Wieder ein Export-Rekord-Jahr

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Das vierte Jahr in Folge: Der deutsche Außenhandel wächst in Rekordschritten. 2017 lag das Export-Plus bei 6,3 Prozent. “Made in Germany ” verkauft sich dank des weltweiten Aufschwungs. Aber es drohen Probleme.

Im Jahr 2017 exportierte von Deutschland Waren im Wert von rund 1,28 Milliarden Euro exportiert. Das zeigen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Danach importierte Deutschland Waren im Wert von 1.034,6 Milliarden Euro. Es gab also erneut ein hohes Plus in der Außenhandelsbilanz – genau waren es 244,9 Milliarden Euro.

Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2017 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2016, wobei die Importe mit 8,3 Prozent stärker zunahmen als die Exporte. Ausfuhren in die Europäische Union wuchsen wie die Exporte in andere Länder jeweils um 6,3 Prozent.

Die Rolle der “Hidden Champions”

Der Chef des Kreditversicherers Euler Hermes, Ron van het Hof, sieht die Stärken der deutschen Exportindustrie in ihrer Vielfalt und der hohen Wettbewerbsfähigkeit. “Immer dann, wenn es um High-End-Produkte geht, sind deutsche Produkte gefragt. Das gilt nach wie vor für deutsches Maschinenbau-Know-how, Chemie-Erzeugnisse und Automobile.”

Eine zentrale Rolle spielten kleine und mittlere Unternehmen, “von denen viele in ihrem jeweiligen Bereich tatsächlich Weltmarktführer sind, so genannte Hidden Champions”.

Für fast 245 Milliarden Euro mehr deutsche Exporte als Importe nach Deutschland.

Allerdings zieht Deutschland seit Jahren wegen der hohen Exportüberschüsse Kritikauf sich. Vor allem US-Präsident Donald Trump brandmarkte die Außenhandelsbilanz wiederholt als “unfair”. Tatsächlich haben die USA im ersten Amtsjahr von Trump noch einmal deutlich mehr Waren importiert als exportiert. Wie das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte, legte der Fehlbetrag 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 566 Milliarden Dollar zu. Damit war das Defizit so hoch wie zuletzt 2008, als die Finanzkrise die US-Wirtschaft erschütterte.

Problem Handelsüberschuss

Aber auch in Europa gibt es ähnliche Tendenzen:  Das Außenhandels-Defizit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wuchs um rund 29 Prozent auf 62,3 Milliarden Euro, wie der Zoll am Mittwoch bekanntgab. Im Jahr davor hatte Wert der Warenimporte den der Exporte um 48,3 Milliarden Euro überschritten. Das Anziehen der Konjunktur im vergangenen Jahr sei mit einem starken Anstieg der Einfuhren gekoppelt.

Befeuert durch Probleme mit den Handelsbilanzen gibt es für starke Exportnationen zunehmend Gegenwind: “Immer mehr Länder suchen die Lösung für globale Herausforderungen in nationalen Rezepten und einem ‚Mein Land zuerst‘”, warnte der Präsident des Außenhandelsverbans BGA Holger Bingmann jüngst. Für eine internationale Volkswirtschaft wie die unsere, die auf Exporte wie Importe angewiesen ist, ist das brandgefährlich.”

Zwar machte vor allem US-Präsident Trump seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr Front gegen den Freihandel – aber: “Die US-Politik macht Schule. Die Idee, die heimische Industrie gegen ausländische Konkurrenz abzuschirmen, greift um sich”, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

ar/hb (dpa, rtr)