Russland verweigert Doping-Experte Seppelt die Einreise

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Der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt darf nicht von der Fußball-WM berichten. Russland erklärt ihn zur “unerwünschten Person”. Die Verantwortlichen der ARD sprechen von einem beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit.

Russland verweigert dem ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft. Seppelt stehe auf der Liste der “unerwünschten Personen”, teilte der Südwestrundfunk (SWR) mit. Sein Visum sei für ungültig erklärt worden. Nähere Angaben zu den Hintergründen wurden nicht gemacht.

“Kein Zeichen von Respekt”

Die ARD sprach von einem bisher einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und einem beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit. “Mit großem Unverständnis habe ich zur Kenntnis genommen, dass Hajo Seppelt die Einreise zur Fußball-WM nach Russland verweigert werden soll”, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. “Das ist für mich kein Zeichen von Respekt vor der Tätigkeit eines investigativen Journalisten, sondern eher dafür, dass man unangenehmen Themen gegenüber lieber die Augen verschließt. Ich kann nur hoffen, dass die politischen Verantwortlichen ihre Entscheidung noch einmal überdenken werden.”

Mit seinem Film “Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht” hatte Seppelt den russischen Dopingskandal aufgedeckt, der unter anderem zum Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro geführt hatte.

sn/to (dpa, sid)