Kim Petras: “Ich mache einfach Pop!”

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Kim Petras war früher ein Junge. In den USA wird die Kölnerin als neue Pop-Hoffnung gefeiert. Zum Internationalen Tag gegen Homophobie, der für Toleranz für LGBT wirbt, unser PopXport-Interview mit ihr.

Deutsche Welle: Lady Gagas Manager hat gesagt: Du bist das Größte, was ihm in der Popwelt seit Gagas Debüt begegnet ist. Kannst du nachvollziehen, warum gerade dieser große Hype um dich entsteht?

Kim Petras: Ich mache einfach Pop, der mir gefällt, und der ist voll kompromisslos. “Unapologetic Pop”, nennt man das. Und das hat in der letzten Zeit gefehlt. Ich schreibe meine eigenen Texte. Kann meine eigenen Ideen einbringen. Ja, anscheinend finden das die Leute cool. Das ist schon krass!

Deutscher Youtube-Star verzaubert die USA: Kim Petras bei einem Konzert New York

Was erzählen deine Songs?

Im Grunde geht es immer quasi um irgendetwas Persönliches: eine Beziehung, die nicht klappt oder wenn ich mit Freunden über Sachen rede oder feiern gehe, Filme schaue. Es sind Themen, die mich interessieren und die mir was bedeuten. Darüber schreibe ich dann einen strukturierten Popsong. Und ich schreibe auch ganz viel über Dinge, die ich mir erträume: Ich wünschte mein Leben wäre so oder so.

Wenn man dich bei Google sucht, ist deine Transsexualität unter den Suchergebnissen sehr präsent. Hast du auch schon darüber Songs geschrieben?

Nein, ich schreibe keine Songs über Transsexualität. Vielleicht schreibe ich irgendwann mal einen, aber ich schreibe eigentlich lieber über Themen, die relativ normal sind.

Meine Emotionen finde ich inspirierend. Ich finde Transsexualität nicht so richtig inspirierend.

Du bist vor rund zwei Jahren nach Los Angeles gegangen, um Popstar zu werden. Ich stelle mir vor, dass der Anfang sehr hart für dich war.

Ja, klar. Ich bin nach L.A. geflogen und kannte ein, zwei Leute aus dem Internet. Ich habe auf Studiocouches gewohnt, hatte eigentlich kaum Geld und nur ein paar Kontakte. Ich habe dann halt jeden Tag drei, vier Songs geschrieben, habe Leute kennengelernt und im Internet angeschrieben. So lange, bis es dann halt geklappt hat und ich Aufmerksamkeit bekommen habe.

Dann haben Leute meine Songs aufgenommen. Dann habe ich Angebote bekommen für Songwriter-Verträge. Und dann konnte ich mir die Zeit nehmen, an meinem eigenen Projekt zu arbeiten. Ich habe mir das alles erarbeitet.

Kim Petras und PopXport-Reporter Benedikt Amara beim Interview in Berlin

Dein erstes Album ist gerade fertig geworden und wird veröffentlicht. Wie sehen deine Pläne für die nächsten Jahre aus?

Mit meinem neuen Album mache ich auf jeden Fall meine ersten Touren. Es geht sicherlich durch Nordamerika. Ich werde zu ganzen vielen Prides gehen und auf den CSDs performen. Gerade komme ich von einer Radiotour in Amerika: San Francisco, San Diego, Milwaukee, Dallas, Denver, New York, L.A. – und ich hoffe, dass die meinen Song in Amerika im Radio spielen, was eigentlich nicht so richtig easy ist, weil echt nur zwölf Songs in der Rotation gespielt werden. Dann wird es neue Musikvideos und neue Singles geben. Ich habe schon ganz viel fertig und ich kann kaum erwarten, das alles zu releasen.

Das Gespräch führte Benedikt Amara im DW-Musikmagazin PopXport.