France Gall ist tot

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Die französische Sängerin wurde in Deutschland vor allem mit ihrem Nummer Eins-Hit “Ella, elle l’a” bekannt. 1965 gewann sie für Luxemburg den Eurovision Song Contest. Jetzt starb France Gall im Alter von 70 Jahren.

Die Französin erlag einem Krebsleiden, wie ihre Sprecherin mitteilte. Sie starb an ihrem Wohnort Paris. 

Die Liebe zur Musik wurde France Gall schon in die Wiege gelegt. Ihr Vater Robert schrieb Chansons für Edith Piaf und Charles Aznavour und legte ihr keine Steine in den Weg, als sie mit 15 die Schule abbrach, um Sängerin zu werden.  Mit 18 nahm sie für Luxemburg am Grand Prix d’Eurovision de la Chanson teil (der später in Eurovision Song Contest umbenannt wurde) und holte sich mit dem Chanson “Poupée de cire, poupée de son” aus der Feder von Serge Gainsbourg  den Siegertitel. 

Karriere in Deutschland 

Zwischen 1966 und 1972 setzte France Gall ihre Karriere in Deutschland fort. Für “Zwei Apfelsinen im Haar”, die deutsche Version von “A Banda” von dem brasilianischen Liedermacher Chico Buarque, erhielt sie 1968 eine Goldene Schallplatte. Weitere bekannte Lieder in dieser Zeit waren “Zwei Verliebte zieh’n durch Europa”, “Mein Herz kann man nicht kaufen” oder “Ali Baba und die 40 Räuber”. Gleich zweimal erhielt die Sängerin damals Auszeichnungen von der populären Jugendzeitschrift BRAVO, den “Bravo Otto” in Bronze und in Silber. Rückblickend sagte France Gall später, ihre Zeit in Deutschland sei nicht unbedingt die schönste gewesen; der Erfolg habe ihr eine normale Jugend verwehrt, da sie wegen ihrer Popularität ständig auf der Bühne stand.

2012 nahm France Gall noch einmal an einer Talk Show teil

Erfolg an der Seite von Michel Berger 

Anfang der 1970er Jahre  hatte France Gall genug von ihrem Image “als kleines Mädchen”. Sie habe sogar mit dem Singen aufhören wollen, bekannte sie später, wenn sie nicht zufällig 1973 bei einer Autofahrt ein Lied von Michel Berger im Radio gehört hätte.  Ein Jahr später nahm der Komponist mit ihr das Lied “Mon Fils Rira Du Rock’n Roll” auf. Es war nicht nur der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit, sondern auch einer großen Liebe.

Die beiden heirateten 1976 in Paris und  bekamen zwei Kinder. In den 80er Jahren hatte die Popsängerin in Frankreich mehrere Top-10-Erfolge, darunter Lieder wie “Hong Kong Star” oder “Débranche”. In Deutschland feierte France Gall nach über 15 Jahren Funkstille ihren größten Hit überhaupt: Der Chanson “Ella, elle l’a” (“Ella, sie hat es”), eine Hommage an die Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald, hielt sich vier Wochen lang auf Platz 1.

Rückzug aus dem Showgeschäft

Nach dem überraschenden Tod ihres Mannes 1992, der bei einem Tennisspiel starb, gab France Gall kaum noch Konzerte. 1993 erkrankte sie an Brustkrebs. Als ihre Tochter Pauline vier Jahre später an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose starb, zog sich die Sängerin weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und lebte abwechselnd im Senegal und in Paris. 1994 wurde sie zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. Jetzt starb France Gall im Alter von 70 Jahren in Paris. 

suc/ (dpa, afp)