Bereits zehn Tote am Mount Everest

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Bis Ende Mai herrscht Hochsaison am höchsten Berg der Welt. Der zunehmende Bergsteigertourismus hat in diesem Jahr jedoch zu langen Menschenschlangen geführt, die lebensbedrohlich sein können.

Eine Aufnahme des Nepalesen Nirmal Purja zeigt die Menschenschlange am Aufstieg

Innerhalb der vergangenen sieben Tage endete die Besteigung des Mount Everest für mittlerweile zehn Bergsteiger tödlich. Die nepalesischen Behörden bestätigten am Samstag den Tod eines Briten, der zuvor den 8848 Meter hohen Gipfel erklommen hatte. Kurz zuvor waren bereits ein weiterer Brite und ein Ire auf dem höchsten Berg der Welt gestorben. Weitere Todesopfer stammen aus Nepal, Indien, Österreich und den USA. Im vergangenen Jahr hatte es während der rund einmonatigen Saison lediglich fünf Todesopfer gegeben.

Wegen der schwierigen Wetterbedingungen kann die Spitze des Berges nur innerhalb weniger Wochen im Frühjahr bestiegen werden. Vor etwa zehn Tagen wurden die Wetterbedingungen besonders günstig, um den Gipfelaufstieg zu wagen. Offenbar liegt den Behörden Nepals wenig daran, die Zahlen zu regulieren. Weil sie sehr viele Genehmigungen für die Besteigung erteilen, kam es vor allem am Mittwoch zu einem regelrechten Stau.

Die Strecke ab 8000 Meter aufwärts gilt als sogenannte “Todeszone”. Auf Fotos ist eine lange Menschenschlange zu sehen, die darauf wartete, die letzten Meter nehmen zu können. Allein in dieser Woche sind acht Kletterer auf dem Mount Everest gestorben. Mediziner sehen einen Zusammenhang der Todesfälle mit dem Ansturm und den damit verbundenen Wartezeiten auf dem höchsten Berggipfel. Viele der Wartenden ziehen sich schwere Erfrierungen zu und leiden an extremer Erschöpfung. Einige Bergsteiger haben danach nicht mehr die Kraft oder genügend Sauerstoff für den Abstieg. Für sie endet das Abenteuer Mount Everest meist mit dem Tod. 

djo/rb (afp, dpa)