USA und China warnen Nordkorea vor Raketentest

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Nordkorea

USA und China warnen Nordkorea vor Raketentest

Einen Monat nach seinem angeblichen Test einer Wasserstoffbombe provoziert Nordkorea die Weltgemeinschaft erneut. Das Land plant den Test einer ballistischen Rakete. Washington und Peking fordern scharfe Maßnahmen.

Im Fernsehen verfolgen Südkoreaner Archivaufnahmen eines früheren nordkoreanischen Raketentests

US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping haben sich über Nordkoreas Pläne für einen erneuten Raketentest besorgt gezeigt. Beide Staatschefs betonten bei einem Telefonat, dass der Test einer ballistischen Rakete ein “provokanter und destabilisierender Akt” wäre, erklärte das US-Präsidialamt. Obama und Xi stimmten darin überein, dass eine starke internationale Antwort auf die Provokationen nötig sei. Dazu gehöre eine wirksame Resolution des UN-Sicherheitsrates.

Die Führung in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang plant nach eigenen Angaben zwischen dem 8. und dem 25. Februar den Start einer Langstreckenrakete. Nordkorea erklärte, dass ein Satellit für eine wissenschaftliche Mission ins All gebracht werden solle. Andere Staaten betrachten den geplanten Raketenstart aber als Test einer ballistischen Rakete, was Nordkorea laut einer UN-Resolution verboten ist. China, das als Veto-Macht dem UN-Sicherheitsrat angehört, ist eigentlich ein Verbündeter seines verarmten und weitgehend isolierten Nachbarlandes.

Bereits Anfang des Jahres hatte Nordkorea weltweit Empörung hervorgerufen, als es die
Zündung einer Wasserstoffbombe verkündete. Der vierte Atomwaffentest des Landes seit dem Jahr 2006 war vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. Atomexperten und die US-Regierung bezweifelten allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe gehandelt habe. Die Explosion sei dafür nicht stark genug gewesen.

Flugrouten im Pazifik geändert

Wegen des anstehenden Raketentests wollen die beiden größten japanischen Fluggesellschaften mehrere Flugrouten ändern. All Nippon Airways und Japan Airlines kündigten an, dass sie im betreffenden Zeitraum ein Seegebiet vor den Philippinen meiden wollten, wo die Trümmer der Rakete niedergehen dürften. Betroffen seien fünf Flugrouten.

Satellitenaufnahme der Raketenbasis Sohae in Nordkorea vor der aktuellen Zuspitzung der Lage

Die japanische Zeitung “Asahi Shimbun” berichtete, US-Satellitenbilder legten nahe, dass Nordkorea begonnen habe, die Rakete mit Treibstoff zu befüllen. Demnach war seit Donnerstag vermehrte Bewegung an der Abschussrampe und einem Treibstofflager auf der Raketenbasis Sohae zu beobachten.

ago/haz (rtr, afp)