“BlacKkKlansman” von Spike Lee startet in den Kinos

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Donald Trump sollte diesen Film unbedingt sehen, findet Regisseur Spike Lee. Sein neuestes Werk “BlacKkKlansman” läuft in den Kinos an und bezieht sich auf die rassistische Politik des US-Präsidenten gegenüber Schwarzen.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Spike Lee: der Moralist

    Dieser Mann hat eine Botschaft. Der 1957 in Atlanta, Georgia, geborene Regisseur gilt als Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen im Kino. In seinen Filmen erzählt er oft Geschichten von Unterdrückung und Rassismus. Am 20. März wird Spike Lee 60 Jahre alt.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Aufklärung und coole Arrangements

    Spike Lee stammt aus einer Lehrer-Familie. Auch seine Mutter, die starb, als Lee 20 war, war Pädagogin. Das mag den aufklärerischen Impetus vieler Filme des Regisseurs erklären. Doch Lee ist ebenso der Sohn eines Jazz-Bassisten und -Komponisten. Das sieht man seinen Filmen an: Lebensfreude, Spielwitz, musikalischer Rhythmus prägen die Werke – wie Do the Right Thing” von 1988.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Förderer schwarzer Darsteller

    Der Regisseur, der in seinen Filmen oft selbst als Schauspieler auftritt, hat vielen jungen schwarzen Darstellern eine Karriere im amerikanischen Film ermöglicht. Denzel Washington, hier an der Seite von Lee in “Mo’ Better Blues” von 1990, ist heute einer der Top-Stars in Hollywood.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Erhitzte Gemüter

    Auch Lees Film “Jungle Fever” brachte ein paar heute bekannte Darsteller auf die Leinwand. Wesley Snipes und Halle Berry, mit der Spike Lee damals eine Beziehung hatte, sind heute ebenfalls etablierte Schauspieler. “Jungle Fever” ist ein Film über Beziehungskämpfe voller Emotionen.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Opus Magnum: “Malcolm X”

    1992 brachte Spike Lee dann sein bis dahin teuerstes und aufwendigstes Werk in die Kinos, das all das bündeln sollte, was den Regisseur bewegte: Die Geschichte der Schwarzenbewegung in den USA wird in der Filmbiografie “Malcom X” behandelt. Denzel Washington (r.) spielt den Black-Muslim-Anführer.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Autobiografisch: Crooklyn

    Sein zwei Jahre später entstandener Film “Crooklyn”, der eine Familie in den 1970er Jahren in New York zeigt, war geprägt von zahlreichen autobiografischen Verweisen. Ohne den pädagogischen Ballast seiner Politepen wie “Malcom X” dominierte hier wieder Lebensfreude und Spielwitz.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Das Thema Drogen in “Clockers”

    Der 1995 gedrehte Film “Clockers” sprach wieder Themen an, die Spike Lee seit jeher umtreiben. Das (Über-)Leben in von Drogen und Kriminalität heimgesuchten Stadtvierteln New Yorks, die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Schauspieler-Magnet

    1996 erzählte der Regisseur in seinem Film “Girl 6” die Geschichte einer erfolglosen Schauspielerin, die sich nebenbei Geld bei einer Telefonsex-Hotline verdient. In nur kleinen Nebenrollen wirkten Größen wie Quentin Tarantino, Madonna oder Naomi Campbell mit – Zeichen für die große Popularität des Regisseurs.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Liebe zum Sport

    Der Basketball-Fan Spike Lee inszenierte 1998 seinen Lieblingsdarsteller Denzel Washington als begnadeten Sportler. Lee zeigt in “He Got Game” unter anderem, wie stark der Sport in den USA gesellschaftlich verwurzelt ist.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Kriminalität in New York

    Auch in dem 1999 entstandenen Film “Summer of Sam” wandte sich Spike Lee wieder einem seiner bevorzugten Sujets zu: der Kriminalität in New York und den Auseinandersetzungen zwischen ethnisch geprägten Banden. Angesiedelt ist der Film, der sich an einen historischen Kriminalfall anlehnt, in den 1970er Jahren.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Es bleiben noch 25 Stunden…

    Einen seiner stärksten Filme lieferte der Regisseur dann im Jahr 2002 ab. Edward Norton spielt in “25th Hour” einen Drogendealer, der in 25 Stunden eine siebenjährige Haftstrafe antreten muss. Ein melancholischer Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens, der die Frage stellt, was wirklich wichtig ist.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Elegantes Unterhaltungskino

    “Inside Man” von 2006 zeigte, dass Spike Lee auch die Klaviatur des großen kommerziellen Kinos beherrschte. Der Thriller über einen Banküberfall ist extrem unterhaltsam, versteckt unter der Oberfläche aber auch eine Menge an typischen Spike-Lee-Themen.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Dokumentarisches und Videoclips

    Nach “Inside Man” inszenierte Spike Lee verstärkt Dokumentarfilme und drehte neben Werbefilmen auch immer wieder Musikvideos für große Stars der Branche. So erzählt “Off the Wall” die Geschichte des Musikers Michael Jackson, bevor dieser zum Weltstar wurde.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Berlinale-Teilnahme 2016

    Bei der Berlinale 2016 präsentierte Spike Lee bei den Berliner Filmfestspielen “Chi-Raq”, ein poppiges Musicaldrama um Bandenkriminalität und Straßengangs. Als Hintergrund diente dem Regisseur das klassische Drama “Lysistrata” von Aristophanes.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Neuster Klu Klux Klan-Film

    In “BlacKkKlansman” schleusen sich zwei Polizeiagenten – der eine Jude, der andere Schwarzer – in den Klu Klux Klan ein. Dieser jüngste satirische Film von Spike Lee greift zwar eine wahre Geschichte aus den 1970er Jahren auf, bezieht sich aber auch auf die heutige Situation in den USA übertragen, wo Rassismus gegenüber der Schwarzen Bevölkerung immer noch an der Tagesordnung ist.

    Autorin/Autor: Jochen Kürten


  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Spike Lee: der Moralist

    Dieser Mann hat eine Botschaft. Der 1957 in Atlanta, Georgia, geborene Regisseur gilt als Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen im Kino. In seinen Filmen erzählt er oft Geschichten von Unterdrückung und Rassismus. Am 20. März wird Spike Lee 60 Jahre alt.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Aufklärung und coole Arrangements

    Spike Lee stammt aus einer Lehrer-Familie. Auch seine Mutter, die starb, als Lee 20 war, war Pädagogin. Das mag den aufklärerischen Impetus vieler Filme des Regisseurs erklären. Doch Lee ist ebenso der Sohn eines Jazz-Bassisten und -Komponisten. Das sieht man seinen Filmen an: Lebensfreude, Spielwitz, musikalischer Rhythmus prägen die Werke – wie Do the Right Thing” von 1988.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Förderer schwarzer Darsteller

    Der Regisseur, der in seinen Filmen oft selbst als Schauspieler auftritt, hat vielen jungen schwarzen Darstellern eine Karriere im amerikanischen Film ermöglicht. Denzel Washington, hier an der Seite von Lee in “Mo’ Better Blues” von 1990, ist heute einer der Top-Stars in Hollywood.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Erhitzte Gemüter

    Auch Lees Film “Jungle Fever” brachte ein paar heute bekannte Darsteller auf die Leinwand. Wesley Snipes und Halle Berry, mit der Spike Lee damals eine Beziehung hatte, sind heute ebenfalls etablierte Schauspieler. “Jungle Fever” ist ein Film über Beziehungskämpfe voller Emotionen.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Opus Magnum: “Malcolm X”

    1992 brachte Spike Lee dann sein bis dahin teuerstes und aufwendigstes Werk in die Kinos, das all das bündeln sollte, was den Regisseur bewegte: Die Geschichte der Schwarzenbewegung in den USA wird in der Filmbiografie “Malcom X” behandelt. Denzel Washington (r.) spielt den Black-Muslim-Anführer.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Autobiografisch: Crooklyn

    Sein zwei Jahre später entstandener Film “Crooklyn”, der eine Familie in den 1970er Jahren in New York zeigt, war geprägt von zahlreichen autobiografischen Verweisen. Ohne den pädagogischen Ballast seiner Politepen wie “Malcom X” dominierte hier wieder Lebensfreude und Spielwitz.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Das Thema Drogen in “Clockers”

    Der 1995 gedrehte Film “Clockers” sprach wieder Themen an, die Spike Lee seit jeher umtreiben. Das (Über-)Leben in von Drogen und Kriminalität heimgesuchten Stadtvierteln New Yorks, die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Schauspieler-Magnet

    1996 erzählte der Regisseur in seinem Film “Girl 6” die Geschichte einer erfolglosen Schauspielerin, die sich nebenbei Geld bei einer Telefonsex-Hotline verdient. In nur kleinen Nebenrollen wirkten Größen wie Quentin Tarantino, Madonna oder Naomi Campbell mit – Zeichen für die große Popularität des Regisseurs.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Liebe zum Sport

    Der Basketball-Fan Spike Lee inszenierte 1998 seinen Lieblingsdarsteller Denzel Washington als begnadeten Sportler. Lee zeigt in “He Got Game” unter anderem, wie stark der Sport in den USA gesellschaftlich verwurzelt ist.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Kriminalität in New York

    Auch in dem 1999 entstandenen Film “Summer of Sam” wandte sich Spike Lee wieder einem seiner bevorzugten Sujets zu: der Kriminalität in New York und den Auseinandersetzungen zwischen ethnisch geprägten Banden. Angesiedelt ist der Film, der sich an einen historischen Kriminalfall anlehnt, in den 1970er Jahren.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Es bleiben noch 25 Stunden…

    Einen seiner stärksten Filme lieferte der Regisseur dann im Jahr 2002 ab. Edward Norton spielt in “25th Hour” einen Drogendealer, der in 25 Stunden eine siebenjährige Haftstrafe antreten muss. Ein melancholischer Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens, der die Frage stellt, was wirklich wichtig ist.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Elegantes Unterhaltungskino

    “Inside Man” von 2006 zeigte, dass Spike Lee auch die Klaviatur des großen kommerziellen Kinos beherrschte. Der Thriller über einen Banküberfall ist extrem unterhaltsam, versteckt unter der Oberfläche aber auch eine Menge an typischen Spike-Lee-Themen.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Dokumentarisches und Videoclips

    Nach “Inside Man” inszenierte Spike Lee verstärkt Dokumentarfilme und drehte neben Werbefilmen auch immer wieder Musikvideos für große Stars der Branche. So erzählt “Off the Wall” die Geschichte des Musikers Michael Jackson, bevor dieser zum Weltstar wurde.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Berlinale-Teilnahme 2016

    Bei der Berlinale 2016 präsentierte Spike Lee bei den Berliner Filmfestspielen “Chi-Raq”, ein poppiges Musicaldrama um Bandenkriminalität und Straßengangs. Als Hintergrund diente dem Regisseur das klassische Drama “Lysistrata” von Aristophanes.

  • Ein Ausnahmetalent – Der schwarze Regisseur Spike Lee

    Neuster Klu Klux Klan-Film

    In “BlacKkKlansman” schleusen sich zwei Polizeiagenten – der eine Jude, der andere Schwarzer – in den Klu Klux Klan ein. Dieser jüngste satirische Film von Spike Lee greift zwar eine wahre Geschichte aus den 1970er Jahren auf, bezieht sich aber auch auf die heutige Situation in den USA übertragen, wo Rassismus gegenüber der Schwarzen Bevölkerung immer noch an der Tagesordnung ist.

    Autorin/Autor: Jochen Kürten


Der schwarze Regisseur und Filmemacher Spike Lee setzt sich in seinen Filmen immer wieder mit der Situation der afroamerikanischen Bevölkerung in seinem Land auseinander. Auch in seinem neusten Film BlacKkKlansman, der am 10. August in die US-Amerikanischen Kinos kommt und am 23. August in Deutschland anläuft, geht es um Gewalt und Rassismus in den USA.

Der Film erscheint genau ein Jahr nach den Gewaltausschreitungen bei Protesten von und gegen Neonazis in Charlottesville. Die Antirassismus-Aktivistin Heather Heyer wurde bei den Protesten überfahren und ermordet. Nach den Übergriffen in Charlottesville entschied sich Lee, seinen Film mit dokumentarischen Filmaufnahmen von den Protesten zu ergänzen, inklusive des Autos, das Heyer überfuhr. Auch die beschämende Reaktion von Trump, der “beide Seiten” für die Gewalt verantwortlich machte, hat Lee eingebaut.

Die Anti-Rassismus Farce findet Beifall

Der Film selbst handelt vom Ku Klux Klan (KKK) und beruht auf einer wahren Geschichte. 1979 gelang es dem schwarzen Undercoveragenten Ron Stallworth zusammen mit einem jüdischen Kollegen, sich beim Rassistischen Ku Klux Klan einzuschleusen.  Die Anti-Rassismus Farce zieht dabei eindeutige Parallelen zur aktuellen US-Politik und zu den gesellschaftlichen Missständen in den USA. In der Hauptrolle ist John David Washington, der Sohn von Denzel Washington, zu sehen, an seiner Seite spielt Adam Driver.

Lee begann seine Karriere als Filmregisseur in den 60er Jahren, zu einer Zeit als bekannte schwarze Schauspieler wie Sydney Poitier in Hollywood noch die Ausnahme waren. In den 80er und 90er war Spike Lee einer der einflussreichsten Regisseure und produzierte Filme wie “She’ s Gotta Have It” (1986) bis hin zu “Inside Man (2006).

Seine Anti-Rassismus-Parodie wurde gerade auch bei den Filmfestspielen in Locarno gezeigt und erhielt besonderen Applaus. In Cannes hatte er den “Großen Preis, die zweithöchste Auszeichnung der Festspiele, für seinen neuen Streifen bekommen.