480 wird Magellan im Norden Portugals geboren. Seine Familie gehört zum niederen Adel. Als überzeugter Katholik prägen ihn die enge religiöse Weltanschauung des Spätmittelalters und der Gedanke, die Welt dem Christentum zu unterwerfen. Ferdinand ist Teil einer epochalen Zeitenwende – vom Mittelalter hin zur Neuzeit. So hatte ChristophUS-Forscher: Schiff von Kolumbus gefunden Kolumbus 1492 Amerika entdeckt und damit andere Seefahrer angespornt, auf immer verwegenere Entdeckungsreisen zu gehen, um neue Länder und sagenhafte Reichtümer zu entdecken.

Karrierist und Haudegen

Der Beginn der Kolonialzeit kommt Magellans Interesse, Karriere zu machen, entgegen. Bereits in jungen Jahren zeichnet er sich besonders bei militärischen Einsätzen aus, vermutlich, um in die oberste Adelsschicht aufzusteigen. Zudem gelangt er mit portugiesischen Gewürz- und Kriegsflotten erstmals nach Indien oder auf die Malaiische Halbinsel. Militärisch gilt er als Draufgänger mit ausgesprochen guter Konstitution. Insgesamt acht Jahre lang kämpft er auf kolonialen Kriegsschauplätzen in Asien und Nordafrika.

Porträt Magellans

1512 bricht er gemeinsam mit anderen Seefahrern zu einer Fahrt zu den Gewürzinseln auf. Nur dort, auf den sagenumwobenen Inseln, die zur Gruppe der Molukken in Südostasien gehören, gedeiht der Muskatnussbaum und vor allem die Gewürznelke. Diese kostbaren exotischen Geschmacksveredler versprechen Reichtum, denn auf den europäischen Märkten werden sie mit Gold aufgewogen. Sein Anteil am Verkauf der dort erworbenen Gewürze sichert zunächst seine Existenz, weckt aber zugleich das Verlangen nach mehr.

Fahnenwechsel

Ab 1517 segelt Ferdinand Magellan aus Verärgerung über seinen portugiesischen König unter spanischer Flagge. Sein Dienstherr ist nun König Karl I., später als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. “Der spanische Theologe und Schriftsteller Bartolomé de Las Casas beschreibt Megallan als kleinwüchsig und eher unbedeutend ausschauend”, sagt der Historiker Christian Jostmann. Dafür sei er aber mit einem außergewöhnlichen Charisma ausgestattet gewesen. “Wenn es darauf ankam, war er ein brillanter Verkäufer und Selbstdarsteller, der die Menschen von sich, seinen Ideen und großen Zielen zu begeistern vermochte.” Kein Wunder also, dass der Seefahrer den spanischen König überzeugen kann, das Geld für eine Reise zu den Molukken locker zu machen.

Muskatnuss wird im Spätmittelalter mit Gold aufgewogen

Doch es ist nicht nur die Aussicht auf Reichtum, die Karl I. zustimmen lässt, sondern er hat auch machtpolitische Gründe: Anfang des 16. Jahrhunderts haben Spanien und Portugal die damals bekannte Welt unter sich aufgeteilt. Die Besitzverhältnisse der Molukken, die heute zu Indonesien gehören, sind nicht geklärt. Ein Kurs ums Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas kommt nicht infrage, weil sie von den Portugiesen blockiert wird. Um keine beanspruchten Gebiete der Portugiesen durchqueren zu müssen, plant Magellan, einen westlichen Seeweg zu den Molukken in Südostasien ausfindig zu machen. Seit Kolumbus hatten bis dahin rund 500 Schiffe vergeblich versucht, eine Passage durch die amerikanische Landmasse zu finden.

Die Molukken-Armada – fünf generalüberholte, mit Kanonen ausgestattete Schiffe – verlässt am 10. August 1519 Sevilla und fährt bis nach Sanlúcar de Barrameda am Atlantik. Von dort sticht die Flotte am 20. September 1519 mit rund 240 Mann Besatzung in See.

Seefahrer-Romantik: Fehlanzeige

Die Flotte Magellans

“Reich zu werden, für Spanien Kolonien zu gründen, zu Christianisieren und auf der persönlichen Ebene die Aussicht auf sozialen Aufstieg – mit diesen Zielen stich Magellan in See”, sagt Historiker Christoph Jostmann, der sich ausgiebig mit dem Portugiesen beschäftigt hat. In seinem aktuellen Buch “Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde” beschreibt er plastisch, was der Initiator und seine Gefährten auf dieser ersten Weltumsegelung erlebten: Stürme, Flauten, Hunger, Durst, Krankheiten, Meutereien und tödliche Konflikte mit indigenen Völkern. “Das hatte nichts mit Seefahrer-Romantik zu tun”, sagt Jostmann: “Die lebten mit rund 50 Männern monatelang auf einem Holzbottich. Der hatte vielleicht eine begehbare Fläche von 150 Quadratmetern, keine sanitären Einrichtungen, keine Küche, keine Privatsphäre. Das Essen war bescheiden, medizinische Versorgung gab es kaum, dazu die Unsicherheit eines Himmelfahrtskommandos.”

Zunächst segelt die Flotte zu den Kanarischen Inseln; dann die afrikanische Küste entlang bis nach Sierra Leone. An der schmalsten Stelle überquert sie den Atlantik und trifft dort auf den südamerikanischen Kontinent, wo heute Rio de Janeiro liegt. Weiter geht es, die südamerikanische Ostküste entlang – immer auf der Suche nach dem hypothetischen Durchstich nach Westen. All das stellt sich als sehr langwierig heraus. Die Flotte muss überwintern, die Versorgungslage wird immer schwieriger, die Stimmung an Bord der Schiffe immer schlechter. Es gibt eine Meuterei.

Der Seeweg nach Westen

Die Magellanstraße trennt Feuerland vom Festland

Magellan bleibt hartnäckig: Am 21. Oktober 1520 entdeckt er ein Kap und fährt zwischen die Südspitze des südamerikanischen Kontinents und der Insel Feuerland in ein weit verzweigtes Labyrinth von Wasserstraßen, obwohl dabei ein erstes Schiff verloren geht. Ein anderes Schiff nutzt die Unübersichtlichkeit, um zurück nach Spanien zu fliehen. Doch die langersehnte Passage durch dieses sturmgepeitschte Gewässer wird mit viel Glück gefunden. Sechs Wochen benötigt die geschrumpfte Armada, um den Pazifischen Ozean zu erreichen.

Vom Südosten des Stillen Ozeans geht es dreieinhalb Monate lang in einem Bogen in nordwestliche Richtung, ohne auch nur einmal auf bewohnte Inseln zu stoßen. Hunger, Durst und Krankheit fordern 19 Menschenleben, bevor es auf einer der Marianen-Inseln frischen Proviant gibt. Die Tragik dabei: Megellan fährt unweit an einer Vielzahl von Inseln vorbei, die ihn und seine Mannschaft mit frischem Wasser und Nahrungsmitteln hätten versorgen können, ohne zu ahnen, das es sie gibt.

Die Ermordung Ferdinand Magellans (Holzschnitt)

Schließlich landen die Besatzungen, 150 verbliebene Seeleute, am 21. März 1521 als erste Europäer auf den Philippinen – für Magellan die Endstation. Sein Ziel ist es, diese reichen Inseln für Spanien in Besitz zu nehmen und womöglich später dort Gouverneur zur werden. “Als er auf die Philippinen kommt, zieht er solch eine Irrsinns-Show ab, dass sich Eingeborene in großer Zahl zum Christentum bekehren und Spanien unterwerfen”, erzählt Historiker Jostmann. Doch nicht alle. Als Magellan versucht, ein Dorf militärisch zu unterwerfen, wird er am 21. April von einem Giftpfeil und Lanzenstößen tödlich getroffen. Überstürzt stechen die verbliebenen Schiffe in See. Eines der Schiffe muss versenkt werden, weil nicht mehr genügend Seeleute vorhanden sind.

Vollendung der Weltumseglung

Unter dem Kommando von Juan Sebastián Elcano segeln die beiden Schiffe von den Philippinen schließlich zu den Gewürzinseln. Dort nehmen sie endlich die ersehnte Fracht an Bord. Elcano wählt für den Rückweg die Route um das Kap der Guten Hoffnung. Das zweite noch verbliebene Schiff scheitert auf der Pazifik-Route.

Nur ein Schiff kehrte zurück: Nachbau von Magellans “Victoria”

Fast drei Jahre nach dem Auslaufen der Molukken-Armada wird die von Magellan unfreiwillig begonnene und nicht geplante Weltumseglung von Elcano vollendet. Am 6. September 1522 erreicht die “Victoria” den spanischen Ausgangshafen Sanlúcar de Barrameda. Kapp 20 Seeleute haben die erste historisch belegte Weltumseglung überlebt und ernten den Ruhm. Die Westpassage trägt seit Mitte des 16. Jahrhunderts zu Ehren Ferdinand Magellans dessen Namen: Magellanstraße.

Im 19. Jahrhundert wird Magellan von vielen Intellektuellen als Held und Genie hochstilisiert. “Das ist heute vorbei und auch nicht gerechtfertigt”, sagt Christian Jostmann vor allem mit Blick auf die Kolonialisierung. “Man muss ihn als Menschen in seiner Zeit verstehen.” Anerkennen müsse man jedoch seinen Ehrgeiz und seinen Willen. Einen Anlass, den Entdecker zu feiern, gibt es für den Historiker nicht.