Dortmund weiter im Arbeitsmodus

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Borussia Dortmund ist weit davon entfernt, begeisternden Offensivfußball zu spielen. Auch gegen Frankfurt stotterte der Motor phasenweise. Noch gelingt es Trainer Favre nicht, den Sturm dauerhaft in Schwung zu bringen.

Marco Reus (l.) im Zweikampf mit Lucas Torro

Bereits beim Halbzeit-Gang in die Kabine hatten Torhüter Roman Bürki und Manuel Akanji erhöhten Redebedarf. Der Torhüter und der Innenverteidiger von Borussia Dortmund erörterten angeregt das Aufbauspiel des BVB gegen Eintracht Frankfurt. Sehr wenige Anspielstationen im Mittelfeld, viel Quer- und Rückgeschiebe und Hilflosigkeit beim Pass nach vorne prägten das Bild im ersten Durchgang.

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hatte beim 3:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt große Mühe, sich gegen laufstarke und offensiv verteidigende Hessen durchzusetzen und Chancen zu erspielen. Die Partie schien wie eine Doublette der Begegnungen an den ersten beiden Spieltagen gegen Leipzig und Hannover 96.

Blitzschnelle Stürmer, kaum Zuspiele

Favres Mannschaft soll nach den Vorstellungen des Trainers den Ball geordnet und möglichst flach nach vorne spielen. Ballbesitz ist Favres Credo, sinnvolle Pässe in die Offensive, bei denen die Stürmer Tempo aufnehmen können will der Schweizer sehen. Die Offensiv-Spieler, die er dafür zur Verfügung hat, sind allesamt blitzschnell. Marco Reus, Jacob Bruun Larsen, Marius Wolf, Maximilian Philipp und Jadon Sancho warten nur darauf, den Ball in die Tiefe gespielt zu bekommen. Aber genau dieses Zuspiel komm selten. Die BVB-Angreifer hängen (zu) häufig in der Luft.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Gegner diese Spielweise mittlerweile gut kennen. Alle drei bisherigen Gegner versuchten, die Dortmunder tief in deren Hälfte zu stören und den Spielaufbau des BVB dadurch früh zu unterdrücken. Leipzig hätte auf diese Weise nach nur einer Minute in Führung gehen können. Das Rangnick-Team unterlag am Ende, weil die Dortmunder an diesem Tag eine optimale Chancenverwertung für sich nutzen konnten. Die Mühe des BVB, sich gegen die Sachsen durchzusetzen, war ähnlich groß wie heute gegen Frankfurt.

Mangel an Ideen und Lösungen

BVB-Spieler feiern das erlösende 2:1

Nach dem Spiel in Hannover war 96-Trainer Breitenreiter stolz darauf, “wie die Jungs die Dortmunder dauerhaft angelaufen haben”. Mit dieser Verhinderungstaktik haben die Niedersachsen einen Punkt erkämpft – und waren vollständig zufrieden damit. Hannover hatte die Dortmunder mit seinem überaus ausgeprägten Defensivaufwand genervt. Favres Team konnte sich mit seinem Spiel auch hier nicht klar durchsetzen. 

Der Sieg gegen die Eintracht war vor allem das Ergebnis von Geduld. Zwei BVB-Treffer, das 1:0 durch Diallo und das 3:1 durch Paco Alcacer, fielen nach Standardsituationen. Das spielerische Element, das frische und überraschende Offensivspiel, war nur einmal, beim zweiten Dortmunder Treffer von Wolf, gut zu erkennen. “Wir haben große Mühe gehabt”, sagte Favre. 

Die gute Nachricht für den auf jeden Fall vorübergehenden Bundesliga-Tabellenführer: Das Team kann sich auf eine solide Abwehrarbeit stützen und versäumt es trotz aller spielerischer Probleme nicht, ausreichend Punkte einzufahren. Dennoch wird es beim BVB wohl auch weiterhin Rede- und vor allem Handlungsbedarf auf dem Rasen geben.